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Prostata-Vergrößerung: Neue Therapiemethoden aus der Mayo Clinic machen Hoffnung

von unseren Experten vom Mayo Clinic Gesundheits-Brief, dem Dienst, der Ihnen verlässliche Informationen für Ihre Gesundheit liefert

Ihr Arzt teilt Ihnen mit, dass Ihre vergrößerte Prostata nicht gut auf die Medikamente angesprochen hat. Sie können das bestätigen, weil Sie nachts genauso häufig die Toilette aufsuchen müssen wie vor der Behandlung. Wenn die Medikamente also nicht zur Behandlung Ihrer vergrößerten Prostata – der benignen (= gutartigen) Prostata-Hyperplasie (BPH) – ausreichen, können andere Optionen wie minimal invasive Therapien oder Operationen in Betracht gezogen werden.

Im Allgemeinen gilt die Operation als wirksamste Methode, um die Symptome einer BPH zu lindern, aber Fortschritte in der Lasertherapie ermöglichen schnellere Wundheilung und weniger Nebenwirkungen. Die Prostata oder Vorsteherdrüse gehört zum Fortpflanzungsapparat des Mannes. Sie befindet sich unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre, über die die Blase entleert wird. Die Prostata sondert eine Flüssigkeit ab, in der Spermien (Samenzellen) ernährt und transportiert werden. Normalerweise ist die Drüse etwa walnussgroß. Häufig vergrößert sie sich jedoch mit dem Alter und verengt dabei die Harnröhre. Dadurch kann das Wasserlassen erschwert werden.

Eine Routineoperation

Die operative Behandlung der BPH bedeutet meist eine so genannte Transurethrale Resektion der Prostata (TURP). Bei diesem Standardeingriff wird ein schmales Gerät, ein Resektoskop, über die Harnröhre bis zur Vorsteherdrüse vorgeschoben. Überschüssiges Drüsengewebe wird durch Präzisionswerkzeuge abgetragen, die sich im Resektoskop befinden. Durchgeführt wird TURP unter Vollnarkose oder Rückenmarksanästhesie, wobei Sie von der Hüfte abwärts schmerzunempfindlich sind. Gewöhnlich ist damit ein Krankenhausaufenthalt von 1 bis 3 Tagen verbunden. Nach der Operation wird ein kleiner Schlauch (Blasenkatheter) durch die Harnröhre eingeführt, der einige Tage zum Entleeren der Blase notwendig ist.

Häufig verschwinden die Symptome einer BPH innerhalb einiger Wochen nach der Operation. TURP ist allerdings häufig mit Blutungen und Beschwerden verbunden. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass Männer nach einer solchen Operation retrograde Ejakulationen haben, das heißt, dass sich während eines Orgasmus die Samenflüssigkeit in die Blase ergießt, statt über den Penis nach außen. In einigen Fällen kann TURP auch zu Impotenz und vorüber gehendem Verlust der Blasenkontrolle (Inkontinenz) führen).

Wann weniger mehr ist

Minimal invasive Therapien sind Alternativen zur Operation. Diese Verfahren zerstören Prostatagewebe mithilfe von Hitze, die auf verschiedene Weise erzeugt wird: Mikrowellen, Radiowellen, elektrischer Strom oder Niedrigenergie-Laser. Die meisten dieser Verfahren werden ambulant angewendet und verursachen weniger Nebenwirkungen als eine Operation. Trotzdem ist die Linderung der BPH-Symptome nicht so vollständig und erfolgt langsamer als nach einer Operation. Außerdem gibt es noch keine Aussagen zu Langzeitergebnissen, da diese Methoden relativ neu sind. Im Fall der Laser sind in den letzten 10 Jahren minimal invasive Verfahren entwickelt worden, um eine vergrößerte Prostata zu behandeln. Diese lasergestützten Verfahren waren unter-schiedlich erfolgreich.

Obwohl alle Laser bei der BPH-Therapie Lichtenergie nutzen, um Wärme zu erzeugen, unterscheiden sie sich in ihrer Wellenlänge und in der Energieübertragung ins Gewebe. Ein Nachteil der frühen Laserverfahren war, dass man über längere Zeit nach der Behandlung einen Blasenkatheter tragen musste und dass noch Wochen nach Entfernung desselben ein Brennen der Harnröhre auftreten konnte. Der Katheter ist notwendig, weil das Prostatagewebe anschwillt und zerstörte Prostatabestandteile abgestoßen werden.

Neues Laserverfahren aus der Mayo Clinic

Neuere Hochenergie-Laser vermeiden das verlängerte Tragen eines Katheters, indem überschüssiges Drüsengewebe entweder abgetrennt oder verdampft wird. Im Ergebnis bleibt kein totes Gewebe, das nachträglich abgestoßen wird. Ein Urologe der Mayo Clinic hat als erster den Weg mit den neuen Lasern beschritten. Das Verfahren nennt sich Photoselektive Verdampfung der Prostata (PVP). Dabei verwendet der Arzt einen hoch energetischen Kalium-Titanyl-Phosphat (KTP)-Laser. Der KTP-Laser wurde von der amerikanischen Gesundheitsbehörde (Food and Drug Administration, FDA) zugelassen.

PVP ist im Wesentlichen eine transurethrale Verdampfung von Prostatagewebe. Dabei kommt ein schmaleres Instrument (Zystoskop) als bei TURP zum Einsatz, um die Prostata über die Harnröhre zu erreichen. Der Hochenergie-Laser wird durch das Zystoskop an die Drüse herangeführt und verdampft dort das Gewebe. Dieses Verfahren wird meist ambulant angewendet. Es erfordert eine Rückenmarksanästhesie, Vollnarkose oder örtliche Betäubung der Prostata Verbindung mit einer intravenösen Sedierung (= Ruhigstellung).

PVP war bislang erfolgreich bei verschiedenen Vergrößerungen der Prostata. In vielen Situationen können relativ große Drüsen, die normalerweise vollständig entfernt werden müssen, mit einer PVP behandelt werden. Nebenwirkungen der PVP wie Schwellungen sind meist vernachlässigbar. Einige Männer spüren ein leichtes Brennen, und manchmal kann eine geringgradige Blutung auftreten. Durch die PVP kann das Wasserlassen gewöhnlich sofort wieder gebessert werden. In gut kontrollierten Studien gehen nur 30 % bis 50 % der PVP-Patienten mit einem Katheter nach Hause – und selbst bei diesen wird der Katheter gewöhnlich innerhalb von 24 Stunden wieder entfernt.

Eine Ausnahme bilden die Männer, die auf Grund einer langfristigen Blasenverengung (Obstruktion) durch die BPH ihren Blasenschließmuskel erst wieder trainieren müssen. Männer, die sich einer PVP unterziehen, können nach 2 bis 3 Tagen wieder arbeiten gehen – also viel früher als TURP-Patienten. Bislang gibt es keine Berichte über PVP-bedingte Impotenz oder Inkontinenz, und die Rate einer retrograden Ejakulation scheint bei der PVP niedriger zu sein als bei TURP.

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