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Was Sie selbst vorbeugend gegen Prostatabeschwerden tun können

Prostataerkrankungen sind kein Schicksal. Sie können selbst sehr viel tun, um einer solchen Erkrankung vorzubeugen bzw. bestehende Prostatabeschwerden zu lindern. Der beste Schutz vor Prostatabeschwerden und Prostatakrebs ist die regelmäßige jährliche Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 45 Jahre. Mein dringender Tipp: Nutzen Sie sie!

Nehmen Sie Ihren Lebensstil kritisch unter die Lupe

Da in asiatischen Ländern Erkrankungen der Prostata nahezu unbekannt sind, vermutet man, dass viele Ursachen in der Lebensweise der westlichen Welt begründet liegen. Stress, Bewegungsmangel, Fehl- und Überernährung, Rauchen und Alkohol gehören sicherlich dazu. Stress schädigt das Immunsystem und kann Krebserkrankungen fördern. Bewegungsmangel ist die Ursache vieler so genannter zivilisatorischer Erkrankungen. Er schwächt das Immunsystem und macht den Organismus anfälliger für Erkrankungen aller Art. Durch regelmäßige Bewegung können Sie auch einer Prostataerkrankung wirksam vorbeugen.

Mein Tipp: Werden Sie mindestens dreimal pro Woche jeweils eine Stunde körperlich aktiv. Das kann Gymnastik, Schwimmen, Joggen, Spazieren gehen oder Gerätetraining im Fitnessstudio sein. Nur: Übertreiben Sie nicht. Vor allem dann nicht, wenn Sie bisher viele Jahre lang inaktiv waren. Bestimmte Sportarten wie Radfahren, Reiten oder Geräteturnen sollten Sie wegen der starken Druck- und Stoßbelastung des Unterbauchs vermeiden.

Mit der richtigen Ernährung senken Sie Ihr Krebsrisiko

Achten Sie darauf, dass Sie als Basis eine überwiegend pflanzliche Kost mit Vollkornprodukten, viel frischem Obst und Gemüse zu sich nehmen. Sie enthält neben Vitaminen und Mineralstoffen auch pflanzliche Hormone (Phytoöstrogene), die die forcierende Wirkung des Testosterons auf das Prostatawachstum z.T. aufheben können. Auf gepökeltes Fleisch und Wurstwaren sollten Sie weitgehend verzichten. Denn im Magen bilden sich nach dem Verzehr gefährliche Nitrosamine, die als krebsfördernd gelten. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, dürfen Sie auch Fleisch essen. Allerdings ist Geflügel dem Verzehr von rotem Fleisch vorzuziehen. Mindestens einmal pro Woche sollten Sie Fisch und Meeresfrüchte essen, die das Spurenelement Selen enthalten.

Ungesättigte Fettsäuren haben eine gesundheitsfördernde Wirkung, während gesättigte tierische Fette das Risiko von Prostata- sowie Herz- und Gefäßerkrankungen erhöhen. Ungesättigte Pflanzenfette sind in kaltgepressten Ölen und Fisch enthalten. Als Faustregel gilt, dass Sie pro Tag maximal 1 Gramm Fett pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollten. Experten sind überzeugt, dass eine kalorien- und fettreiche Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Prostatakarzinomen spielt.

Besser für Ihre Gesundheit sind daher Obst und Gemüse, weil sie Ihnen wertvolle Inhaltsstoffe liefern. Die Vitamine wirken als Fettsenker und neutralisieren als Antioxidantien freie Radikale, das sind hochaggressive, krebsauslösende Sauerstoffmoleküle. Besonders wirkungsvoll sind die Vitamine C (Tagesbedarf mindestens 75 mg) und E (Tagesbedarf 12 mg). „Fünf Mal am Tag“ lautet hier die Devise. Essen Sie pro Tag drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst. Diese Mengen sind einfacher zu erreichen, als man denkt. Ein Glas Orangensaft ersetzt beispielsweise eine Portion Obst. Als Portion gilt dabei die Menge, die man in einer Hand halten kann. Gemüse als Beilage zum Mittagessen, ein Apfel und eine Banane zwischendurch sowie abends etwas Rohkost – und schon haben Sie die fünf Portionen beisammen

Besonders wichtig sind Brokkoli und andere Kohlarten, Tomaten in gekochter Form, viel gelbgrünes Gemüse und statt Fleisch Tofu. Produkte der Sojabohne und Leinsamen schützen aktiv gegen Krebs. Wertvolle Inhaltsstoffe von Pflanzen wie beispielsweise Beta-Karotin und Vitamin E sollten Sie unbedingt über die Nahrung und nicht als Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen.

Mein Tipp: Eine Brokkoli-Kur, bei der Sie mehrere Wochen lang das Kochwasser von abgekochtem Brokkoli trinken, senkt nachweislich die PSA-Werte und hat auf den Heilverlauf einen nachgewiesen guten Einfluss.

Achten Sie auf genügend Flüssigkeitszufuhr

Männer mit Prostatabeschwerden verringern häufig bewusst oder unbewusst Ihre Flüssigkeitsaufnahme, da das Wasserlassen mit unangenehmen Empfindungen bzw. Schmerzen verbunden ist. Doch auch bei einer Prostataerkrankung ist es wichtig, täglich etwa 2,5 Liter Wasser mit Nahrung und Getränken zu sich zu nehmen. Hat der Arzt bei Ihnen zusätzlich eine Harnwegserkrankung diagnostiziert, müssen Sie Ihre Getränkeration sogar steigern, damit Krankheitskeime regelmäßig ausgespült werden können und die Heilung beschleunigt wird.

Mein Tipp: Verschiedene Kräutertees eignen sich sehr gut, beispielsweise Brennnessel, Goldrute (nicht anwenden bei Herz- und Niereninsuffizienz oder bei Ödemen), Kamille, Pfefferminze oder spezielle Blasen- und Nierentees. Doch Vorsicht: Vermeiden Sie nach Möglichkeit solche Getränke, die harntreibend wirken, also Kaffee, Alkohol und schwarzen Tee.

Sorgen Sie für regelmäßigen Stuhlgang

Ernähren Sie sich vitamin- und ballaststoffreich. Zusammen mit regelmäßiger Bewegung wirkt es Verstopfungen entgegen, wodurch starkes Drücken auf die Unterbauchorgane vermieden wird.

Ihr Liebesleben hat keinen Einfluss

Oft wird vermutet, dass die sexuelle Aktivität einen Einfluss auf die Entstehung von Prostataerkrankungen haben kann. In vielen Studien wurde deshalb dieser Frage nachgegangen. Fazit: Ob Sie viel oder wenig Sex haben spielt für die Befindlichkeit Ihrer Prostata keine Rolle. Lediglich die Gesamtzahl der bisherigen Sexualpartner scheint nach australischen Untersuchungen einen gewissen, risikoerhöhenden Einfluss zu haben.

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