Erektionsstörungen: Reizstrom bringt den Spaß an der Liebe zurück
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Erektionsstörungen
Beim Thema Impotenz denkt heute jeder Mann fast automatisch an Viagra®. Das ist dem groß angelegten Werbefeldzug des Herstellers Pfizer zu verdanken. Dabei ist eine Reizstrom-Therapie mindestens genauso wirksam – selbst in schweren Fällen. Leider ist diese natürliche Methode bisher wenig bekannt. Ihre Vorteile gegenüber Viagra: Sie ist frei von Nebenwirkungen, Sie müssen Ihr Liebesleben nicht vorausplanen und sogar die Krankenkasse zahlt das Verfahren.
GNL5356
Fast 5 Millionen deutsche Männer leiden gelegentlich an Potenzstörungen. Etwa jeder Fünfte von ihnen ist so stark betroffen, dass er sich in ärztliche Behandlung begibt. Viele Ärzte sind dem „Viagra-Wahn“ erlegen oder geben den Wünschen ihrer Patienten nach der Pille recht schnell nach. Doch zunächst einmal sollten Sie sich zusammen mit Ihrem Arzt über die wahren Gründe klar werden, die dahinter stecken, wenn es im Bett mit der Partnerin nicht mehr so recht klappen will. In vielen Fällen sind es nämlich psychische Probleme, Stress oder unausgesprochene Beziehungskonflikte, die die traute Zweisamkeit – oft unbewusst – stören.
Die Hauptursachen von Potenzstörungen sind:
- seelische Belastungen, Stress
- Drogenmissbrauch (u. a. Nikotin, Alkohol)
- Diabetes
- Bluthochdruck
- Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose)
- Prostatabeschwerden (BPH)
- Medikamenteneinnahme (z. B. gegen Bluthochdruck, Depressionen, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen, Hormonstörungen, Sodbrennen)
- Depressionen
- Leber- und Nierenschäden
- Atemwegserkrankungen
- Unfall- und Operationsfolgen
Zunächst sollte also diese lange Liste möglicher Auslöser abgeklärt werden. Oft liegt auch eine Mischung aus organischen und psychischen Störungen zugrunde.
Reizstrom trainiert die Penismuskulatur
Wenn Sie dann noch eine „Hilfe im Bett“ benötigen, sollten Sie nicht nur an Viagra und andere Medikamente denken. Sehr gut bewährt hat sich eine Reizstrom-Therapie. Der elektrische Reiz selbst löst keine direkte Erektion aus. Die Therapie ist vielmehr ein langfristiges Training.
Das Prinzip: Durch Klebe-Elektroden, die auf dem Penis platziert werden, fließt ein sanfter, völlig schmerzfreier Strom. Dieser stimuliert dort Nerven und Muskelzellen. Willentlich können Sie die Muskulatur im Penis nicht „trainieren“. Mit der Elektrostimulation werden diese Bereiche jedoch wieder gestärkt. Reizstrom wird z. B. auch zur Muskelkräftigung, bei Inkontinenz oder in der Schmerztherapie genutzt.
Wenn Muskulatur und Nerven wieder gestärkt sind, reagieren sie schneller auf sexuelle Reize, und eine Erektion stellt sich wieder leichter und öfter ein. Außerdem hält sie dann länger an. Übrigens: Auch ein vorzeitiger Samenerguss lässt sich mit dem Muskeltraining verhindern.
Hilfe sogar bei schweren Potenzstörungen
An der Universität des Saarlandes im Homburg wurden im Jahr 1998 etwa 50 Patienten mit einer ReizstromTherapie behandelt. Bei ihnen hatten andere Therapien nicht mehr angeschlagen. Trotz der weit fortgeschrittenen Störung stellten sich nach einer dreimonatigen Therapie bei 23 % der Patienten wieder spontane Erektionen ein.
Der Vorteil der Methode ist, dass Sie keinerlei Nebenwirkungen befürchten müssen und sie diskret zu Hause „trainieren“ können.
In diesen Fällen dürfen Sie die Reizstrom-Therapie nicht anwenden:
- bei Entzündungen, Ekzemen oder offenen Wunden am Penis
- bei bösartigen Tumoren im Beckenbereich
- wenn Sie einen Herzschrittmacher oder andere elektronische Stimulatoren tragen
- bei eingesetzten Metallimplantaten (z. B. Hüftprothese, Knochenplatten)
Am besten besprechen Sie sich mit Ihrem Urologen, ob sich der Einsatz eines Gerätes bei Ihnen lohnt (siehe auch Kasten oben). Sein allergrößter Vorteil ist für viele Anwender, dass sie im Gegensatz zu anderen Hilfsmitteln oder Viagra ihr Sexualleben nicht mehr „vorausplanen“ müssen. Die Reizstrom-Therapie verschafft Ihnen in Liebesdingen also wieder mehr Spontaneität.