MenüMenü

Natürliche Hilfe, wenn Mann nicht mehr kann

Es gibt in unserer heutigen Zeit, so aufgeklärt sie auch sei, immer noch ein großes Tabu: die „erektile Dysfunktion“ – auf Deutsch: Potenzstörungen. Mann redet nicht darüber, wenn er nicht mehr kann – leider. Denn in den meisten Fällen lässt sich diese Störung tatsächlich wieder beheben. Als Urologe möchte ich Ihnen hier wertvolle Tipps und Übungen an die Hand geben, mit denen Sie sich die Lust zurückholen können.

Erektile Dysfunktion ist für Männer in den besten Jahren leider kein Einzelfall. Von Männern über 50 ist erst jeder Zehnte betroffen. Zwischen 60 und 69 leidet schon jeder vierte Mann unter den Beschwerden. Bei den über 70-Jährigen ist es dann schon jeder zweite. Von Potenzstörung spricht man, wenn seit mindestens 6 Monaten die Versteifung des Gliedes gestört ist und die überwiegende Anzahl der Sex-Versuche erfolglos blieb (wir Mediziner sagen: rund 70 % aller Versuche). Und fast immer sind körperliche Ursachen, zum Beispiel Prostatabeschwerden, der Auslöser für diese Störung:

  • Bei 85 % der Männer sind sogar mehrere Ursachen, also auch psychische Erkrankungen oder Stress, schuld an der Erkrankung.
  • 70 % der Männer leiden unter einer organischen Erkrankung, die die Dysfunktion auslöst.

Allein aus diesem Grund sollten Sie sich nicht scheuen, Ihren Arzt aufzusuchen: Denn diese organischen Krankheiten müssen Sie behandeln lassen. Wenn sie abklingen, kehrt fast immer auch die Lust zurück.

Das sind Ihre Lust-Killer

Es gibt einige Dinge, die gefährlich sind für Ihre Libido. Zu diesen Dont’s gehören:

  • Nikotin. Rauchen vermindert die Sauerstoffkonzentration im Blut. Damit Sie aber eine Erektion haben können, müssen sich die Blutgefäße in den Schwellkörpern entspannen damit vermehrt Blut hinein strömen kann. Das passiert aber nur, wenn ausreichend Stickstoffoxid vorhanden ist. Das kann der Körper selbst bilden, wenn der Penis genügend sauerstoffreiches Blut enthält. Jede Zigarette, die die Sauerstoffkonzentration in Ihrem Blut verringert, verringert so auch Ihre Erektionsfähigkeit.

  • Zucker und Weißmehl. Beide sorgen dafür, dass der Insulinspiegel in Ihrem Körper ansteigt. Wenn Insulin im Blut zirkuliert, hemmt es das Sexualhormon Testosteron. Es ist dafür da, Lust zu erzeugen – ohne Lust funktioniert beim Sex gar nichts.
  • Übergewicht. Der Bauch des Mannes kann guten Sex verhindern. Haben Sie ein paar Kilo zu viel, entsteht in Ihren Fettzellen das Enzym Aromatase. Es verwandelt Ihr Testosteron in Östrogen. Auch dann klappt es mit dem Sex nicht mehr wirklich. Schon 5 Kilogramm, die Sie abnehmen, können dagegen Ihren Testosteronspiegel um 30 % steigern.
  • Bewegungsmangel. Wenn Sie auf Sport verzichten, leidet häufig auch Ihr Sex. Denn Sport sorgt für eine gute Durchblutung im Körper und die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff – ohne die ist eine Erektion nicht möglich. Zudem macht Sport Ihnen auch Lust – er erhöht Ihren Testosteronspiegel.

  • Alkohol und Medikamente. Beides hat sich als Libido-Killer erwiesen. Gerade Beta-Blocker, Schmerzmittel, aber auch Kortison und Präparate gegen Gicht können Ihnen die Lust rauben. Vermuten Sie hier einen Zusammenhang, sollten Sie mit Ihrem Arzt nach einer Alternative suchen.

  • Psychische Probleme. Auch wenn Depressionen leider oft als reine Frauenkrankheit abgetan werden, viele Männer leiden ebenfalls darunter. Wir Mediziner wissen, dass bis zu 40 % der Männer, die eine erektile Dysfunktion haben, auch unter Depressionen leiden. Hier kann Ihnen eine Therapie mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern helfen. Es kann aber auch sein, dass Sie zunächst das Problem Ihrer erektilen Dysfunktion lösen müssen: Die Depressionen verschwinden dann oft einfach von selbst.
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten