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Wenn sich die Prostata vergrößert

Als Hauptursache für das Wachstum der Prostata gelten heute hormonelle Veränderungen. Mit zunehmendem Alter fällt der Testosteron-Spiegel im Blut ab, gleichzeitig steigt die Aktivität des Enzyms 5-alpha-Reduktase, durch das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt wird. Das mit zunehmendem Alter in der Prostata vermehrt gebildete Hormon Prolaktin scheint diese Umwandlung noch zu verstärken. Zusätzlich bekommt durch das verminderte Testosteron das auch beim Mann gebildete weibliche Sexualhormon Östrogen ein stärkeres Gewicht. Diese hormonelle Konstellation führt zu einer Neubildung von Prostatagewebe mit zunehmender Einengung der Harnröhre, die zu Beschwerden beim Wasserlassen führt.

Daran erkennen Sie eine gutartige Prostatavergrößerung:

  • verzögerte und/oder unvollständige Blasenentleerung
  • abgeschwächter Harnstrahl
  • häufigerer, oft auch nächtlicher Harndrang
  • längeres Nachträufeln

Wenn Sie bei sich eine oder mehrere dieser Beschwerden feststellen, sollten Sie unbedingt einen Urologen aufsuchen. Er wird zunächst durch ein rektales Abtasten der Prostata Größe und Konsistenz der Drüse feststellen. Eine Ultraschalluntersuchung und eventuell eine Untersuchung der Blasenentleerung (Uroflow-Metrie) erhärten die Diagnose, wenn der Tastbefund auffällig war.

Zum Ausschluss eines bösartigen Geschehens in der Prostata wird im Labor auch Ihr PSA-Spiegel (Gesamtmenge) sowie das freie, nicht an Transport-Eiweiße gebundene PSA (F-PSA) im Blut bestimmt. Der Quotient aus beiden Werten zeigt, ob ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Dabei Ist das Krebsrisiko umso geringer, je höher der F-PSA-Wert ist. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet jedoch nicht, dass Sie Prostata-Krebs haben. Dieser Wert kann auch erhöht sein bei Entzündungen, nach sportlicher Betätigung, Geschlechtsverkehr oder sogar nach einer Tastuntersuchung und natürlich auch bei einer BPH.

So bremsen Sie die Prostatavergrößerung

Im ersten Stadium der BPH helfen Ihnen naturheilkundliche Mittel, die das Prostatawachstum bremsen und abschwellend sowie antientzündlich wirken. Mit Phytotherapie und Vitalstoffen können Sie die lästigen Beschwerden ohne Nebenwirkungen beseitigen.

Diese Heilpflanzen bessern Ihre Beschwerden beim Wasserlassen:

  • Sägepalme (Sabal serrulata)
  • Arzneikürbis (Cucurbita pepo)
  • Goldrute (Solidago virgaurea)
  • Brennesselwurzel (Urtica dioica)
  • Weidenröschen (Epilobium angustifolium)
  • Roggenpollen (Secale cereale)

Extrakte aus der Sägepalme wirken wie auch Roggenpollen entzündungshemmend, abschwellend und hemmen die 5-alpha-Reduktase. Eine Studie der Universität Dortmund konnte bereits im Jahr 2002 nachweisen, dass ein Kombinationspräparat aus Sägepalme und Brennnesselextrakt ebenso wirksam war, wie der 5-alpha-Reduktase-Hemmer Finasterid. Die in den Kürbissamen enthaltenen Phytosterole bremsen die Anheftung des Dihydrotestosterons an die Zell-Rezeptoren und machen es dadurch unwirksam. Sie können von der Wirkung der Kürbissamen profitieren, indem Sie täglich eine Handvoll Kürbiskerne kauen oder zu einem Fertigpräparat greifen. Mit selbstzubereiteten Tees aus den Heilkräutern, die entzündungshemmend wirken können Sie Ihre Behandlung wirkungsvoll unterstützen.

Zink hemmt die Prolaktin-Ausschüttung und kann dadurch ein weiteres Wachstum des Drüsengewebes bremsen. Die empfohlene Tagesdosis zu therapeutischen Zwecken liegt bei 30 – 50 mg, die Sie am besten mit einem Fertigpräparat aus der Apotheke zu sich nehmen. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Sie sind reichlich in fettem Fisch wie Makrelen und Lachs enthalten, aber auch in Leinöl. Essen Sie daher mindestens zweimal wöchentlich Fisch und bereiten Sie Ihr Salatdressing mit etwas Leinöl zu. Sie können auch eine Kur mit einem Fischöl-Präparat (Tagesdosis 500 – 1000 mg Omega-3-Fettsäuren) aus dem Drogeriemarkt machen.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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