MenüMenü

Gutartige Prostatavergrößerung: Probleme beim Wasserlassen können Sie auf eine Erkrankung hinweisen

von Dr. Michael Spitzbart, Chefredakteur von „Dr. Spitzbart’s Gesundheits-Praxis“, Ihrem unabhängiger Gesundheitsberater für bewusste Ernährung, mentale Stärke und körperliche Fitness

Mit 45 Jahren beginnt das Alter, in dem die Prostata noch einmal anfängt zu wachsen. Aber keine Angst: Eine vergrößerte Prostata hat nichts mit dem Prostatakrebs zu tun. Prostatakrebs entwickelt sich außen, eine Vergrößerung der Prostata entsteht im Inneren der Drüse. Dadurch, dass dieser Bereich nahe an der Harnröhre liegt, kommt es bei einer Prostatavergrößerung auch so oft zu einer Verengung der Harnröhre. Kennzeichnend für die Vergrößerung der Prostata sind daher oft Probleme beim Wasser lassen.

Gutartige Prostatavergrößerung: Ihr Hormonhaushalt kann daran schuld sein

Warum sich die Prostata bei fast allen Männern im Alter vergrößert, ist heute immer noch nicht wirklich erforscht. Wissenschaftler sind aber der Meinung, dass der Hormonhaushalt des Mannes, der sich im Alter verändert, eine Rolle spielt. Speziell die Sonderform des Testosterons, das in der Prostata gebildet wird, steht im Verdacht, die Vergrößerung zu verursachen. Es kann aber auch sein, dass der Stoffwechsel der Drüse durch bestimmte Wachstumsfaktoren beeinflusst wird und es dadurch zur vergrößerten Prostata kommt.

An diesen Symptomen erkennen Sie eine gutartige Prostatavergrößerung

Es kann sein, dass Sie überhaupt nichts von Ihrer vergrößerten Prostata mitbekommen. Meist aber engt das Wachstum die Harnröhre ein. Dadurch treten Symptome auf, die wir Mediziner in drei Stadien unterteilen:

Anfangsstadium. Durch die Verengung der Harnröhre kommt es zu Problemen beim Wasser lassen. Diese können ganz verschiedener Natur sein:

  • Starker Harndrang,
  • Unfreiwilliges Wasser lassen,
  • Nachtropfen von Harn,
  • Schwacher Harnstrahl,
  • die Blase leert sich nur nach mehreren Versuchen komplett
  • Ständiges Urinieren, manchmal innerhalb von Minuten, auch nachts.
  • Der Drang zum Entleeren ist da, beim Wasser lassen selbst dauert es aber, bis der Harn fließt.
  • Die Harnblase kann nur entleert werden, wenn Sie die Bauchmuskeln zu Hilfe nehmen, also „drücken“ oder „krampfen“.

Fortgeschrittenes Stadium. Sie können Ihre Blase nicht mehr komplett entleeren – die Menge Urin, die zurückbleibt, kann mehrere 100 ml betragen. Dieser Resturin führt dann zu ständigem Harndrang oder Blasen-Völlegefühl. Hinzu kommt, dass es Krankheitskeimen durch den ständigen Urin in der Blase sehr leicht gemacht wird, diese zu befallen. Es kommt zu häufigen Harnwegsinfekten, die sich sogar durch Schüttelfrost und Fieber sowie starke Schmerzen beim Wasser lassen bemerkbar machen können. Spätestens dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Endstadium: Verengt die Prostata den Harnleiter immer weiter, kommt es zum Urinstau, dem so genannten Harnverhalten. Er verhindert, dass Sie Wasser lassen können und fördert eine schmerzhafte Blasen-Ausdehnung. Dieser Urinstau kann sich bis in die Nieren fortsetzen und hier zu bleibenden Schäden führen, in schweren Fällen sogar bis hin zum Nierenversagen. Es ist nicht gesagt, dass bei Ihnen all diese Symptome auftreten, wenn sich Ihre Prostata vergrößert. Zudem kann der Übergang zwischen den Krankheitsstadien fließend sein. Oft passiert es auch, dass Männer mit einer vergrößerten Prostata lange Zeit im ersten Stadium bleiben oder aber die Krankheitsanzeichen des Anfangsstadiums plötzlich wieder verschwinden.

Gutartige Prostatavergrößerung: Wann Sie operiert werden müssen

Eine Operation muss in dem Moment sein, wenn sich Restharn in Ihrer Blase sammelt oder aber Sie unter Harnverhalten leiden. Es gibt aber noch weitere Hinweise, dass Sie sich unbedingt operieren lassen sollten. Auch bei

  • Blut im Urin
  • Harnblasensteinen
  • Häufigen Infekten der Harnwege oder
  • Nierenschäden

müssen Sie sich operieren lassen. Dabei wird das Gewebe, das vergrößert ist, entfernt. Es gibt ein Standartverfahren, bei dem durch die Harnröhre operiert wird. Das Drüsengewebe wird dabei abgeschält. Die Operationsmethode ist auch dazu geeignet, Steine in der Blase zu entfernen. Das funktioniert aber nur bis zu einer bestimmten Größe der Prostata. Ist die Drüse zu stark vergrößert, muss durch die Bauchdecke operiert werden – die Ergebnisse sind bei beiden Operationen die gleichen.

Ein Katheder als Alternative zur Operation

Ist bei Ihnen eine Operation nicht möglich, weil Ihr Allgemeinzustand zu schlecht ist, bieten sich als Alternative ein Dauerkatheter oder ein Blasenkatheter an. Der Dauerkatheter wird an der Harnröhre platziert, der Blasenkatheter in der Harnblase. Letzterer verringert deutlich das Risiko von Harnwegsinfektionen. Allerdings muss er spätestens alle vier Wochen gewechselt werden. Sie sollten daher mit Ihrem Arzt beraten, welche der beiden Lösungen für Sie die bessere ist. Dies bedeutet natürlich einen gewissen Aufwand, der manchen Menschen unangenehm ist. Vielleicht sind Sie auch körperlich einfach nicht in der Lage, den Katheder ständig zu wechseln?

Bei Prostata-Erkrankungen ist Alkohol tabu

Leider ist es, zumindest nach unserem heutigen Wissen, nicht möglich, einer gutartigen Prostatavergrößerung vorzubeugen. Leiden Sie aber unter einer Prostatavergrößerung und wird diese bei Ihnen behandelt, sollten Sie auf jeden Fall alkoholische Getränke meiden. Denn die meisten Medikamente gegen eine gutartige Prostatavergrößerung vertragen sich nicht mit alkoholischen Getränken. Stattdessen empfehle ich Ihnen Getränke, die den Urin anregen, aber gesund sind. Dazu gehören zum Beispiel Früchtetees (am besten ungesüßt) oder aber Mineralwasser. Auch kalte Getränke sind nicht zu empfehlen. Zudem sollten Sie sich so selten wie möglich im Kalten aufhalten, um Blasenentzündungen zu vermeiden. So sollten Sie sich zum Beispiel nicht auf kalte Bänke oder Steine setzen. Achten Sie darüber hinaus darauf, dass Sie sich regelmäßig bewegen und auch, wenn es mit unangenehmen Beschwerden verbunden ist, dass Sie regelmäßig Ihre Blase entleeren.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten