Prostatakrebs: Behandlung
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Ein Prostata-Karzinom ist die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern. Etwa jeder 6. Mann wird im Laufe seines Lebens mit dieser Diagnose konfrontiert. Die Mehrzahl dieser Diagnosen bezieht sich auf eine langsam wachsende Tumorform. Durch regelmäßige Untersuchungen kann diese Form häufig schon frühzeitig entdeckt werden, bevor sich Krebszellen außerhalb der Drüse verbreiten können.
Wenn Ihr Arzt nach einer Standarduntersuchung einen Tumor vermutet, wird er wahrscheinlich kleine Gewebeproben für eine Laboranalyse entnehmen. Bei dieser so genannten Biopsie wird eine Hohlnadel unter Ultraschallkontrolle bis in die Prostata vorgeschoben, wo ein kleines Gewebestück entnommen wird. Die Biopsie wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Wenn die Laboranalyse das Vorhandensein eines Tumors bestätigt, versuchen die Ärzte die Aggressivität (Grad) und seine Ausbreitung (Stadium) zu bestimmen.
Die Ärzte können weitgehend anhand der Prostata-Untersuchung sowie der Kombination von Biopsie und PSA-Spiegel das Stadium der Erkrankung bestimmen. Unter Umständen sind weitere Tests erforderlich. Dazu gehören Knochenscan (Skelettszintigrafie), Röntgen der Lunge, Magnetresonanz- (MRT, Kernspintomographie) oder Computertomographie (CT), mit denen sich die Ausbreitung des Krebses in Ihrem Körper beurteilen lässt.
Grad und Stadium Ihres Prostata-Karzinoms und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand spielen die Schlüsselrolle bei der Festlegung Ihres Behandlungsplans. Die Hauptoptionen bei Prostata-Krebs im Frühstadium umfassen:
Kontrolliertes Zuwarten – Die Option empfiehlt sich eher für Männer über 70 Jahre, da es über 10 Jahre dauern kann, bevor sich eine langsam wachsende Geschwulst ausbreitet und Probleme verursacht. Je nach Gesundheitszustand kann das länger als Ihre Lebenserwartung sein. Außerdem kann der Behandlungsstress mehr Risiken mit sich bringen als der Krebs.
Kontrolliertes Zuwarten bedeutet, dass Sie sorgfältig auf neue Symptome achten. Ihr Arzt empfiehlt wahrscheinlich halbjährliche Bluttests und rektale Tastuntersuchungen, vielleicht auch zusätzliche Biopsien. Falls das Karzinom aggressiver wird und sich auszubreiten beginnt, kann die Behandlung einsetzen.
Der Nachteil des kontrollierten Zuwartens ist die Möglichkeit, dass Ihr Karzinom aggressiver werden kann und möglicherweise umfangreichere Behandlungen erfordert, als wenn es frühzeitig therapiert worden wäre. Eine Studie zeigte, dass dies bei 13% der Patienten der Fall war, die sich für kontrolliertes Zuwarten entschieden hatten.
Operative Prostata-Entfernung (Radikale Prostatektomie) – Die häufigste Form der Radikalen Prostatektomie ist die retropubische Operation, an deren Anfang ein Einschnitt im Unterbauch steht. Zuerst kann Ihr Urologe die drüsennahen Lymphknoten entfernen, um sie schnell einer Laboranalyse zu unterziehen. Damit wird festgestellt, ob sich die Krebszellen außerhalb der Drüse verbreitet haben. Die Operation wird unter Narkose oder Spinalanästhesie durchgeführt und erfordert oft einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt mit anschließenden 3 bis 5 Wochen Genesungszeit.
Neue Techniken erlauben den Urologen, drüsennahe Muskeln und Nerven zu schonen, die Wasserlassen und Sexualfunktionen kontrollieren. Dadurch wird das Risiko für Blasenprobleme und Erektionsstörungen herabgesetzt. Letzteres bleibt aber ein verbreitetes Problem.
Minimal-invasive Techniken beinhalten die Entfernung des Organs mittels bleistiftdünner Instru mente (Endoskope), die durch mehrere kleine Einschnitte am Bauch eingeführt werden. Diese Verfahren ermöglichen auch eine robotergestützte Anwendung. Manche Krankenhäuser setzen solche Verfahren ein, aber ob sie besser als die traditionelle Prostata-Entfernung sind, bleibt zu klären.
Bestrahlung – Diese Methode ist eine wirksame Alternative zur Operation. Die Hauptvorteile liegen in der Vermeidung des Operationsstresses. Zu den Nebenwirkungen können rektale Probleme und solche des Wasserlassens sowie die allmähliche Ausbildung von Erektionsstörungen gehören. Das Risiko für diese Effekte ist in den letzten 10 Jahren zurückgegangen – dank technologischer Fortschritte in Bezug auf Zielgenauigkeit und besserer Auswahl von Patienten, die von dieser Behandlung am meisten profitieren. Die Strahlendosis wird mit folgenden Methoden in den Tumor gebracht:
Externe Strahlentherapie – Das ist die häufigste Methode. Ein Gerät produziert einen hoch energetischen Strahl, der auf das zu behandelnde Gewebe konzentriert wird. Um den genauen Zielort für die Bestrahlung zu ermitteln, können eine Reihe verschiedener Techniken eingesetzt werden. Dreidimensionale Scans oder Ultraschall-Bildgebung eignen sich, um die Lage der Prostata anzuzeigen und diejenigen Winkel zu identifizieren, unter denen der Strahl am wenigsten die umgebenden Organe in Mitleidenschaft zieht. Eine modernere Methode beinhaltet die Einpflanzung kleiner metallischer Kugeln in die Prostata, die von dem Bestrahlungsgerät erkannt werden und sich zum Zielen nutzen lassen.
Externe Bestrahlungen werden gewöhnlich an 5 Tagen in der Woche über 6 bis 8 Wochen verabreicht. Dazu werden überwiegend hoch energetische Röntgenstrahlen genutzt. Eine neue Variante dieser Therapie verwendet jedoch stattdessen Protonen, um die Krebszellen abzutöten. Protonen fliegen durch gesundes Gewebe und deponieren ihre Strahlung im Zielgebiet. Diese Art der Bestrahlung wird zurzeit an ausgewählten Kliniken untersucht, und es wird erwartet, dass diese Technik zukünftig häufiger eingesetzt wird.
Radioaktive Spickung (Brachytherapie) – Bei dieser Behandlung werden reiskorngroße radioaktive Stifte (Seeds) in Ihre Prostata implantiert. Die Platzierung der Seeds erfolgt unter der Kontrolle einer Ultraschall-Bildgebung und erreicht eine Strahlendosis, die doppelt so hoch ist wie bei einer externen Bestrahlung. Die Strahlung der Seeds reicht nur einige Millimeter weit. Die häufigste Partikelart – Jod125 – verliert die Strahlung nach etwa einem Jahr und verbleibt im Körper.
Vereisung (Kryotherapie) – Diese Methode nutzt eine dünne Metallsonde, mit der die Krebszellen vereist werden, aufplatzen und absterben.
Kombinationstherapien – Die Verknüpfung verschiedener Methoden ist ein relativ neuer Trend bei der Behandlung des Prostata-Karzinoms, besonders bei den weiter fortgeschrittenen Erkrankungsformen. Folgende Kombinationen sind möglich:
Externe Bestrahlung mit Brachytherapie – Diese Kombination eignet sich für Patienten mit aggressiven Karzinomen, die noch auf die Prostata beschränkt sind. Häufiger sind jedoch Fälle, in denen der Krebs außerhalb des Organs Metastasen gebildet hat. Die externe Bestrahlung kann die Strahlendosis der eingepflanzten Seeds verstärken oder solche Regionen behandeln, die nicht durch die Seeds erreicht werden.
Prostata-Entfernung mit anschließender externer Bestrahlung – Die externe Bestrahlung behandelt dabei die Nachbarschaft der entfernten Prostata, wenn die Laboruntersuchungen ergeben haben, dass möglicherweise nicht alle Karzinomzellen mit dem Organ entfernt wurden. Außerdem eignet sich diese Kombination, wenn Ihre PSA-Werte Monate oder Jahre nach der Operation wieder ansteigen.
Externe Bestrahlung mit Hormontherapie zur Testosteron-Reduzierung – Die Hormontherapie kann große Tumore schrumpfen lassen, weshalb die Bestrahlung schneller ihre Wirkung erzielen kann. Nach der Bestrahlung kann die Hormontherapie losgelöste Krebszellen abtöten, die sich noch am Ort des Karzinoms befinden. Einige neue Studien haben gezeigt, dass diese Kombination die Überlebensrate von Männern mit mittleren bis schwerem Prostata-Krebs deutlich verbessert. Einige dieser Karzinome hatten sich schon leicht über die Drüse hinaus ausgebreitet.
Brachytherapie und Hormonbehandlung – Neben dem Abtöten der Krebszellen und der Senkung Ihrer PSA-Werte, kann die Schrumpfung eines großen Tumors das Einbringen der radioaktiven Seeds erleichtern.
Bei diesem Ansatz beginnt die Hormontherapie einige Monate vor dem Einsetzen der Seeds. Ein weiterer Vorteil kann der verbesserte Harnfluss sein.
Welchen Teil Sie beitragen können
Die Behandlung von Prostata-Karzinomen schreitet voran. Die Möglichkeiten der Ärzte, die Erkrankung im Frühstadium zu entdecken, sind gut und werden weiterhin besser. Ihr Beitrag besteht darin, diese Vorteile auch zu nutzen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter
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