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Diese Maßnahmen unterstützen Sie bei einer Harninkontinenz

Neu im Fokus: Falsches Training verstärkt Ihr Harntröpfeln

Etwa jede dritte Frau leidet unter einer quälenden Harninkontinenz. In höherem Lebensalter sind es sogar 60 bis zu 80 Prozent. Wenn Sie davon betroffen sind, scheuen Sie sich nicht, wegen Ihrer Probleme den Arzt Ihres Vertrauens aufzusuchen. Als erstes verschafft dieser sich einen Überblick über das Erscheinungsbild Ihrer Inkontinenz und schließt andere Erkrankungen aus. Denn die Art der Behandlung richtet sich nach der Form Ihrer Inkontinenz.

Die Medizin hat sich gerade auf eine neue Definition der Inkontinenzformen geeinigt:

  • Belastungsinkontinenz (früher Stressinkontinenz): Bei körperlicher Belastung (Heben von Lasten, Husten und Niesen) geht unwillkürlich Urin ab. Übergewicht, chronischer Husten, schwere Geburten, eine niedrige Östrogenausschüttung und ein schwaches Bindegewebe schwächen die Verschlussmuskulatur rund um die Blase.
  • Hyperaktive Blase (früher Dranginkontinenz): Diese Form der Inkontinenz geht weniger mit einem unwillkürlichen Harnabgang einher als mit einem häufigen und besonders fordernden Harndrang, auch nachts.

Frauen bis zum Alter von etwa 50 Jahren leiden häufiger unter einer Belastungsinkontinenz. Ältere Frauen sind dagegen eher von einer hyperaktiven Blase beziehungsweise einer Mischung aus beiden Inkontinenzformen betroffen.

Beckenbodentraining hilft Ihnen am meisten

Bei den Behandlungsmaßnahmen steht eine Veränderung des Lebensstils an erster Stelle. Bei Frauen mit einer Belastungsinkontinenz ist ein Beckenboden- und Blasenverschlusstraining am aussichtsreichsten. Dieses sollten Sie unter professioneller Anleitung erlernen. Denn falsch ausgeführte Übungen können Ihre Inkontinenz verstärken, da sie den Druck im Bauchraum erhöhen.

Diese Maßnahmen unterstützen Sie bei einer Harninkontinenz

Hilfreich können ebenfalls das Beckenbodentraining mit Vaginalkonen (kleine Gewichte, die in der Scheide getragen werden) beziehungsweise einer Vaginalsonde mit Elektrostimulation sowie Biofeedback sein. Frauen, die nur bei bestimmten Anlässen – beispielsweise beim Sport – Urin verlieren, profitieren von der Einlage von Vaginaltampons oder Urethralpessaren. Erst wenn diese Maßnahmen nicht zur Besserung führen, sollten Medikamente oder Operationen in Betracht gezogen werden.

So ändern Sie Ihren Lebensstil:

  • Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie Ihr Gewicht und damit den Druck im Bauchraum reduzieren.
  • Hören Sie auf zu rauchen.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung auf eine ausgewogene Frischkost um.
  • Schränken Sie einen zu starken Kaffeekonsum ein.
  • Sollten Sie zu viel trinken, reduzieren Sie Ihre Trinkmenge.
  • Regulieren Sie Ihren Stuhlgang.
  • Kreuzen Sie beim Husten oder Niesen ihre Beine, um den Harnabgang zu verringern.
  • Lassen Sie sich Beckenboden- und Blasentraining zunächst von einem Profi zeigen.

Drei Schnupperübungen für Ihren Beckenboden zum Kennenlernen

Üben Sie täglich, dann zeigen sich erste Erfolge schon nach vier bis sechs Wochen:

Bauchlage

  • Legen Sie sich auf den Bauch und winkeln Sie das rechte Bein an, so dass Sie in einer bequemen Position liegen. Ihre Stirn liegt auf den Händen.
  • Spannen Sie ihre Beckenbodenmuskulatur an und zwar so stark wie es geht.
  • Halten Sie diese Position für 10 Sekunden und lassen Sie dann locker.
  • Wiederholen Sie diese Übung insgesamt 8-mal und wechseln Sie dann die Beine, indem Sie das linke Bein anwinkeln und das rechte strecken.                 

Frosch-Position

  • Gehen Sie auf Ihre Knie.
  • Legen Sie die Füße zusammen, die Knie sind etwas geöffnet.
  • Senken Sie den Oberkörper nach vorne und legen Sie die Stirn auf Ihre Hände.
  • Spannen Sie die Beckenbodenmuskulatur an.
  • Halten Sie diese Spannung für einige Sekunden und lassen Sie dann locker.
  • Wiederholen Sie diese Übung etwa 10- bis 12-mal.

Seitlift

  • Legen Sie sich ausgestreckt auf die linke Seite.
  • Stützen Sie den linken Unterarm am Boden ab, so dass sich der Ellenbogen unter Ihrer Schulter befindet.
  • Schieben Sie jetzt zunächst Schulter und Ohr „auseinander“, so dass Sie Ihren Hals strecken.
  • Ziehen Sie nun den Bauchnabel Richtung Wirbelsäule ein.
  • Heben Sie langsam die Hüfte vom Boden ab. Einige Sekunden oben halten und langsam wieder absenken und kurz locker lassen.
  • Wiederholen Sie die Übung 6-mal und wechseln Sie dann die Seite.

 

 

 

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