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Harndrang: Sportliche Männer müssen nachts seltener raus

Nächtliches Wasserlassen gehört zu den häufigsten und besonders lästigten Beschwerden des unteren Harntrakts. Auslöser sind beispielsweise eine gutartige Prostatavergrößerung, vermehrte (nächtliche) Urinproduktion, Blasenspeicherprobleme oder einfach nur Schlafstörungen.

Möglicherweise hilft körperliche Aktivität, die Beschwerden einzudämmen. Darauf weisen Ärzte der Universität von Maywood (Illinois/ USA) hin. Sie haben in einer Studie den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und nächtlichem Harndrang untersucht (Medicine & Science in Sports & Exercise 2014).

Einbezogen waren 28.404 Männer mit einer gutartigen Prostatavergrößerung im Durchschnittsalter von rund 63 Jahren: Jeder Dritte (8.967) berichtete über nächtliches Wasserlassen. Männer, die sich wöchentlich mindestens eine Stunde bewegten (Schwimmen, strammes Gehen), waren zu 35 % weniger von schwerem Harndrang mit mindestens dreimaligem „Rausmüssen“ betroffen als solche, die keinen Sport betrieben. Die Studie zeigt aber auch, dass die schützende Wirkung nur erhalten bleibt, wenn die Männer nicht nur in jungen Jahren sportlich waren, sondern auch im Alter aktiv blieben.

Fazit: Körperliche Aktivität könnte demnach vor der Entwicklung eines nächtlichen Harndrangs schützen. Am Schutzeffekt gegen Harndrang könnten verschiedene Mechanismen beteiligt sein: Gewichtsabnahme, verminderte Nervenaktivität (Sympathikus) und Verringerung von Entzündungsprozessen. Nicht zu vergessen: die simple Tatsache, dass Bewegung müde macht. Wer tiefer schläft, geht nachts vermutlich auch seltener zur Toilette.

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Prof. DHfPG Dr. Thomas Wessinghage
Über den Autor Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage

Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage ist Prorektor für Hochschulentwicklung und Transfer an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in […]

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