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Prostata: Behandlungsmöglichkeiten der BPH

Bei einer milden Form der BPH ist im Allgemeinen keine Behandlung notwendig. Es reicht aus, die Situation unter Beobachtung zu halten und gegebenenfalls Ihren Lebensstil leicht zu verändern.

Wenn jedoch mäßige bis schwer wiegende Symptome Ihre täglichen Aktivitäten oder Ihren Schlaf empfindlich stören, könnte eine Behandlung sinnvoll sein. Schieben Sie den Gang zum Arzt nicht hinaus. Unbehandelt kann eine BPH zum irreversiblem Tonusverlust der Blasenmuskulatur führen. Dies wiederum erschwert die Behandlung von Blasenproblemen. Ihr Arzt hat folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Medikamente in Tablettenform – Zu den häufigsten Medikamenten, die für milde BPH-Symptome eingesetzt werden, gehören 3 zu der Gruppe der Alphablocker, von denen einige auch zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassen sind: Terazosin (Alna®), Doxazosin (Heitrin®) und Tamsulosin (Cardular®). Ihre Wirkung beruht darauf, die Muskeln der Prostata und des Blasenhalses zu entspannen und dadurch das Urinieren zu erleichtern.

Ein anderes Medikament, das für die Behandlung der BPH zugelassen ist, ist Finasterid (Propecia®). Es hemmt die Hormone, die das Prostatawachstum anregen.

Prostatasymptome können auch mit Pflanzenpräparaten behandelt werden. Am häufigsten werden Präparate aus Extrakten der Früchte von Sägepalmen (Sabal serrulata) verwendet. Die Ärzte der Mayo Clinic sind gegenüber diesen Präparaten kritisch eingestellt. Dennoch zeigen Vergleichsstudien mit Finasterid, dass beide gleich wirksam sein können und wenige oder keine Nebenwirkungen haben.

  • Operation – Wenn eine Behandlung mit Medikamenten versagt oder ein mäßiger bis schwerer Harnverhalt vorliegt, kann eine Operation nötig werden. Der häufigste Eingriff ist die transurethrale Resektion der Prostata (TURP). Dabei wird ein starres, schlauchartiges Instrument durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben, wo anschließend überschüssiges Gewebe abgetragen wird.

Bei einer anderen Operation, der so genannten transurethralen Inzision der Prostata (TUIP) wird ähnlich verfahren. Dabei werden 1 oder 2 kleine Schnitte in der Prostata vorgenommen, um die Öffnung für die Harnröhre zu vergrößern und damit das Urinieren zu erleichtern.

Die Behandlungsmöglichkeiten der BPH sind vielfältig
SymptomeBehandlungWirkungen
Leichtabwartendes VerhaltenVerursacht keine Nebenwirkungen oder Komplikationen. Die Symptome können jedoch zunehmend beeinträchtigen.
Mäßig bis schwer. Minimaler bis mäßiger HarnverhaltAlphablockerHelfen 3 von 4 Männern. Sie wirken rasch, können jedoch Benommenheit erzeugen. Langzeitwirkungen sind nicht bekannt.
FinasteridHat wenig Nebenwirkungen. Am wirksamsten bei stark vergrößerter Prostata. Langsamer Wirkungseintritt. Beeinflusst den PSA-Spiegel.
PflanzenpräparateEs gibt verschiedene Präparate, die für die Behandlung der Prostatavergrößerung auf dem Markt sind. Am häufigsten sind Extrakte von Früchten der Sägepalme (Sabal serrulata). Mehrere Studien haben die Wirkung dieser Extrakte mit der von Finasterid verglichen und festgestellt, dass beide ähnlich wirksam sind und nur wenige oder keine Nebenwirkungen haben.
Mäßig bis schwer. Mäßiger bis deutlicher Harnverhalt oder Versagen der medikamentösen TherapieTURP (transurethrale Resektion der Prostata)Diese am häufigsten praktizierte Operation ist wirkungsvoll und führt nach der Genesung zur deutlichen Besserung. Ein Krankenhausaufenthalt von 1 bis 3 Tagen ist notwendig. Das Risiko der Harninkontinenz oder der Impotenz ist gering. Sie kann eine retrograde Ejakulation verursachen, das heißt das Sperma wird rückwärts in die Blase transportiert.
TUIP (transurethrale Inzision der Prostata)Dies ist gewöhnlich ein ambulanter Eingriff, der weniger Nebenwirkungen hat als die TURP. Die Wahrscheinlichkeit einer retrograden Ejakulation ist gering. Sie ist weniger wirkungsvoll als die TURP und bei Männern mit stark vergrößerter Prostata weniger erfolgreich.
Offene ProstatektomieSie wird bei Männern mit sehr großer Prostata durchgeführt, die nicht mit TURP behandelt werden können. Für diese Operation muss ein Bauchschnitt angelegt werden. Gewöhnlich ist ein 3- bis 5-tägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.
Mikrowellen- und RadiowellentherapieSie sind im Allgemeinen erfolgreich und verursachen geringe Nebenwirkungen. Diese Eingriffe können ambulant durchgeführt werden. Der Therapieerfolg stellt sich erst nach einiger Zeit ein. Die Langzeitwirkungen sind unbekannt.
LasertherapieIn ausgewählten Fällen so wirksam wie eine TURP. Die neueren Laser haben minimale Nebenwirkungen. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Einige der älteren Formen der Lasertherapie benötigen häufig noch einen Katheter.
StentsSchnelles Ergebnis. Er wird vorwiegend eingesetzt, wenn ein Patient mit Harnverhalt zu krank ist, um sich einem anderen Eingriff zu unterziehen.

Eine chirurgische Prostataentfernung kann in Situationen erwogen werden, in denen die Prostata stark vergrößert ist oder nicht mittels TURP behandelt werden kann.

Diese so genannte Prostatektomie, für die ein Bauchschnitt notwendig wird, ist mit einem Krankenhausaufenthalt von einigen Tagen verbunden.

  • Minimal-invasive Techniken – Einige Verfahren benutzen Wärmeenergie, um überschüssiges Prostatagewebe zu zerstören. Sowohl die Therapie mit Mikro- als auch die mit Radiowellen bringen Wärme mittels eines durch die Harnröhre eingeführten Katheters oder anderen Instruments an den Zielort. Mit der Mikrowellentechnik wird Mikrowellenenergie freigesetzt, um das Prostatagewebe zu erhitzen und zu zerstören.

Bei der Radiowellenmethode werden Radiowellen durch winzige Nadeln ausgesendet, die in die Prostata eingeführt werden. Auch durch diese Methode wird überschüssiges Prostatagewebe zerstört.

Eine weitere Technik, die Wärme benutzt, ist die Lasertherapie. Dabei wird das Prostatagewebe mit Laserenergie zerstört. Darüber hinaus kann in bestimmten Situationen, zum Beispiel wenn Sie zu krank für eine Operation sind, eine kleine Metallspirale in die Harnröhre eingeführt werden, um diese offen zu halten (so genannter Prostata-Stent).

Auch die Kryotherapie, bei der das Prostatagewebe vereist wird, war in der Vergangenheit recht verbreitet. Studien haben gezeigt, dass sie nicht so wirksam wie eine Operation oder andere Techniken ist. Daher wird die Kryotherapie kaum noch angewandt.

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