MenüMenü

Prostatavergrößerung: Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Inhaltsverzeichnis:

  1. Verschiedene Erkrankungen der Prostata
  2. Die Hälfte aller 60-Jährigen hat Prostataprobleme
  3. Ursachenforschung beginnt beim Hormonhaushalt
  4. Symptome und Stadien der BPH
  5. Prostata: Diagnose einer Vergrößerung
  6. Schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten
  7. Mit der Kraft der Natur gegen die BPH
  8. Welche Gewohnheiten Sie ändern sollten
  9. Möglichkeiten der Prävention von Prostataproblemen
  10. Selbsttest: Ist Ihre Prostata gesund oder vergrößert?

Prostatavergrößerung© Adobe Stock – Henrie

Mit zunehmendem Alter entwickeln Männer häufig eine gutartig vergrößerte Prostata: ein Zustand, der als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet wird. Diese Prostatavergrößerung betrifft die Hälfte der Männer zwischen 60 und 70 Jahren und fast 80 Prozent der über 80-Jährigen. Mit 45 Jahren beginnt das Alter, in dem die Prostata anfängt zu wachsen. Aber keine Angst: Eine vergrößerte Prostata hat nichts mit Prostatakrebs zu tun. Dieser entwickelt sich außen, während eine Prostatavergrößerung im Inneren der Drüse entsteht. Dieser Bereich liegt nahe an der Harnröhre. Aus dem Grund kommt es bei einer Prostatavergrößerung so oft zu einer  Verengung der Harnröhre.

Kennzeichnend für die Prostatavergrößerung sind daher oft Probleme beim Wasserlassen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass Sie (zunächst) nichts von Ihrer Prostatavergrößerung mitbekommen. Erst bei erschwertem Harnlassen wird die Prostatavergrößerung problematisch. Und wenn sie lange Zeit unbehandelt bleiben, kann eine vergrößerte Prostata darüber hinaus Ihre Blasenmuskulatur und sogar Ihre Nieren schädigen. Es ist wichtig, rechtzeitig den Arzt aufzusuchen, bevor sich die Schäden nicht mehr rückgängig machen lassen. Wenn Ihr Arzt nach einer Untersuchung eine gutartige Prostatavergrößerung vermutet, bestätigen zusätzliche Tests die Diagnose und bestimmen die Schwere der Erkrankung.

Verschiedene Erkrankungen der Prostata

Bestimmte Prostataerkrankungen betreffen mehr als die Hälfte der Männer. Prostataprobleme nehmen überdies mit dem Alter zu. Die drei Hauptgruppen von Prostataerkrankungen sind:

  • Entzündungen
  • Vergrößerungen
  • Krebs der Vorsteherdrüse

Unangenehme oder sogar schmerzhafte Symptome gelten häufig als Alarmzeichen für Prostataprobleme, was besonders auf eine Entzündung und Vergrößerung zutrifft. Symptome einer Prostataentzündung oder gutartigen -vergrößerung sind:

  • Harndrang
  • Harntröpfeln
  • Harnstottern
  • Schmerzen
  • Spannungsgefühle
  • Kältegefühle
  • Schmerzen beim Verkehr
  • Beschwerden beim Stuhlgang
  • Druckgefühl an Darmausgang oder Hoden
  • in Wirbelsäule und Beine ausstrahlende Reizungsgefühle

Auch wenn sie störend und manchmal schmerzhaft sind, gelten eine Entzündung und eine Vergrößerung grundsätzlich nicht als lebensbedrohlich. Prostatakrebs verläuft jedoch unter Umständen tödlich.

Prostatakrebs

Nach Angaben der International Agency for Research in Cancer erkranken in der EU jährlich 202.000 Männer neu an Prostatakrebs und 68.000 sterben daran. In Deutschland erkranken jährlich etwa 40.600 Männer an Prostatakrebs. Darüber hinaus zieht die Behandlung von Prostatakrebs eventuell unerwünschte Nebenwirkungen nach sich. Dazu gehört beispielsweise eine gestörte Blasenkontrolle  (Inkontinenz) oder ein beeinträchtigtes Erektionsvermögen (Impotenz).

Bei frühzeitiger Entdeckung von Prostatakrebs frühzeitig kann man ihn in der Regel aber erfolgreich behandeln. Und auch die medizinischen Möglichkeiten, Prostataprobleme in einem frühen Stadium zu entdecken und zu diagnostizieren, verbessern sich stetig. Fortschritte bei Medikamenten, operativen Techniken, Strahlen- und der Hormontherapie verbessern die Ergebnisse und reduzieren das Risiko von Inkontinenz und Impotenz.

Die Hälfte aller 60-Jährigen hat Prostataprobleme

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist Teil des männlichen Reproduktionssystems. Sie befindet sich direkt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre (Urethra), also das Röhrchen, durch die der Harn aus der Blase abfließt. Die Drüse setzt eine Flüssigkeit frei, die die Samenzellen ernährt und transportiert; die also dem Transport und dem Erhalt des Samens dient.

Unter normalen Umständen ist die Prostata etwa so groß wie eine Walnuss. Im Alter vergrößert sich die Drüse jedoch häufig und verengt die Harnröhre. Das kann, wie schon erwähnt, die Passage von Urin erschweren. Eine gutartige Prostatavergrößerung tritt bei etwa 50 Prozent aller Männer in den 60ern und bei fast 80 Prozent aller Männer zwischen 70 und 90 Jahren auf.

Auch junge Menschen können betroffen sein

Prostataprobleme treten im Allgemeinen erst bei älteren Männern auf. Amerikanische Wissenschaftler des National Health Institutes in Washington haben inzwischen herausgefunden, dass schon junge Männer darunter leiden können. Schuld daran ist der Stress, dem wir heute ausgesetzt sind. Stehen Sie unter Stress, wird ein Hormon namens Prolaktin freigesetzt. Dieses kann sich negativ auf die Größe der Prostata auswirken.

Zunächst einmal sollte ein von einer frühzeitig auftretenden Prostatavergrößerung betroffener Mann einen Arzt aufsuchen, um feststellen zu lassen, dass es sich auch wirklich um eine gutartige Vergrößerung handelt. Für die Zukunft sollte er sich dann schließlich selbst Ruhe gönnen. Wichtig ist hierbei, dass er eine Entspannungstechnik erlernt und auch am Wochenende einmal ausspannt. In jungen Jahren ist es übrigens noch möglich, dass die Vergrößerung zurückgeht und reversibel ist.

Ursachenforschung beginnt beim Hormonhaushalt

Warum sich die Prostata bei den meisten Männern im Alter vergrößert, ist hingegen noch nicht endgültig erforscht. Gesichert ist jedoch, dass die Hormone eine zentrale Rolle dabei spielen, genauer gesagt der sich im Alter verändernde Hormonhaushalt des Mannes: In der zweiten Lebenshälfte sinkt der Spiegel des männlichen Sexualhormons Testosteron. Gleichzeitig nimmt die Konzentration seines Stoffwechselprodukts Dihydrotestosteron (DHT) durch die steigende Aktivität des Enzyms 5-alpha-Reduktase zu.

Das mit zunehmendem Alter in der Prostata vermehrt gebildete Hormon Prolaktin scheint diese Umwandlung noch zu verstärken. Dieses Hormon regt das Wachstum der Prostata an. Zu einem überschießenden Wachstum scheint es dann durch das im Alter entstehende Ungleichgewicht zwischen männlichen Hormonen und dem auch beim Mann gebildeten Östrogen zu kommen. Diese hormonelle Konstellation führt also zu einer Neubildung von Prostatagewebe mit zunehmender Einengung der Harnröhre, die zu den charakteristischen Beschwerden beim Wasserlassen führt. Darüber hinaus vermuten Wissenschaftler auch, dass bestimmte Wachstumsfaktoren den Stoffwechsel der Drüse beeinflussen, wodurch es zur vergrößerten Prostata kommen kann.

Wenn Medikamente das Wasserlassen stören

Bestimmte Medikamente können dazu führen, dass der Harn zurückgehalten wird. Das gilt insbesondere, wenn Sie eine vergrößerte Prostata haben. Bestimmte Medikamente können die entsprechenden Probleme noch verschlimmern. Sprechen Sie also mit Ihrem Arzt, wenn Sie ein neues Medikament in Betracht ziehen. Einige (nicht nur verschreibungspflichtige) Präparate sind nämlich bekannt für Auslösung von Harnverhalt und sollten von Ihnen entweder vermieden oder vorsichtig genommen werden, falls Sie eine gutartige Prostatavergrößerung haben. Solche Medikamente dienen zur Behandlung von:

  • Husten oder Erkältungen (Schleimlöser)
  • Allergien (alle Antihistaminika)
  • Depressionen (frühe trizyklische Antidepressiva, aber nicht selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI)
  • Schlaflosigkei.

So kann beispielsweise Diphenhydramin, ein aktiver Bestandteil einiger Antihistaminika, zu Harnverhalt führen. Pseudoephedrin, enthalten in einigen Hustensäften, kann sogar in manchen Fällen ein Wasserlassen unmöglich machen. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, wenn Sie Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen haben, denn Harnverhalt kann ernste Probleme wie etwa Harnwegsinfektionen verursachen. Das Umsteigen auf andere Präparate kann die Probleme verringern oder sogar beheben.

Schmerzen beim Wasserlassen© Adobe Stock – vchalup

Stoffwechselerkrankungen erhöhen das Risiko

Wie US-amerikanische Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Diego im Mai 2006 im Journal of Clinical Endocrinology schrieben, könnte in Bezug auf eine Prostatavergrößerung auch eine Verbindung zu Stoffwechselerkrankungen bestehen. Es wurden mehr als 400 Männer zwischen 50 und 65 Jahren untersucht. Bei 21 Prozent von ihnen war die Prostata bereits vergrößert.

Das größte Risiko hatten Männer, die auch einen erhöhten Blutzuckerspiegel aufwiesen. Sie litten dreimal häufiger an einer gutartigen Prostatavergrößerung als Männer mit einem normalen Stoffwechsel. Auch starkes Übergewicht erhöht das Risiko um mehr als das Dreifache. Wenn Sie bereits an Diabetes oder Übergewicht leiden, sollten Sie beim nächsten Arztbesuch also auch unbedingt einmal Ihre Prostata mit untersuchen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie betroffen sind, ist deutlich höher als in der Normalbevölkerung.

Symptome und Stadien der BPH

Die Prostatavergrößerung führt also in erster Linie meist zu Schwierigkeiten beim Harnlassen. Die Schwere der Erkrankung variiert dabei stark: Nur etwa die Hälfte der Patienten mit einer BPH hat Probleme, die sich bemerkbar machen bzw. so störend sind, dass eine Behandlung ratsam ist. Zu den generellen Anzeichen der benignen Prostatahyperplasie gehören indes:

  • häufiges nächtliches Urinieren
  • schwacher, unterbrochener Urinstrahl
  • das Gefühl, dass Sie die Blase nicht vollständig entleeren können

Eventuell empfinden Sie Schwierigkeiten, mit dem Urinieren zu beginnen bzw. es zu beenden, oder der Harn tröpfelt nach. In den meisten Fällen engt das Wachstum die Harnröhre ein. Dadurch treten Symptome auf, die Mediziner in drei Stadien unterteilen:

Stadium I

Im Anfangsstadium leiden Männer hauptsächlich unter vermehrtem Harndrang. Durch die Verengung der Harnröhre kann es außerdem zu weiteren Problemen beim Harnlassen kommen. Diese sind verschiedener Natur:

  • starker Harndrang
  • unfreiwilliges Wasserlassen
  • Nachtropfen von Harn
  • schwacher Harnstrahl
  • die Blase leert sich nur nach mehreren Versuchen komplett
  • ständiges Urinieren, in manchen Fällen innerhalb von Minuten
  • vermehrte nächtliche Toilettengänge (Nyktorie)
  • der Drang zum Entleeren ist da, beim Wasserlassen selbst dauert es aber, bis der Harn fließt
  • die Harnblase entleert sich nur, wenn Sie die Bauchmuskeln zu Hilfe nehmen und „drücken“ oder „krampfen“

Hilfe aus der Naturapotheke

Lindern lassen sich diese Beschwerden mit Blasentees und durch Sitzbäder mit Zinnkrautzusatz. Bei stärkeren Beschwerden können pflanzliche Medikamente eingesetzt werden. Die meisten Heilpflanzen wirken abschwellend auf das Drüsengewebe, beugen Entzündungen vor und haben einen krampflösenden Effekt auf die Muskulatur der Harnröhre.

Eine Studie der Universität Dortmund konnte außerdem bereits im Jahr 2002 nachweisen, dass ein Kombinationspräparat aus Sägepalme und Brennnesselextrakt ebenso wirksam war wie der 5-alpha-Reduktase-Hemmer Finasterid. Bewährte Fertigpräparate mit den entsprechenden Inhaltsstoffen erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke und im Drogeriemarkt. Werden Sie Ihnen vom Arzt verordnet, zahlen sie die Kassen. Trotzdem sollten Sie von einer Eigentherapie absehen und den Einsatz dieser Mittel sowie die richtige Dosierung mit Ihrem Arzt besprechen.

Stadium II

Im fortgeschrittenen Stadium entleeren Sie Ihre Blase nicht mehr komplett. Es bleiben 50 bis mehrere 100 ml Restharn in der Blase. Dieser Resturin führt zu ständigem Harndrang oder Blasenvöllegefühl. Darüber hinaus fällt es Krankheitskeimen durch den ständigen Urin in der Blase sehr leicht, diese zu befallen. Es kommt zu häufigen Harnwegsinfekten, die sich unter Umständen durch Schüttelfrost und Fieber sowie starke Schmerzen beim Wasserlassen bemerkbar machen. Suchen Sie spätestens dann einen Arzt auf. In dieser Phase werden zwei Medikamentengruppen eingesetzt:

  • Alpha-Rezeptor-Blocker:Sie entspannen die Blasenmuskulatur und erleichtern so die vollständige Blasenentleerung.
  • 5-alpha-Reduktase-Hemmer: Sie greifen in den Hormonhaushalt der Prostata ein. Dadurch kann nach einigen Wochen bis Monaten die Prostatawucherung wieder deutlich kleiner werden und das Wasserlassen funktioniert wieder besser.

Diese Präparate müssen Sie sich vom Arzt verschreiben lassen.

Stadium III

Im Endstadium ist die Prostata so stark gewachsen und verengt den Harnleiter so stark weiter, dass sie den Harnfluss hemmt. Es kommt es zum Urinstau, was man auch als Harnverhalten bezeichnet. Dies verhindert das Wasserlassen und fördert eine schmerzhafte Blasenausdehnung. Dieser Urinstau kann sich bis in Blase und Nieren fortsetzen und dort zu bleibenden Schäden führen; in schweren Fällen bis hin zum Nierenversagen. Meist wird Ihnen dann zu einer Operation geraten, bei der die Prostata durch die Harnröhre entfernt wird; sie ist in diesem Fall unausweichlich. Alternativ gibt es auch folgende Möglichkeiten:

  • Wärmebehandlung mit Mikrowellen
  • Erweitern des Blasenhalses durch einen Schnitt
  • Einführen von Stents in die Harnröhre, die wie kleine Tunnel wirken

Allgemein haben diese alternativen Verfahren zwar weniger Nebenwirkungen, aber sie sind auch nicht so wirksam wie eine Operation.

So erkennen Sie eine Prostatavergrößerung

Es ist nicht gesagt, dass im Falle einer Prostatavergrößerung bei Ihnen all diese Symptome auftreten. Darüber hinaus ist der Übergang zwischen den Krankheitsstadien eventuell fließend. Viele Männer bleiben mit einer vergrößerten Prostata lange Zeit im ersten Stadium oder die Krankheitsanzeichen des Anfangsstadiums verschwinden plötzlich. Diese Symptome lassen aber gerade, wenn sie vermehrt auftreten, relativ sicher auf eine Prostatavergrößerung schließen:

  • Nach dem Wasserlassen scheint Ihre Blase nicht ganz leer zu sein.
  • Innerhalb der nächsten zwei Stunden müssen Sie erneut Wasser lassen.
  • Beim Wasserlassen müssen Sie aufhören und wieder beginnen (Harnstottern).
  • Es fällt Ihnen schwer, das Wasserlassen hinauszuzögern.
  • Ihr Urinstrahl ist schwach.
  • Um mit dem Wasserlassen zu beginnen, müssen Sie sich anstrengen oder pressen.
  • Sie müssen nachts aufstehen, um Wasser zu lassen.

Treten diese Symptome einmalig auf, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Wenn sich eines oder einige dieser Anzeichen mehren, sollten Sie aber auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen.

Wann Sie auf jeden Fall operiert werden müssen

Eine Operation ist dann notwendig, wenn sich Restharn in Ihrer Blase sammelt oder wenn Sie unter Harnverhalt leiden. Es gibt aber noch weitere Hinweise, dass Sie sich unbedingt operieren lassen sollten:

  • Blut im Urin
  • Harnblasensteine
  • häufige Infekte der Harnwege
  • Nierenschäden

Prostatavergrößerung© Adobe Stock – Anatomy Insider

Prostata: Diagnose einer Vergrößerung

Um eine vergrößerte Prostata zu diagnostizieren, wird Sie Ihr Arzt nach Symptomen fragen, wann sie zuerst auftraten und wie häufig sie sich bemerkbar machen. Natürlich wird er sich auch nach anderen Gesundheitsproblemen und eingenommenen Medikamenten einschließlich der rezeptfreien Präparate und Nahrungsergänzungsmittel erkundigen. Darüber hinaus spielt das Auftreten von Prostataerkrankungen in Ihrer Familie heirbei eine Rolle.

Übersicht diagnostischer Methoden

Außerdem können zu Ihrer Untersuchung folgende Elemente gehören:

  • rektaler Tastbefund – Zu diesem Zweck führt Ihr Arzt vorsichtig einen Finger in Ihren Anus ein, um den hinteren Abschnitt der Prostata zu ertasten. Das erlaubt Ihrem Arzt einen Rückschluss auf die Größe Ihrer Prostata; auf etwaige Vergrößerungen oder Verhärtungen. Daneben dient das Tasten auch dem Ausschluss von Prostatakrebs.
  • Urintest – Zusätzlich wird im Labor auch Ihr Harn auf Bakterien überprüft; eine Harnstrahlmessung gibt Aufschluss über Stärke und Geschwindigkeit des Harns. Diese Untersuchung kann Ihrem Arzt helfen, eine Infektion oder andere Erkrankungen der Harnwege auszuschließen, die ähnliche Symptome hervorrufen können wie eine vergrößerte Prostata.
  • Prostata-Spezifischer-Antigen (PSA)-Bluttest – PSA ist ein natürliches Produkt der Vorsteherdrüse und dient der Verflüssigung des Samens. Eine kleine Menge zirkuliert im Blut. Überhöhte Konzentrationen können auf eine vergrößerte Prostata, Prostatakrebs oder eine Entzündung des Organs hinweisen.

Wenn die Ergebnisse dieser Tests eine vergößerte Prostata vermuten lassen, kann Ihr Arzt weitere Untersuchungen durchführen. Darunter sind:

  • Fragebogen –  Ein kurzer Fragebogen, der von der American Urological Association und ebenso von der Deutschen Gesellschaft für Urologen entwickelt wurde, fragt nach bestimmten Problemen beim Wasserlassen und wie häufig sie auftreten.
  • Harnflusstest (Uroflow-Metrie) – Hierbei handelt es sich um eine Untersuchung der Blasenentleerung, mit der man die Stärke und Menge des Harnflusses misst. Anhand der Dokumentation dieser Werte kann Ihr Arzt die Veränderung Ihres Harnflusses bestimmen.
  • Bestimmung des Restharns – Diese Methode lässt erkennen, ob Sie Ihre Blase vollständig entleeren können. Zuerst werden Sie gebeten, Ihre Blase möglichst vollständig zu entleeren. Danach misst man die Menge des Restharns entweder mithilfe eines Katheters oder einer Ultraschalluntersuchung.
  • Ultraschall – Ultraschallbilder, die über eine Sonde im Enddarm aufgenommen werden, dienen der Beurteilung der Prostatagröße. Andere Probleme in diesem Bereich können auf dieselbe Weise entdeckt werden.
  • urodynamische Studien – Wenn Ihr Arzt hinter den Symptomen ein Blasenleiden vermutet, kann er Tests empfehlen, mit denen der Blasendruck und die Funktion der Harnblase gemessen werden.
  • Zystoskopie  – Bei diesem Verfahren wird ein beleuchtetes Instrument (Zystoskop) unter örtlicher Betäubung in die Harnröhre eingeführt. Damit kann Ihr Arzt einen Blick in Harnröhre, Blase und Teile der Prostata werfen. So können Probleme wie eine vergrößerte Prostata sowie verschiedene Abnormitäten und Verengungen aufgedeckt werden.
  • intravenöses Pyelogramm oder Computer-Tomografie (CT) – Bei dieser Methode wird ein Kontrastmittel in Ihre Venen gespritzt und eine Röntgenaufnahme Ihrer Nieren, Blase und der sie verbindenden Harnwege gemacht. Das Kontrastmittel ermöglicht das Auffinden von Harnsteinen, Tumoren oder einer Blockade oberhalb Ihrer Blase.
  • Serum-Kreatinin – Dieser Bluttest kann zur Beurteilung der Nierenfunktion herangezogen werden.

Der PSA-Wert

Zum Ausschluss eines bösartigen Geschehens in der Prostata wird im Labor auch Ihr PSA-Spiegel (Gesamtmenge) sowie das freie, nicht an Transporteiweiße gebundene PSA (F-PSA) im Blut bestimmt. Der Quotient aus beiden Werten zeigt, ob ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Dabei ist das Risiko umso geringer, je höher der F-PSA-Wert ist. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet jedoch nicht, dass Sie Prostatakrebs haben; er kann auch anderweitig erhöht sein:

  • bei Entzündungen
  • nach sportlicher Betätigung
  • nach dem Geschlechtsverkehr
  • nach einer Tastuntersuchung
  • bei einer BPH

Schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt ein breites Feld an Therapien, mit denen eine kranke Prostata behandelt werden kann. Die Behandlungsoptionen für eine BPH variieren also stark. Dass trotzdem oft zur klassischen Operation als Therapie gegriffen wird, liegt daran, dass sie sich in den meisten Fällen als hilfreich erwiesen hat. Was aber, wenn beispielsweise Ihr Gesundheitszustand eine Operation mit Vollnarkose nicht zulässt?

Schonende Verfahren bei einer vergrößerten Prostata werden im Moment immer weiter entwickelt. Hierbei handelt es sich entweder um Methoden, bei denen weniger Betäubungsmittel verwendet werden oder weniger Nebenwirkungen auftreten. Die alternativen Verfahren zeichnen sich zwar alle durch nur geringe Nebenwirkungen aus, sie sind aber auch deutlich weniger wirksam als eine Operation. Leider aber kennen Mediziner die Langzeitfolgen dieser Techniken noch nicht und wissen daher nichts über ihren dauerhaften Erfolg. Zudem werden sie noch nicht überall angeboten. Allerdings müssen Sie sich immer von Ihrem Arzt beraten lassen. Es kommt darauf an, ob in Ihrem Krankheitsfall eine solche Behandlung geeignet ist. Der Arzt kann Ihnen dann auch sagen, wo das Verfahren angewandt wird.

Abwägen der Optionen: Eine individuelle Entscheidung

Auch nach einer Behandlung verschlimmert sich unter Umständen der Zustand mit der Zeit. Die medikamentöse Behandlung wirkt nicht immer. Eine langfristige unwirksame Behandlung führt zu denselben Komplikationen wie eine Unterlassung jeglicher Behandlung, beispielsweise Blasen- und Nierenschäden. Jedoch empfiehlt es sich nicht, die Symptome zu tolerieren, da sie sich unter Umständen mit der Zeit verschlimmern und bleibende Schäden hinterlassen.

Eine Operation kann schließlich nötig sein; am häufigsten wird die vergrößerte Prostata heute durch die Harnröhre entfernt. Allerdings sind 15 bis 20 Prozent der Patienten auch nach dem Eingriff nicht völlig beschwerdefrei. Besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt, um die beste Behandlung zu finden. Es ist wichtig, Ihren Zustand regelmäßig zu überprüfen, damit man die Behandlung eventuell anpassen kann.

Welche Behandlung ist für Sie am besten?

Die Behandlung einer BPH richtet sich nach den Ergebnissen der Untersuchungen und der Dringlichkeit Ihrer Probleme; wie stark sie also das Wasserlassen beeinträchtigt. Konkret wird die Entscheidung, welche Behandlung sich für Sie am besten eignet, von bestimmten Faktoren beeinflusst wie:

  • Schwere der Symptome (beim Urinieren)
  • Ausmaß der Drüsenvergrößerung
  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • sexuelle Aktivität (Sorgen um mögliche Probleme wie Ejakulation oder Impotenz)
  • Vorteile-versus-Risiko-Abschätzung einer bestimmten Therapieform

Wenn Sie eine Prostatavergrößerung haben, gibt es neben den herkömmlichen Methoden also auch eine Reihe weiterer Verfahren, die nicht zu den Standardtherapien gehören. Das ist nicht der Fall, weil sie unbedingt schlechtere Ergebnisse liefern, sondern aufgrund von Nebenwirkungen oder weil sie nicht bei jedem Menschen angewandt werden können. Dennoch sollten Sie diese Therapien kennen, denn vielleicht ist ja eine davon auch für Sie geeignet.

Kontrolliertes Abwarten (watchful waiting)

Wenn Ihre Symptome eher schwach und nicht zu störend auftreten, empfiehlt Ihr Arzt also ein wachsames Abwarten. Bei vielen Männern mit leichter BPH bleiben die Symptome gleich oder sie verstärken sich langsam. Einige einfache Gewohnheitsänderungen verringern die Symptome. Wenn Sie nur geringe Probleme mit dem Wasserlassen verspüren, sieht Ihr Arzt also unter Umständen keinen Behandlungsbedarf.

Dennoch ist es wichtig, Ihre Prostata weiterhin aufmerksam zu beobachten. Denn eine lang anhaltende Blasenabflussstörung aufgrund einer BPH kann schwerwiegende Komplikationen verursachen:

  • Sie kann den Verlust der Blasenspannung nach sich ziehen und zu einer Blasenerweiterung führen.
  • Wenn diese zu lange unbehandelt bleibt, kann der Schwund der bzw. der Schaden an der Blasenmuskulatur nicht mehr rückgängig gemacht werden.
  • Blaseninfektionen und Nierenschäden resultieren unter Umständen als Spätfolgen ebenfalls daraus.

Orale Medikamente

Dabei handelt es sich um die häufigste Art, um leichte bis mittlere Probleme beim Urinieren im Zusammenhang mit einer BPH in den Griff zu bekommen.

  • Ihr Arzt verschreibt Ihnen entweder Medikamente aus der Gruppe der Alphablocker, von denen einige auch zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassen sind: Terazosin (Alna®), Doxazosin (Heitrin®) und Tamsulosin (Cardular®). Ihre Wirkung beruht darauf, die Muskeln der Prostata und des Blasenhalses zu entspannen und dadurch das Urinieren zu erleichtern.
  • Darüber hhinaus kommen auch zwei andere Wirkstoffe, Finasterid (Proscar®) und Dutasterid (Avodart®) zum Einsatz. Sie hemmen die Hormone, die das Prostatawachstum anregen. Im Laufe der Zeit führen diese Medikamente so zu einer Schrumpfung der vergrößerten Prostata.

Prostatasymptome können auch mit Pflanzenpräparaten behandelt werden. Die Ärzte der Mayo Clinic sind gegenüber diesen Präparaten kritisch eingestellt. Dennoch zeigen Vergleichsstudien mit Finasterid, dass beide gleich wirksam sein können und wenige oder keine Nebenwirkungen haben. Inzwischen zeigte eine Studie, dass die Einnahme des Alphablockers Doxazosin in Kombination mit Finasterid für eine bessere, langfristige Symptomlinderung und ein geringeres BPH-Wachstum sorgte.

Kombinationstherapie bei vergrößerter Prostata

Nach den Ergebnissen einer vom National Institute of Health in den USA veröffentlichten klinischen Studie wirkt die Kombination von zwei Medikamenten zur Behandlung der BPH besser als die Verabreichung jedes einzelnen Präparats. In der Studie untersuchten die Forscher 3.000 Männer älter als 50 Jahre, bei denen eine BPH vorlag. Bei den in der Studie eingesetzten Präparaten handelt es sich um Finasterid und den Alphablocker Doxazosin. Finasterid hemmt die Hormone, die das Prostatawachstum anregen. Alphablocker wie Doxazosin und Tamsulosin entspannen die Muskeln in der Prostata und des Blasenhalses. Sie tragen so dazu bei, das Urinieren zu erleichtern. Die Teilnehmer der Studie unterteilte man in vier Gruppen: Eine Gruppe nahm Finasterid, eine andere nahm Doxazosin, der dritten Gruppe verabreichte man beide Medikamente, während die vierte Gruppe ein Placebo schluckte.

Das Ergebnis: Bei den Männern, die sowohl Finasterid als auch Doxazosin einnahmen, gingen die Symptome der BPH über den längsten Zeitraum zurück. Das Risiko eines Fortschreitens der BPH sank um 67 Prozent. Die Männer, die lediglich Finasterid einnahmen, wiesen ein um 34 Prozent reduziertes Risiko auf. Bei der Doxazosin-Gruppe reduzierte sich das Risiko um 39 Prozent. Wenn Sie mit den Ergebnissen Ihrer derzeitigen BPH-Behandlung nicht zufrieden sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Unter Umständen kommt eine Kombination von beiden BPH-Medikamenten für Sie in Frage.

Minimal-invasive Eingriffe / Thermotherapie

Verschiedene Therapien verwenden Wärmeenergie einschließlich Mikro- und Radiowellen, um überschüssiges Prostatagewebe zu erwärmen und schließlich zu  zerstören (wegzuschmelzen). Eine solche Behandlung ist auch unter dem Namen „Hyperthermie“ bekannt. Diese Verfahren bringen die Hitze über einen Katheter oder ein anderes Instrument in die Vorsteherdrüse, den bzw. das man durch die Harnröhre einführt.

  • Mit der Mikrowellentechnik wird Mikrowellenenergie freigesetzt, um das Prostatagewebe zu erhitzen und zu zerstören.
  • Bei der Radiowellenmethode werden Radiowellen durch winzige Nadeln ausgesendet, die in die Prostata eingeführt werden. Auch durch diese Methode wird überschüssiges Prostatagewebe zerstört.

In vielen Fällen nimmt man diese Eingriffe ambulant vor. Sie verursachen weniger Nebenwirkungen als eine Operation. Leider ist es mit diesem Verfahren nicht möglich, deutliche Verkleinerungen durchzuführen. Und so verschwinden die Symptome auch nicht so schnell und so vollständig wie bei einer herkömmlichen OP.

Lasertherapie

Eine weitere Technik, die Wärme benutzt, ist die Lasertherapie. Dabei wird das überschüssige Prostatagewebe mit Laserenergie zerstört. Vielversprechend sind inzwischen verschiedeneLaserverfahren; bei relativ geringen Nebenwirkungen sind die Erfolgsaussichten der Operation gut. So eliminieren oder verringern neuere Laserverfahren viele potentielle Nachteile bisheriger Lasermethoden wie schleppende Symptomlinderung und den langen Gebrauch eines Blasenkatheters:

  • Photoselektive Vaporisation der Prostata (PVP): Dies ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren, das überwiegend die Ärzte der Mayo Clinic entwickelten. Bei diesem Eingriff wird das vergrößerte Prostatagewebe also verdampft. Der Laser wird durch die Harnröhre in den Körper geschoben und die OP von einer auf diesem Weg mit eingeschobenen Minikamera überwacht.
  • Laserresektion: Das Prostatagewebe wird in diesem Fall nicht verdampft, sondern mit dem Laser weggeschnitten. Auch dieser Eingriff erfolgt durch die Harnröhre und wird von einer miteingeführten Minikamera überwacht.
  • Holmium-Laser-Ablation (HoLAP): Eine weniger verbreitete neue Methode, bei der Lasersonden über die Harnröhre zur Prostata geschoben und dort in das Gewebe eingestochen werden. Dabei wird das Gewebe zerstört.

Diese Laserverfahren verdampfen oder schneiden Gewebe heraus. Diesen drei Techniken ist zudem gemeinsam, dass das Gewebe, das gelöst oder weggedampft wird, vom Körper abgestoßen wird. Auch die meisten dieser Lasertechniken werden ambulant angewendet und verursachen weniger Nebenwirkungen als eine Operation. Sie weisen außerdem kaum Komplikationen auf.

Bislang vereinen diese Verfahren die Vorteile der minimal-invasiven Therapie mit minimalem Katheterbedarf. Trotzdem ist die Linderung der BPH-Symptome insgesamt nicht so vollständig und erfolgt langsamer als nach einer Operation. Und so dauert es oft einige Monate, bis die maximale Verbesserung des Harnflusses erreicht ist, welche diese Verfahren bieten. Eine Fünfjahresstudie mit 84 Patienten, die sich einer PVP unterzogen, zeigte eine durchgehende Wirksamkeit bei gleichzeitig minimalen Nebenwirkungen.

„Greenlight-Laser“

Mit dem „Greenlight-Laser“ haben Chirurgen des Münchner Universitätsklinikums Großhadern eine neue schonende Operationsmethode bei gutartiger Prostatavergrößerung entwickelt. Nachdem zunächst nur schwerkranke Patienten, die dauerhaft einen Blasenkatheter tragen mussten, mit dem grünen Laserstrahl operiert worden waren, wird das Verfahren neuerdings auch bei weniger starken Beschwerden eingesetzt. Bei der neuen Lasermethode wird das vergrößerte Prostatagewebe durch einen neuartigen hochenergetischen KTP-Laser (Kalium-Titanyl-Phosphat-Laser) verdampft, sodass der Harnabfluss praktisch sofort erleichtert ist.

Bei korrekter Anwendung, so erläuterte der Leiter der Arbeitsgruppe BPH, Privatdozent Dr. Oliver Reich, sei die Komplikationsrate sehr gering. Ob das neue Verfahren die bisherige Standard-Methode TURP ablösen wird, ist gegenwärtig jedoch noch nicht absehbar, da Langzeitstudien über das Anhalten des Operationserfolgs noch fehlen. Da die Anwendung des neuen Laserverfahrens eine spezielle Ausbildung erfordert, sollten Sie sich nur in die Obhut von Chirurgen begeben, die sich im deutschen Referenzzentrum für die „Greenlight“-Lasertechnik an der Universität München fortgebildet haben.

Kryotherapie

Genau von der anderen Seite her packt die Kryotherapie das Problem an: Hierbei wird das Prostatagewebe vereist. Diese Behandlungsmethode war in der Vergangenheit recht weit verbreitet. Studien haben allerdings inzwischen gezeigt, dass sie nicht so wirksam wie eine Operation oder andere Techniken ist. Daher wird die Kryotherapie kaum noch angewandt.

Operation

Wenn eine Behandlung mit Medikamenten versagt oder ein mäßiger bis schwerer Harnverhalt vorliegt, kann eine OP nötig werden. Und so bleiben operative Eingriffe typischerweise Patienten mit schwereren BPH-Problemen vorbehalten. Medikamente und minimal-invasive Verfahren verdrängten die Operationen teilweise. Dennoch bleibt der chirurgische Eingriff eine wirksame Behandlungsmethode.

Operation bei Prostatavergrößerung© Adobe Stock – horizont21

Transurethrale Resektion der Prostata (TURP)

Bei der häufigsten operativen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung schiebt der Arzt ein dünnes, starres, schlauchartiges Gerät (Resektoskop) durch die Harnröhre bis zur Prostata vor. Überschüssiges Drüsengewebe entfernt er mithilfe von Präzisionswerkzeugen in diesem Instrument. Die TURP findet unter Vollnarkose oder in Rückenmarksanästhesie (Spinalanästhesie) statt, die Sie von der Hüfte abwärts schmerzfrei macht. Nach der Operation wird ein Blasenkatheter durch die Harnröhre eingeführt, der einige Tage zum Entleeren der Blase notwendig ist. Für gewöhnlich ist mit der TURP also ein Krankenhausaufenthalt von bis zu drei Tagen verbunden. Während dieser Zeit sind Sie auf den Katheter angewiesen und finden Blut im Urin.

Häufig treten eine deutliche Linderung oder sogar das Verschwinden der Symptome einer BPH innerhalb einiger Wochen nach der Operation ein. Die TURP ist allerdings häufig mit Blutungen und Beschwerden verbunden. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass Männer nach einer solchen Operation einen rückwärts gerichteten Samenerguss (retrograde Ejakulation) haben. In diesem Fall verlieren Sie die Fähigkeit, Kinder zu zeugen. In seltenen Fällen kann TURP auch zu Impotenz und vorübergehender Inkontinenz führen. Bei vielen Männern herrscht die Angst vor, dass sie nach der operativen Behandlung einer BPH unter Impotenz leiden. Dies passiert jedoch nur in rund 2 bis 5 Prozent aller Fälle.

Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP)

Die TUIP bezeichnet ein chirurgisches Verfahren, bei dem grundsätzlich ähnlich verfahren wird, man aber ein bis zwei kleine Einschnitte in die Drüse macht. Die Einschnitte vergrößern die Öffnung der Harnröhre, was das Wasserlassen erleichtert. Dieses Verfahren verursacht weniger Nebenwirkungen als andere operative Eingriffe bei BPH und erfordert gewöhnlich keinen Krankenhausaufenthalt. Die Wirksamkeit ist jedoch geringer und eine Wiederholung des Eingriffs vielleicht nötig.

Offene Operation (Prostatektomie)

Eine offene OP, bei der man das Organ ganz oder teilweise entfernt, ist in folgenden Fällen angebracht:

  • wenn Sie Blasenprobleme oder eine übermäßig große Prostata haben
  • wenn die Drüse nicht mittels TURP behandelt werden kann
  • wenn Komplikationen wie Blasensteine vorliegen

Bei den offenen Verfahren macht der Urologe einen Einschnitt im Unterbauch, um an das Organ heranzukommen. Die Entfernung der Prostata erfolgt dann durch die Bauchdecke. Die Prozedur ist außerdem mit einem Krankenhausaufenthalt von einigen Tagen verbunden. In Bezug auf die Linderung der BPH-Symptome ist die offene OP wirksam. Das Risiko für Nebenwirkungen, die denen der TURP ähneln, ist allerdings größer.

Stents

Bei Stents handelt es sich um kleine Gitterröhrchen bzw. Metallgeflechte. Sie werden bei einer Harnröhrenverengung zusammengefaltet in die Harnröhre eingeführt. Stents funktionieren quasi wie ein Tunnel: Wenn der Stent bis zur verengten Stelle geführt wurde, wird er ausgefaltet. Dadurch drückt er die verengte Harnröhre wieder auseinander, was beim Wasserlassen hilft.

Allerdings arbeiten Stents nicht immer zuverlässig und rufen unter Umständen Komplikationen hervor. Zudem ist ein einmal gesetzter Stent keine Lösung für immer, sondern er muss in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden. Für Patienten, die an Harnstau leiden, aber aufgrund ihres schlechten Allgemeinzustands nicht operiert werden können (nicht einmal minimal-invasiv), ist der Stent aber eine gute Alternative zum Blasenkatheter.

Neues Medikament gegen Prostatavergrößerung

Männer mit einer diagnostizierten benignen Prostatahyperplasie greifen oftmals auf ein neues Medikament zurück, um die Prostata wieder zu verkleinern: Wie der Wirkstoff Finasterid (Proscar®) ist die neue Substanz Dutasterid (Avodart®) ein 5-alpha-Reduktase-Hemmer. Während Finasterid nur eine von zwei der 5-alpha-Reduktasen blockiert, die zu einer vergrößerten Prostata führen, hemmt Dutasterid beide Enzyme. Wie einige größere Studien zeigen, verbessert Dutasterid die Symptome einer BPH, inklusive Harnverhalt und Prostatagröße. Es trägt dazu bei, die Notwendigkeit von Operationen zu reduzieren.

Noch gibt es aber keine Vergleichsstudie zwischen Finasterid und Dutasterid, sodass nicht feststeht, ob eine der beiden Substanzen wirksamer als die andere ist. Urologen der Mayo Clinic begrüßen einen zweiten 5-alpha-Reduktase-Hemmer zur Behandlung der BPH, besonders seit neue Kombinationstherapien so vielversprechend sind. Sie berufen sich auf neue klinische Studien des National Institute of Health, in der die Kombination eines 5-alpha-Reduktase-Hemmers mit einem Alphablocker wie Doxazosin oder Tamsulosin (z. B. Omnic®) das Fortschreiten der BPH effektiver verhindern als dies die alleinige Gabe eines der beiden Substanzen vermochte.

Die Behandlungsmöglichkeiten der BPH im Überblick
SymptomeBehandlungWirkungen
leichtabwartendes VerhaltenVerursacht keine Nebenwirkungen oder Komplikationen. Die Symptome können jedoch zunehmend beeinträchtigen.
mäßig bis schwer; minimaler bis mäßiger HarnverhaltAlphablockerHelfen drei von vier Männern. Sie wirken rasch, können jedoch Benommenheit erzeugen. Langzeitwirkungen sind nicht bekannt.
FinasteridHat wenig Nebenwirkungen. Am wirksamsten bei stark vergrößerter Prostata. Langsamer Wirkungseintritt. Beeinflusst den PSA-Spiegel.
PflanzenpräparateEs gibt verschiedene Präparate, die für die Behandlung der Prostatavergrößerung auf dem Markt sind. Am häufigsten sind Extrakte von Früchten der Sägepalme (Sabal serrulata). Mehrere Studien haben die Wirkung dieser Extrakte mit der von Finasterid verglichen und festgestellt, dass beide ähnlich wirksam sind und nur wenige oder keine Nebenwirkungen haben.
mäßig bis schwer; mäßiger bis deutlicher Harnverhalt oder Versagen der medikamentösen TherapieTURP (transurethrale Resektion der Prostata)Diese am häufigsten praktizierte Operation ist wirkungsvoll und führt nach der Genesung zur deutlichen Besserung. Ein Krankenhausaufenthalt von ein bis drei Tagen ist notwendig. Das Risiko der Harninkontinenz oder der Impotenz ist gering. Sie kann eine retrograde Ejakulation verursachen, das heißt das Sperma wird rückwärts in die Blase transportiert.
TUIP (transurethrale Inzision der Prostata)Dies ist gewöhnlich ein ambulanter Eingriff, der weniger Nebenwirkungen hat als die TURP. Die Wahrscheinlichkeit einer retrograden Ejakulation ist gering. Sie ist weniger wirkungsvoll als die TURP und bei Männern mit stark vergrößerter Prostata weniger erfolgreich.
offene ProstatektomieSie wird bei Männern mit sehr großer Prostata durchgeführt, die nicht mit TURP behandelt werden können. Für diese Operation muss ein Bauchschnitt angelegt werden. Gewöhnlich ist ein drei- bis fünftägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.
Mikrowellen- und RadiowellentherapieSie sind im Allgemeinen erfolgreich und verursachen geringe Nebenwirkungen. Diese Eingriffe können ambulant durchgeführt werden. Der Therapieerfolg stellt sich erst nach einiger Zeit ein. Die Langzeitwirkungen sind unbekannt.
LasertherapieIn ausgewählten Fällen so wirksam wie eine TURP. Die neueren Laser haben minimale Nebenwirkungen. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Einige der älteren Formen der Lasertherapie benötigen häufig noch einen Katheter.
StentsSchnelles Ergebnis. Der Stent wird vorwiegend eingesetzt, wenn ein Patient mit Harnverhalt zu krank ist, um sich einem anderen Eingriff zu unterziehen.

Mit der Kraft der Natur gegen die BPH

Da fast jeder Mann über 70 an einer Prostatavergrößerung leidet und viele an Krebs erkranken, gibt es mittlerweile viele Angebote für eine gesunde Prostata. Es handelt sich in den meisten Fällen um Geschäftemacherei. Denn eine wirklich prostatagesunde Ernährung kostet Sie kaum etwas extra. Spezielle Ernährungsformen und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie vor Prostatakrebs und -vergrößerungen schützen sollen, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Leider werden diese Präparate oft gekauft, weil viele Männer Angst vor einer Prostataerkrankung haben.

Pflanzliche Mittel bei einer Prostatavergrößerung

Dabei geht es einfacher: Bei stärkeren Prostatabeschwerden können pflanzliche Mittel Linderung schaffen. Gerade wenn es zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen kommt, wenn Sie Ihre Blase nur noch unzureichend leeren können oder ständig nachts die Toilette aufsuchen müssen, können diese pflanzliche Medikamente entsprechend eingesetzt werden:

  • Brennnesselwurzel (Urtica dioica) – Extrakte der Wurzel enthalten Wirkstoffe, die die Beschwerden einer Prostataerkrankung lindern können. Präparate aus Brennnesselwurzeln können etwa die Restharnmenge senken. Forscher sind sich über die genaue Wirkung aber noch nicht einig. Wahrscheinlich wirken Brennnesselwurzeln durch einen enthaltenen Eiweißstoff. Dieser greift in den Hormonhaushalt ein, indem er die Geschlechtshormone, vor allem das Testosteron, bindet.
  • Goldrute (Solidago virgaurea)
  • Kürbissamen/Arzneikürbis (Cucurbita pepo) – Kürbiskerne sind wohl das bekannteste Mittel bei vergrößerter Prostata. Sie enthalten Stoffe, die die Spannung Ihrer Blase erhöhen. So erleichtern sie Ihnen das Wasserlassen. Zudem stimulieren sie Ihren Hormonhaushalt und wirken damit gegen eine mögliche Ursache für die altersbedingte Wucherung der Prostata. Präparate aus Kürbissamen und den Früchten der Sägepalme wirken zudem entzündungshemmend und können einen Blutstau in der Prostata beseitigen. Die in den Kürbissamen enthaltenen Phytosterole bremsen zudem die Anheftung des Dihydrotestosterons (DHT) an die Zellrezeptoren und machen es dadurch unwirksam. Es braucht dabei gar kein teurer Kürbiskernextrakt zu sein. Sie können von der Wirkung der Kürbissamen profitieren, indem Sie täglich eine Handvoll Kürbiskerne kauen (als gesunder Ersatz für Chips) oder zu einem Fertigpräparat greifen.
  • Roggenpollen (Secale cereale) – Sie helfen vor allem bei Entzündungen der Prostata, da die Extrakte der Pollen entzündungshemmend wirken. Außerdem enthalten die Pollen Bestandteile, die das Wachstum von Prostatazellen hemmen und so einer Wucherung entgegenwirken.
  • Sägepalme (Sabal serrulata) – Die Sägepalmenpräparate greifen auch in die Hormonbildung ein: Sie hemmen die Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron in seine aktive Variante DHT. Sägepalmenextrakte können zusätzlich die Bindung von DHT an die Hormonrezeptoren blockieren, wodurch die Hormonwirkung gehemmt wird. Ein weiteres Wachstum des Drüsengewebes kann auf diese Weise gebremst werden, durch die Abnahme der Blutfülle kann es sogar zu einer leichten Verkleinerung der Prostata kommen und somit das Abfließen des Harns erleichtert werden.
  • Weidenröschen (Epilobium angustifolium)

Darüber hinaus wirken alle anderen neben der Sägepalme oben genannten Heilpflanzen abschwellend auf das Drüsengewebe, beugen Entzündungen vor und haben einen krampflösenden Effekt auf die Muskulatur der Harnröhre. Mit selbst zubereiteten Tees aus diesen Heilkräutern, die entzündungshemmend wirken, können Sie Ihre Behandlung wirkungsvoll unterstützen.

Vitalstoffe für Ihre Gesundheit

Auch diese Stoffe können Sie effektiv bei der Behandlung einer BPH einsetzen:

  • Zink – Er hemmt die Prolaktinausschüttung und kann dadurch ein weiteres Wachstum des Drüsengewebes bremsen. Die empfohlene Tagesdosis zu therapeutischen Zwecken liegt bei 30 bis 50 mg, die Sie am besten mit einem Fertigpräparat aus der Apotheke zu sich nehmen.
  • Omega-3-Fettsäuren – Sie wirken entzündungshemmend. Sie sind reichlich in fettem Fisch wie Makrelen und Lachs enthalten, aber auch in Leinöl. Essen Sie daher mindestens zweimal wöchentlich Fisch und bereiten Sie Ihr Salatdressing mit etwas Leinöl zu. Sie können auch eine Kur mit einem Fischölpräparat (Tagesdosis 500 bis 1000 mg Omega-3-Fettsäuren) aus dem Drogeriemarkt machen.

All diesen Mitteln ist gemeinsam, dass sie die Beschwerden einer vergrößerten Prostata lindern. Welches Präparat für Sie geeignet ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Mit Vitalstoffen und Homöopathie gegen eine vergrößerte Prostata

Die Überaktivität bestimmter hormonähnlicher Substanzen (Prostaglandine) kann eine Prostatavergrößerung auslösen. Die zu den ungesättigten Fettsäuren zählende Gamma-Linolen-Säure ist in der Lage, die Aktivität dieser Substanzen zu drosseln. Gamma-Linolen-Säure ist sowohl in Fischölkapseln als auch in Nachtkerzenöl enthalten. Fertigpräparate mit Nachtkerzenöl erhalten Sie in Apotheken, Bioläden und im Internet.

Mit der richtig gewählten homöopathischen Substanz können Sie die Beschwerden in vielen Fällen gut in den Griff bekommen. Starten Sie daher durchaus einen Versuch mit einem dieser homöopathischen Mittel:

  • Conium – Dies könnte passen, wenn Sie nachts mehrmals zur Toilette müssen und der Harn schon auf dem Weg dorthin zu träufeln beginnt. Häufig besteht zusätzlich sexuelle Erregung bei geschwächter Potenz.
  • Staphisagria – Es hilft gegen häufiges Urinieren, bei dem jedes Mal nur geringe Mengen abgehen. Es bleibt ständig das Gefühl, die Blase habe sich nicht vollkommen entleert.
  • Sabal serrulata – Dieses Mittel wird auch der „homöopathische Katheter“ genannt, denn es erleichtert die Entleerung, wenn das Gefühl besteht, als ob sich der Urin durch einen engen Ausgang zwängt.

Lassen Sie von dem passenden Mittel dreimal täglich drei Globuli in der Potenz C6 langsam im Mund zergehen.

Welche Gewohnheiten Sie ändern sollten

Folgende Maßnahmen verringern den negativen Einfluss der benignen Prostatahyperplasie (BPH) auf das Wasserlassen:

  • Nehmen Sie zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen keine Flüssigkeit mehr zu sich.
  • Versuchen Sie, Ihre Blase bei jedem Toilettengang vollständig zu leeren.
  • Schränken Sie den Konsum von alkohol- und koffeinhaltigen Getränken ein.
  • Vermeiden Sie rezeptfreie Antihistaminika. Diese führen unter Umständen zu einer Verkrampfung des Blasenschließmuskes.
  • Bleiben Sie aktiv. Passivität hält den Urin zurück.
  • Halten Sie sich warm. Kälte führt unter Umständen zu Harnverhalt.

Obst und Gemüse© Kurhan – Fotolia

Auch wenn Ihnen Ihr Arzt Medikamente verschreibt, sollten Sie Ihre Prostata unterstützen:

  • Bewegung ist immer gut. Sport fördert die Durchblutung und wirkt entspannend. Davon profitiert auch Ihre Prostata.
  • Langes Sitzen ist tabu. Egal ob im Auto, im Büro oder auf einem Restaurantstuhl: Stehen Sie immer mal wieder auf und bewegen Sie sich.
  • Hüten Sie sich vor Nässe und nasser Kälte. Trocknen Sie sich zum Beispiel im Schwimmbad immer gut ab. Nässe und Kälte führen dazu, dass die Prostatamuskeln verkrampfen und die Harnentleerung behindern.
  • Trinken ist ein absolutes Muss. So spülen Sie die Harnwege gut durch und der Urin bleibt nicht zu lange in der Blase. Auf diese Weise trainieren Sie darüber hinaus das Wasserlassen.
  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich. So haben Sie einen regelmäßigen Stuhlgang und vermeiden Verstopfungen. Durch zu starkes Drücken beim Stuhlgang pressen Sie ansonsten Harnröhre und Blasenausgang zusammen und erschweren sich das Wasserlasse

Möglichkeiten der Prävention von Prostataproblemen

Sie können ebenfalls dazu beitragen, Prostataprobleme zu reduzieren:

  • Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung, wenn Sie älter als 50 Jahre sind.
  • Lassen Sie Ihre Prostata untersuchen, wenn Sie bestimmte Anzeichen und Symptome bemerken.

Informieren Sie sich gründlich über die verschiedenen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, um sich im Notfall zusammen mit Ihrem Arzt für die beste Behandlung zu entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Ihrem Leben Prostataprobleme entwickeln, fällt hoch aus. Umso wichtiger ist es, dass Sie die wesentlichen Hintergründe kennen. Dann entdecken und behandeln Sie diese rechtzeitig und erfolgreich, bevor sie schmerzhaft oder lebensbedrohlich werden.

Weniger Prostatavergrößerungen in Asien

In Studien wurde festgestellt, dass ein Großteil der Männer über 45 Jahren an der gutartigen Prostatavergrößerung erkranken – aber nur in den westlichen Ländern. Weniger Prostataerkrankungen werden aus den asiatischen Ländern oder aus dem Mittelmeerraum berichtet. Es lag für die Wissenschaftler nahe, den Einfluss zu untersuchen, den die Ernährung in diesen Ländern auf das Prostatawachstum hat. Dabei wurde festgestellt, dass Asiaten und Südeuropäer eine ballaststoffreiche und an tierischen Fetten arme Ernährung bevorzugen.

Im Mittelmeerraum enthält die Küche viel frisches Obst, Gemüse, wenig Fleisch, kaltgepresstes Olivenöl und Wein; in Asien wird Soja in allen Varianten und als Sojaöl zu den Mahlzeiten verwendet. Daraus leiteten die Wissenschaftler ab: Die vermehrte Aufnahme von Fleisch und tierischen Fetten erhöht das Risiko, an der gutartigen Prostatavergrößerung zu erkranken, Früchte und Gemüse vermindern es.

Vorbeugung durch gesunde Ernährung

Achten Sie daher auf eine leichte, ballaststoffreiche, abwechslungsreiche, gesunde Ernährung:

  • Gemüse
  • Hülsenfrüchte
  • Obst
  • Soja
  • Getreide
  • Leinsamen
  • ungesättigte Fettsäuren aus Oliven- oder Sojaölen

Im Rahmen einer prostatagesunden Ernährung sollten Sie diese Regeln beachten und Ihre Nahrung dementsprechend umstellen:

  • Vollkornbrot – Einen entscheidenden Schritt machen Sie, wenn Sie Weißbrot in jeder Form (Toast oder Brötchen) links liegen lassen. Wählen Sie stattdessen Vollkornbrot, eine wirkliche Ballaststoffbombe.
  • Tofu – Es muss nicht immer Wurst sein. Probieren Sie auch einmal Brotbelag auf Tofubasis. Diesen schnittfesten Belag können Sie sehr vielfältig einsetzen. Es gibt ihn im Reformhaus oder Naturkostladen mittlerweile in vielen Geschmacksrichtungen von mild bis scharf.
  • ballaststoffreiches Frühstück – Beginnen Sie Ihren Tag mit einem ballaststoffreichen Frühstück; etwa mit einem Müsli, das Sie am besten selbst frisch schroten. Vielleicht schmeckt Ihnen auch ein Joghurt mit Leinsamen? Oder Sie mixen frisches Obst unter Müsli oder Joghurt.
  • Obst – Gerade Obst ist höchst empfehlenswert. Vor allem im Sommer haben Sie die volle Auswahl, denn es kommen auch all die leckeren Sommersorten auf den Markt. Sie liefern nicht nur Vitamine und Ballaststoffe, sondern als Nebeneffekt auch gute Laune, weil der Geschmack an den Sommer erinnert. Zudem sind sie ein geeigneter Zwischendurch-Snack, wenn der kleine Hunger kommt und viel gesünder als ein Schokoriegel.
  • Phytoöstrogene – Versorgen Sie sich mit prostatagesunden Pflanzenstoffen. Diese Phytoöstrogene, die das Risiko einer Prostataerkrankung senken, stecken in Tomaten, Karotten, Zitronen und Knoblauch. Zudem stärken die Stoffe ganz nebenbei auch Ihre Abwehrkräfte.
  • Soja – Machen Sie es wie die Asiaten und setzen Sie auf Soja. Sojasprossen schmecken lecker über einem frischen Salat. Und auch Ihr gewohntes Öl können Sie problemlos gegen Sojaöl austauschen, das Sie in jedem Lebensmittelladen erhalten.
  • grüner Tee – Außerdem ist grüner Tee gesund für Ihre Prostata. Er schmeckt sowohl heiß als auch kalt. Sie können ihn also im Sommer auch als Erfrischung nutzen.

Selbsttest: Ist Ihre Prostata gesund oder vergrößert?

Haben Sie Schmerzen beim Samenerguss?janein
Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen?janein
Müssen Sie mehr als sieben Mal am Tag aufs WC?janein
Haben Sie Schmerzen in der Leiste oder am Damm?janein
Haben Sie beim Wasserlassen Startprobleme?janein
Ist Ihr Harnstrahl schwach, bricht er manchmal ab?janein
Haben Sie das Gefühl, Ihre Blase entleert sich beim Wasserlassen nicht ganz?janein
Müssen Sie auch nachts oft aufs WC?janein
Haben Sie Blutbeimengungen in Ihrem Sperma oder Urin?janein

Beantworten Sie zwei oder mehr Fragen mit „ja“, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt. Ihr Prostataproblem ist mit großer Wahrscheinlichkeit heilbar, wenn man es früh erkennt.

Index zur Beurteilung des Schweregrades der vergrößerten Prostata

Wenn Sie glauben, dass Sie eine vergrößerte Prostata haben, füllen Sie diesen Fragebogen aus und bringen Sie ihn bei Ihrem Arztbesuch mit. Ein Gesamtergebnis von 7 oder weniger bedeutet im Allgemeinen, dass Ihre Symptome eher schwach ausgeprägt sind. Höhere Werte gelten als mäßig bis schwere Erkrankung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt den besten Behandlungsplan für Sie persönlich ab.

Wie oft haben Sie in den letzten Wochen …gar nichtmehr als einmalweniger als die Hälfte der Zeitetwa die Hälfte der Zeitmehr als die Hälfte der Zeitfast immer
… das Gefühl gehabt, Ihre Blase nach dem Wasserlassen nicht richtig entleert zu haben?012345
… innerhalb von zwei Stunden nach dem Wasserlassen wieder urinieren müssen?012345
… festgestellt, dass Sie während des Wasserlassens mehrfach den Harnfluss unterbrochen haben?012345
… ein Problem damit gehabt, das Wasserlassen auf später zu verschieben?012345
… einen schwachen Harnstrahl bemerkt?012345
… mit viel Anstrengung das Wasserlassen einleiten müssen?012345
… nachts (zwischen Schlafengehen und Aufstehen) auf die Toilette gehen müssen?nieeinmalzweimaldreimalviermalfünfmal und mehr
012345

Prostatavergrößerung Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Prostata: Gesunde Ernährung

Wie und warum Sie durch eine ballaststoffreiche Ernährung ausgerechnet Ihre Prostata schützen können, das erfahren Sie in diesem Beitrag:

Prostatavergrößerung Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Welche Nahrungsmittel und Kräuter Ihrer Prostata helfen

Die Prostata gehört zu den männlichen Sexual-Organen und gilt als besonders empfindlich. Diese Nahrungsmittel können der Drüse helfen:

Prostatavergrößerung Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Wie die Prostata Ihr Sexualleben beeinflusst

Prostata-Operation = Impotenz – ob da was dran ist? Hier erfahren Sie alles über die Zusammenhänge zwischen Prostata und Sexualleben.

Prostatavergrößerung Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Prostata-Untersuchung: Keine Angst vonnöten – So läuft sie ab

Hier erfahren Sie alles rund um die von vielen Männern gefürchtete Prostata-Untersuchung, und warum diese Sorgen völlig unbegründet sind:

Prostatavergrößerung Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Was ein erhöhter PSA-Wert wirklich aussagt

Was hat es eigentlich mit PSA auf sich? Und welche Aussagekraft hat ein erhöhter PSA-Wert? – In diesem Beitrag erfahren Sie das und mehr:

Gratis PDF

Die besten
7 Rezepte
mit Ingwer