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Prostata: Benigne Prostatahyperplasie

Mit zunehmendem Alter entwickeln viele Männer eine gutartig vergrößerte Prostata: eine benigne Prostatahyperplasie (BPH). Eine vergrößerte Vorsteherdrüse stellt kein gesundheitliches Problem dar, solange das Wachstum nicht Ihre Harnröhre verengt und Probleme mit dem Wasserlassen verursacht. Wenn Ihr Arzt eine BPH nach einer Untersuchung vermutet, bestätigen zusätzliche Tests die Diagnose und bestimmen die Schwere der Erkrankung.

Die Behandlungsoptionen für eine BPH variieren. Bestimmte Faktoren wie die Schwere der Probleme beim Urinieren, das Ausmaß der Drüsenvergrößerung, Alter und Gesundheitszustand sowie Sorgen um mögliche Probleme wie Ejakulation oder Impotenz beeinflussen die Entscheidung, welche Behandlung sich für Sie am besten eignet. Zu den Therapieoptionen gehören:

Kontrolliertes Zuwarten (watchful waiting)

Wenn Sie nur geringe Probleme mit dem Wasserlassen verspüren, sieht Ihr Arzt unter Umständen keinen Behandlungsbedarf. Bei vielen Männern mit leichter BPH bleiben die Symptome gleich oder sie verstärken sich langsam. Einige einfache Gewohnheitsänderungen verringern die Symptome.

Dennoch ist es wichtig, Ihre Prostata weiterhin aufmerksam zu beobachten. Eine lang anhaltende Blasenabflussstörung aufgrund einer BPH verursacht oder verschleiert einen potentiell unwiderruflichen Schwund der Blasenmuskulatur. Blaseninfektionen und Nierenschäden resultieren unter Umständen ebenfalls daraus.

Orale Medikamente

Dabei handelt es sich um die häufigste Art, um leichte bis mittlere Probleme beim Urinieren im Zusammenhang mit einer BPH in den Griff zu bekommen. Ihr Arzt verschreibt Medikamente aus der Gruppe der Alphablocker. Zwei andere Wirkstoffe, Finasterid (Proscar®) und Dutasterid (Avodart®, siehe letzter Absatz), kommen ebenfalls zum Einsatz.

Im Laufe der Zeit führen diese Medikamente zu einer Schrumpfung der vergrößerten Prostata. Vor kurzem zeigte eine Studie, dass die Einnahme des AlphablockersDoxazosin in Kombination mit Finasterid für eine bessere, langfristige Symptomlinderung und ein geringeres BPH-Wachstum sorgte.

Minimal-invasive Eingriffe

Verschiedene Therapien verwenden Wärmeenergie einschließlich Mikro- und Radiowellen, um Prostata-Gewebe zu zerstören. Die meisten dieser Verfahren bringen die Hitze über einen Katheter oder Instrument in die Vorsteherdrüse, das man durch die Harnröhre einführt.

In vielen Fällen nimmt man diese Eingriffe ambulant vor. Sie verursachen weniger Nebenwirkungen als eine Operation. Die Symptome verschwinden dafür nicht so schnell und so vollständig wie bei einer herkömmlichen Operation.

Lasertherapie

Neuere Laserverfahren eliminieren oder verringern viele potentielle Nachteile bisheriger Lasermethoden wie schleppende Symptomlinderung und langer Gebrauch eines Blasenkatheters. Das am häufigsten eingesetzte Verfahren ist diephotoselektive Vaporisation (Verdampfung) der Prostata (PVP), das überwiegend die Ärzte der Mayo Clinic entwickelten. Eine weniger verbreitete neue Methode ist die Holmium-Laser-Ablation (HoLAP).

Diese Laserverfahren verdampfen oder schneiden Gewebe heraus. Bislang vereinen sie die Vorteile der minimal-invasiven Therapie mit minimalem Katheterbedarf. Sie führen häufig zur sofortigen Verbesserung des Harnflusses. Trotzdem dauert es einige Monate, bis die maximale Verbesserung des Harnflusses erreicht ist, welche diese Verfahren bieten. Eine Fünf-Jahres-Studie mit 84 Patienten, die sich einer PVP unterzogen, zeigte eine durchgehende Wirksamkeit bei gleichzeitig minimalen Nebenwirkungen.

Operation

Medikamente und minimal-invasive Verfahren verdrängten die Operationen teilweise. Dennoch bleibt der chirurgische Eingriff eine wirksame Behandlungsmethode, die meist Patienten mit schwereren BPH-Problemen vorbehalten bleibt. Bei der häufigsten operativen Behandlung der BPH, der Transurethralen Resektion der Prostata (TURP), schiebt der Arzt ein dünnes Gerät (Resektoskop) durch die Harnröhre bis zur Prostata vor. Überschüssiges Drüsengewebe entfernt er mithilfe dieses Instruments. Die TURP findet unter Narkose oder in Spinalanästhesie statt, die Sie von der Hüfte abwärts schmerzfrei macht. Obwohl die TURP innerhalb einiger Wochen zu einer deutlichen Linderung der Symptome führt, sind Sie wahrscheinlich einige Tage lang auf einen Blasenkatheter angewiesen und finden Blut im Urin.

In seltenen Fällen verursacht die TURP Impotenz oder Harninkontinenz, wobei die Inkontinenz in der Regel vorübergehend auftritt. Die Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP) bezeichnet ein chirurgisches Verfahren, bei dem man ein bis zwei kleine Einschnitte in die Drüse macht. Die Einschnitte vergrößern die Öffnung der Harnröhre, was das Wasserlassen erleichtert. Dieses Verfahren verursacht weniger Nebenwirkungen als andere operative Eingriffe bei BPH und erfordert gewöhnlich keinen Krankenhausaufenthalt. Die Wirksamkeit ist jedoch geringer und eine Wiederholung des Eingriffs vielleicht nötig.

Weitere Operationstechniken

Eine offene Operation, bei der man das Organ ganz oder teilweise entfernt, ist angebracht, wenn Sie Blasenprobleme oder eine übermäßig große Prostata haben oder wenn Komplikationen wie Blasensteine vorliegen. Bei den offenen Verfahren macht der Urologe einen Einschnitt im Unterbauch, um an das Organ heranzukommen. In Bezug auf die Linderung der BPH-Symptome ist dieoffene Operation wirksam. Das Risiko für Nebenwirkungen, die denen der TURP ähneln, ist größer und ein kurzer Krankenhausaufenthalt normalerweise notwendig.

Für Männer mit Harnverhalt, die aber so krank sind, dass sie noch nicht einmal minimal-invasive Eingriffe tolerieren, kann ein kleines Metallgeflecht (Stent) in die Harnröhre eingesetzt werden, das beim Wasserlassen hilft. Stents arbeiten nicht immer zuverlässig und rufen unter Umständen Komplikationen hervor. In einigen Fällen stellen sie eine Alternative zum Blasenkatheter dar.

Neues Medikament gegen vergrößerte Prostata

Männer mit einer diagnostizierten benignen Prostata-Hyperplasie greifen jetzt auf ein neues Medikament zurück, um die Prostata wieder zu verkleinern. Wie der Wirkstoff Finasterid (Proscar®) ist die neue Substanz Dutasterid (Avodart®) ein 5-alpha-Reduktase-Hemmer. Während Finasterid nur eine von zwei 5-alpha-Reduktasen blockiert, die zu einer vergrößerten Prostata führen, hemmt Dutasterid beide Enzyme.

Wie einige größere Studien zeigen, verbessert Dutasterid die Symptome einer BPH, inklusive Harnverhalt und Prostatagröße. Es trägt dazu bei, die Notwendigkeit von Operationen zu reduzieren. Noch gibt es aber keine Vergleichsstudie zwischen Finasterid und Dutasterid, sodass nicht feststeht, ob eine der beiden Substanzen wirksamer als die andere ist. Urologen der Mayo Clinic begrüßen einen zweiten 5-alpha-Reduktase-Hemmer zur Behandlung der BPH, besonders seit neue Kombinationstherapien so vielversprechend sind. Sie berufen sich auf neue klinische Studien des National Institute of Health, in der die Kombination eines 5-alpha-Reduktase-Hemmers mit einem Alphablocker wie Doxazosin oder Tamsulosin (z. B. Omnic®) das Fortschreiten der BPH effektiver verhindern als dies die alleinige Gabe eines der beiden Substanzen vermochte.

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