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Prostata: Behandlung einer Vergrößerung

Eine vergrößerte Prostata kommt bei Männern häufig vor. Eine Benigne Prostatahyperplasie (BPH) betrifft 50 Prozent der Männer zwischen 60 und 70 Jahren und fast 80 Prozent der über 80-Jährigen. Die im Alter zunehmend vergrößerte Prostata führt zu einer verengten Harnröhre und dadurch erschwertes Harnlassen.

Zu den Symptomen einer BPH gehören unter anderem häufiges nächtliches Urinieren, ein schwacher und manchmal unterbrochener Urinstrahl sowie das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können. Die Behandlung einer vergrößerten Prostata richtet sich nach den Ergebnissen der Untersuchungen und der Dringlichkeit Ihrer Probleme. Wenn Ihre Symptome eher schwach und nicht zu störend auftreten, empfiehlt Ihr Arzt ein wachsames Abwarten.

Verschiedene Therapiemöglichkeiten

In Abständen untersucht Ihr Arzt den Zustand neu (vor allem in Bezug auf den Restharn), um eine Veränderung festzustellen. Mit Medikamenten bekommt man schwache bis mäßige Symptome häufig in den Griff. Zu den Wirkstoffgruppen gehören Alphablocker (entspannen die Muskeln am Blasenhals), Finasterid oder Dutasterid (schrumpfen die Prostata) oder eine Kombination dieser Medikamente. Ärzte wenden eine Reihe von minimal-invasiven Therapien an. Auf diese Weise reduzieren sie die Drüsengröße und behandeln damit verbundene Zustände, die zu den Problemen beim Wasserlassen beitragen. Diese Verfahren konzentrieren sich auf die Vergrößerung der Harnröhre, sodass das Urinieren leichter fällt.

Operative Eingriffe bleiben typischerweise schweren Problemen vorbehalten. Ihre Entscheidung für eine bestimmte Behandlung hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Schwere der Symptome, die Größe Ihrer Prostata, Ihr Alter, Gesundheit, sexuelle Aktivität und eine Vorteile-versus-Risiko-Abschätzung einer bestimmten Therapieform.

Abwägen der Optionen

Auch nach einer Behandlung verschlimmert sich unter Umständen der Zustand mit der Zeit. Die medikamentöse Behandlung wirkt nicht immer. Eine langfristige unwirksame Behandlung führt zu denselben Komplikationen wie eine Unterlassung jeglicher Behandlung, beispielsweise Blasen- und Nierenschäden. Eine Operation kann schließlich nötig sein.

Besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt, um die beste Behandlung zu finden. Es ist wichtig, Ihren Zustand regelmäßig zu überprüfen, damit man die Behandlung eventuell anpassen kann. Jedoch empfiehlt es sich nicht, die Symptome zu tolerieren, da sie sich unter Umständen mit der Zeit verschlimmern und bleibende Schäden hinterlassen.

Kombinationstherapie bei vergrößerter Prostata

Nach den Ergebnissen einer vom National Institute of Health in den USA veröffentlichten klinischen Studie wirkt die Kombination von zwei Medikamenten zur Behandlung der BPH besser als die Verabreichung jedes einzelnen Präparats. In der Studie untersuchten die Forscher 3.000 Männer älter als 50 Jahre, bei denen eine BPH vorlag. Bei den in der Studie eingesetzten Präparaten handelt es sich um Finasterid (Proscar®, Propecia®) und den Alphablocker Doxazosin (Cardular®). Finasterid hemmt die Hormone, die das Prostata-Wachstum anregen. Alphablocker wie Doxazosin und Tamsulosin (Alnas®, Omnic®) entspannen die Muskeln in der Prostata und des Blasenhalses. Sie tragen so dazu bei, das Urinieren zu erleichtern.

Die Teilnehmer der Studie unterteilte man in vier Gruppen. Eine Gruppe nahm Finasterid, eine andere nahm Doxazosin, der dritten Gruppe verabreichte man beide Medikamente, während die vierte Gruppe ein Placebo schluckte. Bei den Männer, die sowohl Finasterid als auch Doxazosin einnahmen, gingen die Symptome der BPH über den längsten Zeitraum zurück. Das Risiko eines Fortschreitens der BPH sank um 67 Prozent. Die Männer, die lediglich Finasterid einnahmen, wiesen ein um 34 Prozent reduziertes Risiko auf. Bei der Doxazosin-Gruppe reduzierte sich das Risiko um 39 Prozent. Wenn Sie mit den Ergebnissen Ihrer derzeitigen BPH-Behandlung nicht zufrieden sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Unter Umständen kommt eine Kombination von beiden BPH-Medikamenten für Sie in Frage.

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