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Wie die Prostata Ihr Sexualleben beeinflusst

Prostata-Operation gleich Impotenz: Dieser Zusammenhang hält sich leider immer noch in vielen Männerköpfen. Aber eine Operation heißt nicht, dass es mit Ihrem Sexualleben vorbei ist – allerdings kann die Prostata in ihrer Funktion eingeschränkt werden.

Die Prostata trägt dazu bei, dass die Samenflüssigkeit überhaupt erst flüssig wird. Sie liefert den größten Anteil des Ejakulats. Es ist aber nicht einfach nur eine Flüssigkeit, die von der Prostata abgesondert wird. Vielmehr ist es eine Nährlösung. Alles, was die Samenzellen brauchen, um sich zu versorgen, ist enthalten: Fruchtzucker als Nahrung, Wasser für die Fortbewegung und Säure – nur mit dieser werden die Spermien aus der so genannten Hodenstarre erweckt. Darüber hinaus finden sich in der Flüssigkeit auch Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Magnesium. Nur wenn all diese Stoffe von der Prostata in ausreichendem Verhältnis zusammengestellt worden sind, ist auch die Fruchtbarkeit des Mannes gegeben.

Nur kastaniengroß – aber wichtig für jede Ejakulation

Anatomisch gesehen lässt sich die Prostata am besten mit einer Kastanie vergleichen. Sie hat nicht nur dieselbe Größe, sondern auch eine ähnliche Form. Sie liegt direkt unter der Harnblase, unten wird sie von der Beckenbodenmuskulatur gehalten. Hinten grenzt sie an den Mastdarm. Der Begriff „Vorsteherdrüse“, der gleichbedeutend mit Prostata verwendet wird, ist eigentlich falsch gewählt. Es handelt sich nicht um eine einzige Drüse. Vielmehr besteht die Prostata aus rund 40 Einzeldrüsen. Diese werden aus Stützzellen des Bindegewebes gebildet, den so genannten Stromazellen. Zwischen ihnen liegen dann die Drüsenzellen. Jede einzelne Drüse ist umgeben von einer Kapsel aus Bindegewebe und liegt in einem Muskelkörper. Wenn Sie eine Ejakulation haben, wird der Inhalt der Drüsen, das Sekret, in die Ausführungsgänge gepresst. Diese münden über den Spritzkanal in die Harnröhre, die mitten durch die Prostata verläuft. Die bei dieser Entleerung entstehenden, rhythmischen Kontraktionen tragen übrigens stark zum männlichen Orgasmus bei.

Häufiger Sex bietet keinen Schutz vor Prostatakrebs

Dennoch hat die Prostata nichts mit der Erektion oder Potenz an sich zu tun. Dafür sind feine Nervenbündel verantwortlich, die hinter der Prostata liegen. Genauso wenig kann Sie häufiger Sex vor Prostatabeschwerden schützen. Auch wenn man diese Behauptung immer noch hört: Es ist nichts dran. Zwar gibt es Untersuchungen, aus denen man herauslesen könnte, das Männer, die früh Sexualverkehr hatten, seltener Prostatakrebs bekommen. Wir Mediziner wissen aber nicht, ob da wirklich ein Zusammenhang besteht. Es ist auch bis heute noch nicht bewiesen, dass viel Geschlechtsverkehr vor einer gutartigen Prostatavergrößerung oder vor Krebs schützt.

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