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Prostatitis: Diese Behandlungsformen können Ihnen bei einer Entzündung der Prostata helfen

von unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief, der Ihnen verlässliche Informationen für Ihre Gesundheit liefert

Prostatitis ist der allgemeine Begriff für eine Entzündung der Vorsteherdrüse. Prostatitis ist weit verbreitet und tritt häufig bei Männern zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf, ältere Männer können aber ebenfalls betroffen sein. Es werden verschiedene Formen der Prostatitis unterschieden. Dazu gehören:

  • Akute bakterielle Prostatitis – Die akute bakterielle Prostatitis kommt selten vor, verläuft aber am schwersten. Die typischen Beschwerden, die häufig unvermittelt auftreten, zeigen Fieber, Schüttelfrost oder Grippe ähnliche Symptome. Ohne sofortige Behandlung kann diese Form der Prostatitis zu ernsthaften Problemen führen, wie zum Beispiel einer blockierten Blasenentleerung. Mit Antibiotika lässt sich die Infektion in der Regel erfolgreich bekämpfen.
  • Chronisch bakterielle Prostatitis – Diese Entzündung wird durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen. Die Beschwerden sind ähnlich wie bei einer akuten bakteriellen Prostatitis, häufig sind sie jedoch weniger stark und sie entwickeln sich langsamer. Im Vergleich zur akuten Form spricht die chronisch bakterielle Prostatitis häufig weniger auf eine Behandlung mit Antibiotika an. Die Behandlung kann deshalb länger dauern und weniger wirksam sein. Dennoch sollten die Symptome und Beschwerden über einen längeren Zeitraum kontrolliert und mit niedrig dosierten Antibiotika behandelt werden.
  • Chronische abakterielle Prostatitis – Diese Form der Prostatitis kommt am häufigsten vor und lässt sich am schwierigsten diagnostizieren und behandeln. Die Symptome und Beschwerden sind mit denen der chronisch bakteriellen Prostatitis praktisch identisch, es sind aber keine Erreger im Urin oder in der Prostata- Flüssigkeit nachweisbar. Zu den vermuteten Ursachen gehören Fahrradfahren, Joggen, Tätigkeiten, die zu Erschütterungen der Prostata führen, sowie eine aufgrund von Stress oder Angstzuständen verspannte Beckenbodenmuskulatur.

Die Behandlung einer anhaltenden Prostatitis besteht im Wesentlichen darin, die Symptome und Beschwerden zu lindern. Ihr Arzt kann Ihnen Alpha- Blocker verschreiben wie zum Beispiel Doxazosin (verschiedene Hersteller), Tamsulosin (Flomax®) und Alfuzosin (Uroxatral®). Diese Medikamente können dazu beitragen, die Blasenentleerungsstörung zu lindern, indem die Muskeln der Prostata und des Blasenhalses entspannt werden. Nicht verschreibungspflichtige Schmerzmedikamente können ebenfalls Schmerzen und Beschwerden lindern. Auch wenn Ihr Arzt eine abakterielle Prostatitis vermutet, kann er Antibiotika verschreiben, um zu sehen, ob sich die Symptome verbessern.

Eine entspannende Wirkung haben ebenfalls folgende Maßnahmen:

  • Dehnübungen,
  • Stress abbauende Techniken,
  • Wärme in Form von leichtem elektrischem Strom, der auf die Beckenregion gerichtet wird,
  • sowie ein warmes Sitzbad.

Einige Ärzte empfehlen auch die Massage der Vorsteherdrüse, um die Obstruktion in der Prostata aufzulösen. Dies macht die in die Harnröhre mündenden Ausführungsgänge der Vorsteherdrüse (Ductuli prostatici) wieder frei, die als Folge der bakteriellen Entzündung verstopft sind.

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