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Prostata: Frühe Behandlung empfehlenswert

Wie man eine gutartige Prostatavergrößerung behandelt, ist vor allem davon abhängig, wie stark sie das Wasserlassen beeinträchtigt. Der Arzt unterscheidet drei Stadien:

Im Stadium Ileiden Männer hauptsächlich unter dem häufigen Drang, Wasser zu lassen. Lindern lassen sich diese Beschwerden mit Blasentees und durch Sitzbäder mit Zinnkrautzusatz. Bei stärkeren Beschwerden können pflanzliche Medikamente eingesetzt werden. Präparate aus Kürbissamenund den Früchten der Sägepalmewirken entzündungshemmend und können einen Blutstau in der Prostata beseitigen. Die Sägepalmenpräparate greifen auch in die Hormonbildung ein und sind in der Lage, damit die Prostatagröße zu reduzieren. Präparate aus Brennnesselwurzeln können die Restharnmenge senken.

Die Präparate mit diesen Inhaltsstoffen erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Werden Sie Ihnen vom Arzt verordnet, zahlen sie die Kassen.

Im Stadium II bleiben 50 bis 150 Milliliter Restharn in der Blase. In dieser Phase werden zwei Medikamentengruppen eingesetzt. Die Alpha-Rezeptorblockerentspannen die Blasenmuskulatur und erleichtern so die vollständige Blasenentleerung. Die5-alpha-Reduktasehemmergreifen in den Hormonhaushalt der Prostata ein. Dadurch kann – allerdings erst nach einigen Wochen bis Monaten – die Prostatawucherung wieder deutlich kleiner werden, und das Wasserlassen funktioniert wieder besser.

Im Stadium III drohen Schädigungen der Blase und der Nieren, und eine Operationist unausweichlich. Am häufigsten wird heute die vergrößerte Prostata durch die Harnröhre entfernt. Allerdings sind 15 bis 20 % der Patienten auch nach dem Eingriff nicht völlig beschwerdefrei. Eine andere Möglichkeit ist eine offene Operation – die Entfernung der Prostata durch die Bauchdecke.

Vielversprechend sind inzwischen verschiedene Laserverfahren. Bei relativ geringen Nebenwirkungen sind die Erfolgsaussichten der Operation gut. Mithilfe von Laserbestrahlung können Teile des Prostatagewebes herausgeschnitten oder zerstört werden. Zerstörtes Gewebe baut der Körper ab – die Prostata wird dadurch kleiner und das Wasserlassen leichter.

Alternative Verfahren sind die Wärmebehandlungder Prostata mit Mikrowellenenergie, das Einfügen so genannterStents in die Harnröhre (sie funktionieren quasi wie ein Tunnel) oder das Erweitern des Blasenhalses durch einen Schnitt. Diese alternativen Verfahren zeichnen sich zwar alle durch nur geringe Nebenwirkungen aus, sie sind aber auch deutlich weniger wirksam als eine Operation.

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