Prostata: Benigne Prostatahyperplasie
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Mit zunehmendem Alter entwickeln viele Männer eine gutartig vergrößerte Prostata: eine so genannte benigne Prostatahyperplasie (BPH). Eine vergrößerte Vorsteherdrüse stellt kein gesundheitliches Problem dar, solange das Wachstum nicht Ihre Harnröhre verengt und Probleme mit dem Wasserlassen verursacht.
Wenn Ihr Arzt eine BPH nach einer Untersuchung vermutet, können zusätzliche Tests die Diagnose bestätigen und die Schwere der Erkrankung bestimmen.
Die Behandlungsoptionen für eine BPH können variieren. Bestimmte Faktoren – wie die Schwere der Probleme beim Urinieren, das Ausmaß der Drüsenvergrößerung, Alter und Gesundheitszustand sowie Sorgen um mögliche Probleme wie Ejakulation oder Impotenz – können die Entscheidung beeinflussen, welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist. Zu den Therapieoptionen gehören:
Kontrolliertes Zuwarten (watchful waiting) – Wenn Sie nur geringe Probleme mit dem Wasserlassen haben, sieht Ihr Arzt vielleicht keinen Behandlungsbedarf. Bei vielen Männern mit leichter BPH können die Symptome gleich bleiben oder sie verstärken sich nur langsam. Einige einfache Gewohnheitsänderungen können die Symptome verringern.
Dennoch ist es wichtig, Ihre Prostata weiterhin aufmerksam zu beobachten. Eine lang anhaltende Blasenabflußstörung auf Grund einer BPH kann einen potenziell unwiderruflichen Schwund der Blasenmuskulatur verursachen oder verschleiern. Blaseninfektionen und Nierenschäden können ebenfalls daraus resultieren.
Orale Medikamente – Das ist die häufigste Art, um leichte bis mittlere Probleme beim Urinieren im Zusammenhang mit einer BPH in den Griff zu bekommen. Ihr Arzt kann Medikamente aus der Gruppe der Alphablocker verschreiben. 2 andere Wirkstoffe – Finasterid (Proscar®) und Dutasterid (Avodart®) – kommen ebenfalls zum Einsatz (siehe auch Ausgabe September 2003 „Neues Medikament gegen vergrößerte Prostata“). Im Laufe der Zeit können diese Medikamente zu einer Schrumpfung der vergrößerten Prostata führen.
Vor kurzem zeigte eine Studie, dass die Einnahme des Alpha-Blockers Doxazosin in Kombination mit Finasterid für eine bessere, langfristige Symptomlinderung und ein geringeres BPH-Wachstum sorgte.
Minimal-invasive Eingriffe – Verschiedene Therapien verwenden Wärmeenergie einschließlich Mikro- und Radiowellen, um Prostata-Gewebe zu zerstören. Die meisten dieser Verfahren bringen die Hitze über einen Katheter oder Instrument in die Vorsteherdrüse, das durch die Harnröhre eingeführt wird. Oft werden diese Eingriffe ambulant vorgenommen und verursachen weniger Nebenwirkungen als eine Operation. Die Symptome verschwinden dafür nicht so schnell und so vollständig wie bei einer herkömmlichen Operation.
Lasertherapie – Neuere Laserverfahren eliminieren oder verringern viele potenzielle Nachteile bisheriger Lasermethoden wie schleppende Symptomlinderung und langer Gebrauch eines Blasenkatheters. Das am häufigsten eingesetzte Verfahren ist die photoselektive Vaporisation (Verdampfung) der Prostata (PVP), das überwiegend von Ärzten der Mayo Clinic entwickelt wurde. Eine weniger verbreitete neue Methode ist die so genannte Holmium-Laser-Ablation (HoLAP).
Diese Laserverfahren verdampfen oder schneiden Gewebe heraus (siehe Ausgabe Januar 2004 „Vergrößerte Prostata“). Bislang vereinen sie die Vorteile der minimal-invasiven Therapie mit minimalem Katheterbedarf, und führen häufig zur sofortigen Verbesserung des Harnflusses. Trotzdem kann es einige Monate dauern, bis die maximale Verbesserung des Harnflusses erreicht ist, welche diese Verfahren bieten. Eine 5-Jahres-Studie mit 84 Patienten, die sich einer PVP unterzogen haben, zeigte eine durchgehende Wirksamkeit bei gleichzeitig minimalen Nebenwirkungen.
Operation – Medikamente und minimal-invasive Verfahren haben die Operationen teilweise verdrängt. Dennoch bleibt der chirurgische Eingriff eine sehr wirksame Behandlungsmethode, die aber meist Patienten mit schwereren BPH-Problemen vorbehalten bleibt.
Bei der häufigsten operativen Behandlung der BPH – der Transurethralen Resektion der Prostata (TURP) – wird ein dünnes Gerät (Resektoskop) durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben. Überschüssiges Drüsengewebe wird mithilfe dieses Instruments entfernt.
Die TURP wird unter Narkose oder in Spinalanästhesie durchgeführt, die Sie von der Hüfte abwärts schmerzfrei macht. Obwohl die TURP innerhalb einiger Wochen zu einer deutlichen Linderung der Symptome führt, werden Sie wahrscheinlich einige Tage lang auf einen Blasenkatheter angewiesen sein und etwas Blut im Urin haben. In seltenen Fällen kann die TURP Impotenz oder Harninkontinenz verursachen, wobei die Inkontinenz meist nur vorübergehend auftritt.
Die Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP) ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem 1 bis 2 kleine Einschnitte in die Drüse gemacht werden. Die Einschnitte vergrößern die Öffnung der Harnröhre, sodass das Wasserlassen leichter wird. Dieses Verfahren verursacht weniger Nebenwirkungen als andere operative Eingriffe bei BPH und erfordert gewöhnlich keinen Krankenhausaufenthalt, aber die Wirksamkeit ist geringer und eine Wiederholung des Eingriffs vielleicht nötig.
Eine offene Operation, bei der das Organ ganz oder teilweise entfernt wird, kann angebracht sein, wenn Sie Blasenprobleme oder eine übermäßig große Prostata haben, oder Komplikationen wie Blasensteine vorliegen. Bei den offenen Verfahren macht der Urologe einen Einschnitt im Unterbauch, um an das Organ heranzukommen. In Bezug auf die Linderung der BPH-Symptome ist die offene Operation sehr wirksam. Aber das Risiko für Nebenwirkungen – die denen der TURP ähneln – ist größer und ein kurzer Krankenhausaufenthalt normalerweise notwendig.
Für Männer mit Harnverhalt, die aber so krank sind, dass sie noch nicht einmal minimal-invasive Eingriffe tolerieren, kann ein kleines Metallgeflecht (Stent) in die Harnröhre eingesetzt werden, das beim Wasserlassen hilft. Stents arbeiten nicht immer zuverlässig und können Komplikationen hervorrufen, aber in einigen Fällen stellen sie eine Alternative zum Blasenkatheter dar.