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Erektionsstörungen müssen nicht sein! Natürliche Hilfe, wenn Mann nicht mehr kann

Es gibt in unserer heutigen Zeit, so aufgeklärt sie auch sei, immer noch ein großes Tabu: die „

Mann_beim_Arzt© Alexander Raths - Fotolia
erektile Dysfunktion“ – auf Deutsch: Potenzstörungen. Mann redet nicht darüber, wenn er nicht mehr kann – leider. Denn in den meisten Fällen lässt sich diese Störung tatsächlich wieder beheben. Als Urologe möchte ich Ihnen hier wertvolle Tipps und Übungen an die Hand geben, mit denen Sie sich die Lust zurückholen können.

Erektile Dysfunktion ist für Männer in den besten Jahren leider kein Einzelfall. Von Männern über 50 ist erst jeder Zehnte betroffen. Zwischen 60 und 69 leidet schon jeder vierte Mann unter den Beschwerden. Bei den über 70-Jährigen ist es dann schon jeder zweite. Von Potenzstörung spricht man, wenn seit mindestens 6 Monaten die Versteifung des Gliedes gestört ist und die überwiegende Anzahl der Sex-Versuche erfolglos blieb (wir Mediziner sagen: rund 70 % aller Versuche). Und fast immer sind körperliche Ursachen, zum Beispiel Prostatabeschwerden, der Auslöser für diese Störung:

  • 70 % der Männer leiden unter einer organischen Erkrankung, die die Dysfunktion auslöst.
  • Bei 85 % der Männer sind sogar mehrere Ursachen, also auch psychische Erkrankungen oder Stress, schuld an der Erkrankung.

Allein aus diesem Grund sollten Sie sich nicht scheuen, Ihren Arzt aufzusuchen: Denn diese organischen Krankheiten müssen Sie behandeln lassen. Wenn sie abklingen, kehrt fast immer auch die Lust zurück.

Das sind Ihre Lust-Killer

Es gibt einige Dinge, die gefährlich sind für Ihre Libido. Zu diesen Dont’s gehören:

  • Nikotin. Rauchen vermindert die Sauerstoffkonzentration im Blut. Damit Sie aber eine Erektion haben können, müssen sich die Blutgefäße in den Schwellkörpern entspannen damit vermehrt Blut hinein strömen kann. Das passiert aber nur, wenn ausreichend Stickstoffoxid vorhanden ist. Das kann der Körper selbst bilden, wenn der Penis genügend sauerstoffreiches Blut enthält. Jede Zigarette, die die Sauerstoffkonzentration in Ihrem Blut verringert, verringert so auch Ihre Erektionsfähigkeit.
  • Zucker und Weißmehl. Beide sorgen dafür, dass der Insulinspiegel in Ihrem Körper ansteigt. Wenn Insulin im Blut zirkuliert, hemmt es das Sexualhormon Testosteron. Es ist dafür da, Lust zu erzeugen – ohne Lust funktioniert beim Sex gar nichts.
  • Übergewicht. Der Bauch des Mannes kann guten Sex verhindern. Haben Sie ein paar Kilo zu viel, entsteht in Ihren Fettzellen das Enzym Aromatase. Es verwandelt Ihr Testosteron in Östrogen. Auch dann klappt es mit dem Sex nicht mehr wirklich. Schon 5 Kilogramm, die Sie abnehmen, können dagegen Ihren Testosteronspiegel um 30 % steigern.
  • Bewegungsmangel. Wenn Sie auf Sport verzichten, leidet häufig auch Ihr Sex. Denn Sport sorgt für eine gute Durchblutung im Körper und die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff – ohne die ist eine Erektion nicht möglich. Zudem macht Sport Ihnen auch Lust – er erhöht Ihren Testosteronspiegel.
  • Alkohol und Medikamente. Beides hat sich als Libido-Killer erwiesen. Gerade Beta-Blocker, Schmerzmittel, aber auch Kortison und Präparate gegen Gicht können Ihnen die Lust rauben. Vermuten Sie hier einen Zusammenhang, sollten Sie mit Ihrem Arzt nach einer Alternative suchen.
  • Psychische Probleme. Auch wenn Depressionen leider oft als reine Frauenkrankheit abgetan werden, viele Männer leiden ebenfalls darunter. Wir Mediziner wissen, dass bis zu 40 % der Männer, die eine erektile Dysfunktion haben, auch unter Depressionen leiden. Hier kann Ihnen eine Therapie mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern helfen. Es kann aber auch sein, dass Sie zunächst das Problem Ihrer erektilen Dysfunktion lösen müssen: Die Depressionen verschwinden dann oft einfach von selbst.

Lassen Sie sich nicht stressen

Ein weiterer großer Lustkiller ist hausgemacht: Stress. Oft steckt eine psychische Überlastung hinter den Problemen im Bett. Stehen Sie unter Druck, schüttet Ihr Körper Adrenalin und Cortisol aus. Beides sind Stresshormone, die im Gehirn die Produktion von Sexualhormonen senken. Gerade Testosteron, das für die Lust zuständig ist, und DHEA, das die Grundlage für Sexualhormone bildet, sind davon betroffen. In diesen Fällen reicht es, wenn Sie Ihre Stresshormone senken – dann klappt es auch im Bett wieder.

  • Beginnen Sie zu laufen. Laufen senkt erwiesenermaßen den Level der Stresshormone, baut Adrenalin und Cortisol ab.
  • Lernen Sie eine Entspannungstechnik. Meditieren zum Beispiel kann Ihnen helfen, ruhig zu werden und Stress schon im Vorfeld zu vermeiden. Anleitungen für die richtige Entspannung finden Sie in den Ausgaben von Dr. Spitzbart’s Gesundheits-Praxis 08. und 09. 2005.
  • Nehmen Sie ein Beruhigungsmittel – aber kein chemisches. Magnesium ist das Salz der inneren Ruhe, macht Ihre Nerven stark und stellt darüber hinaus Ihre Blutgefäße in den Schwellkörpern weit. Ich empfehle Ihnen eine Dosis von 600 mg Magnesium pro Tag. Diese Dosis können Sie kaum über die Nahrung zu sich nehmen, Sie brauchen ein Präparat.

Sie brauchen wirklich keine blauen Pillen

Erektionen gehören normalerweise zum Mann dazu. Jede Nacht haben Sie drei bis vier, meist ohne es zu merken. Allerdings lässt die Dauer der Erektionen im Alter nach. Ihre Gefäße verkalken langsam. Die Folge ist, dass auch Ihr Penis alt wird, weil er zu wenig Sauerstoff zugeführt bekommt. Aber natürlich gibt es ein Mittel dagegen: die kleine blaue Pille, Viagra. Sie scheint einen unglaublichen Erfolg zu haben. Rund 65 % derjenigen, die Viagra nehmen, haben nach einem Jahr wieder eine normale Erektion.

Viagra wirkt direkt am Schwellkörper. Hier hemmt die Pille PDE-5, ein Enzym, das Stickoxid versiegen lässt. Dieses Stickoxid brauchen Sie aber für eine Erektion – aber nicht unbedingt Viagra. Denn Stickoxid, das Ihre Blutgefäße im Penis weit stellt und so das Einströmen von Blut ermöglicht, können Sie selbst in Ihrem Körper produzieren. Sie brauchen dazu nur die beiden Bestandteile, aus denen sich Stickoxid bildet. Zum einen ist das der Sauerstoff. Machen Sie dreimal pro Woche eine halbe Stunde Ausdauersport, tanken Sie genügend Sauerstoff. Mehr ist gar nicht nötig.

Dann sollten Sie Ihre Ernährung umstellen. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Arginin zu sich nehmen. Aus diesem Eiweißbaustein stellt Ihr Körper Stickstoff her. Arginin ist in Vollkornprodukten, aber auch in magerem Jogurt, Hühnerbrust, Nüssen und Samen enthalten. Schon kann Ihr Körper sein eigenes Viagra herstellen – und die Lust kommt von ganz allein.

Es gibt 2 natürliche Alternativen zu Viagra

Wenn Sport und argininreiche Ernährung nicht reichen, gibt es noch zwei weitere Mittel, die die blaue Pille überflüssig machen:

  1. Roter Ginseng. Dieses Mittel ist in Asien weit verbreitet, um die Libido zu erhöhen. Im Jahr 2002 untersuchten Forscher der University of Ulsan, ob der rote Ginseng auch bei erektiler Dysfunktion Wirkung zeigt. 45 Männer beteiligten sich an der Untersuchung. Die Hälfte von ihnen erhielt dreimal täglich 900 mg Ginseng, die andere Hälfte ein Scheinmedikament. Bei 60 % der Männer in der Ginseng-Gruppe verbesserte sich die Erektionsfähigkeit; das war nur bei 20 % der Männer der Fall, die ein Scheinmedikament erhielten. Die Wissenschaftler führen das Ergebnis darauf zurück, dass Ginseng mehr Stickoxid produziert und somit dafür sorgt, dass sich die Blutgefäße in den Schwellkörpern besser weit stellen können.
  2. Beckenbodengymnastik. Im gleichen Jahr untersuchte der Schweizer Urologe Dr. Frank Sommer aus Münsterlingen, ob sich ein Muskeltraining und Laufen auf erektile Dysfunktion auswirken. 138 Männer nahmen an der Untersuchung teil. Ein Drittel von ihnen lief vier Monate lang und absolvierte zusätzlich Beckenbodengymnastik. Ein Drittel der Männer tat nichts, die restlichen nahmen ein potenzsteigerndes Mittel. Das Ergebnis: Diejenigen, die Sport und Gymnastik trieben, waren sogar den Männern überlegen, die das Medikament einnahmen. Durch den Sport wird die Durchblutung im Penis gefördert, und dies geschieht regelmäßig. Das ersetzt die spontanen Erektionen in der Nacht. So wird verhindert, dass die Penismuskulatur schwindet und die Durchblutung abnimmt. Impotenz wird so vorgebeugt bzw. behandelt.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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