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Prostatakrebs: Der PSA-Test ist nicht zuverlässig – machen Sie ihn immer zweimal!

von Inga-Maria Riechberg, Chefredakteurin von "Natur und Gesundheit", dem Dienst, der Ihnen hilft, vorzubeugen, zu heilen und gesund zu bleiben – mit den Kräften der Natur

Jedes Jahr erkranken rund 22.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs. Anlass für viele Ärzte und Patienten, die Einführung des Früherkennungstests PSA auf Krankenschein zu fordern. Doch kann dieser einfache und preiswerte Test wirklich Leben retten, wie die Befürworter in großen Pressekampagnen versichern? Selbst aus der Schulmedizin kommen kritische Stimmen.

Prostatakrebs macht keine eindeutigen Frühsymptome

Im Gegensatz zur gutartigen Prostatavergrößerung (medizinisch: benigne Prostatahyperplasie; BPH), die sich durch erschwertes Wasserlassen bemerkbar macht, verursacht ein beginnender Krebs der Vorsteherdrüse keine eindeutigen Symptome. Das liegt daran, dass zunächst nur ein kleiner Teil der Drüse betroffen ist: in 80 % der Fälle die rückwärtige Wand der Kapsel, die das walnussgroße Organ unterhalb der Blase umschließt. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten leichte Blutspuren im Urin, Druckgefühle oder Schmerzen auf. Allerdings führt auch der Prostatakrebs wie alle anderen Krebserkrankungen häufig zu unspezifischen Beschwerden.

Zu den allgemeinen Krebsfrühzeichen zählen:

  • ungewohnte Müdigkeit
  • körperlicher und geistiger Leistungsknick
  • leicht erhöhtes Fieber
  • Nachtschweiß
  • ungewollter Gewichtsverlust

Bei diesen Beschwerden sollten Sie sich unbedingt von Ihrem Hausarzt durchchecken lassen. Die meisten Prostatakrebse werden bei der Tastuntersuchung entdeckt, die zu der Vorsorgeuntersuchung beim Urologen gehört, auf die jeder Mann ab 45 Anrecht hat. Dabei tastet der Arzt durch den Darm die Rückwand der Prostata ab. Ist ihre Oberfläche knotig verdickt, kann Krebs vorliegen. Doch dann ist die Erkrankung schon fortgeschritten. Daher setzen viele Ärzte auf die Messung des prostataspezifischen Antigens (PSA), eines Eiweißstoffs, der bei Krebs meist erhöht und im Blut nachweisbar ist. Inzwischen können Sie auch einen PSA-Test zur Selbstmessung für ca. 10 € in Apotheken kaufen. Doch leider ist der Test kein zuverlässiger Krebsanzeiger. Der PSA-Normalwert von 4 ng/ml kann auch durch andere Einflüsse erhöht sein.

Diese anderen Faktoren können den PSA-Wert erhöhen:

  • gutartige Prostatavergrößerung (BPH)
  • Entzündung der Prostata
  • andere fieberhafte Erkrankungen
  • körperliche Anstrengung, v. a. Radfahren und Sex

Das sorgt bei vielen Männern für große Besorgnis, da manche Ärzte diese Information nicht deutlich genug geben. Falls Ihr PSA-Wert erhöht sein sollte, ist das noch kein Grund zur Panik. Warten Sie zwei Wochen, in denen Sie auf körperliche Anstrengung verzichten, und lassen Sie dann nochmals Ihren PSA-Wert bestimmen. Erst wenn dieser erhöht ist, sollte eine weitere Abklärung per Ultraschall und Biopsie erfolgen. Computer- oder Kernspintomografie sind nicht angezeigt, da sie keine zusätzlichen Informationen liefern.

Die beste Vorbeugung: frische Kost mit viel Gemüse

Mit frischem Gemüse und Obst nehmen Sie nicht nur reichlich zellschützende Vitamine und Mineralstoffe zu sich, sondern auch wichtige sekundäre Pflanzenstoffe. An erster Stelle sei hier der Farbstoff Lycopin genannt, der Tomaten, Paprika, Kürbis und Aprikosen ihre leuchtende gelbe bzw. rote Farbe verleiht. Lycopin wird am besten aus gekochten Früchten resorbiert. Das gilt auch für das zellschützende Beta-Carotin in Karotten. Essen Sie daher mindestens zweimal pro Woche gekochte Karotten- und Tomatengerichte. Nehmen Sie auch täglich 50 µg organisch gebundenes Selen (z. B. Selenmethionin oder Selencystein) als Fertigpräparat ein, da unsere Nahrung nur sehr wenig von diesem wichtigen Krebsschützer enthält.

Soja und Leinsamen liefern Ihnen schützende Phytoöstrogene

Zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen auch die Phytoöstrogene, die als hormonähnliche Stoffe die krebsfördernde Testosteronwirkung möglicherweise blockieren können. Obwohl frei verkäufliche Fertigpräparate kräftig beworben bewerden, existiert bislang keine Studie, die die krebsschützende Wirkung dieser Produkte wirklich belegt. Nehmen Sie daher Phytoöstrogene in ihrer natürlichen Form zu sich: Essen Sie viel Sojaprodukte, Hülsenfrüchte und Leinsamen. Damit erhalten Sie auch die wichtigen Ballaststoffe, die für regelmäßigen Stuhlgang sorgen und so der Speicherung von krebsfördernden Verdauungstoxinen vorbeugen.

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