Erektionsstörungen: Gefahrlos Radfahren
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Viele Radsportfans kennen das Gefühl: Nach ausgedehnten Radtouren kribbelt es im Genitalbereich, ein unangenehmes Taubheitsgefühl stellt sich ein. Kein Wunder, denn langes Sitzen im Sattel ist eine hohe Belastung für diese empfindliche Region. Seit Jahren diskutieren Experten: Macht Radeln impotent?
- Radfahren ist gesund. Wie alle Ausdauersportarten stärkt Radeln Herz, Kreislauf und Immunsystem. Anders als beim Laufen werden Knie- und Fußgelenke geschont. Das Körpergewicht wird auf Handgelenke und Dammregion verlagert. Für Männer bringt diese Gewichtsverlagerung allerdings ein Problem mit sich: Die Arterien, die den Penis mit Blut versorgen sollen, werden bei längeren Touren abgeklemmt, das empfindliche Stück wird mangelhaft durchblutet. Nach ausgedehnten Radtouren kann die schlechte Durchblutung des Penis kurzfristig Erektionsstörungen hervorrufen. In einer Studie schilderten Radler etwa doppelt so häufig Potenzprobleme wie Nicht-Radler. Auch langfristige Störungen sind möglich; umfangreiche Langzeitstudien fehlen jedoch bislang.
Steigen Sie auf den richtigen Sattel um
Ganz aufs Radfahren zu verzichten brauchen Männer jedoch nicht. Schon die Wahl des richtigen Sattels kann die Durchblutung des Penis erheblich verbessern. Je breiter der Sattel ist, desto besser. Gel-Sattel können zudem Stöße abmildern. Urologen empfehlen, häufiger aus dem Sattel zu gehen und regelmäßig Pausen einzulegen. Meist hilft auch ein spezielles Ausgleichstraining in den Pausen, der so genannte Kniehebelauf, bei dem die Knie schnell und hoch an den Körper herangezogen werden.
So vermeiden Sie mangelnde Durchblutung:
1. Breiter Sattel: Schmale, harte Rennsattel stören die Durchblutung der Dammregion. Als besonders schonend haben sich breite Damensattel erwiesen. Gel-Sattel können Stöße abmildern. Spezielle Anti-Impotenz-Sättel mit Aussparung in der Mitte sind dagegen weitgehend wirkungslos.
2. Im Liegen radeln: Studien belegen, dass die Durchblutung des Penis beim Radeln mit dem Liegerad nicht beeinträchtigt wird.
3. Pausen machen: Wer keinen Zeitrekord aufstellen will, sollte regelmäßige Pausen einlegen. Dabei werden Penis und Dammregion wieder besser durchblutet.
4. Aus dem Sattel gehen: Wechseln Sie bei längeren Radtouren häufiger die Sitzposition. Gehen Sie zum Wiegetritt aus dem Sattel. Die Dammregion wird damit entlastet.
5. Ebenes Gelände: Auf unebenem Gelände, wie beim Mountainbiken üblich, wird der Körper heftigen Stößen ausgesetzt. Schonender sind ebene Strecken.
6. Gefedertes Rad: Eine Federung im Rahmen lindert Stöße auf unebenem Gelände.
7. Stöße abfangen: Wer auf das Fahren in unebenem Gelände nicht verzichten will, sollte bei heftigen Stößen versuchen, das Körpergewicht kurzzeitig mit den Beinen abzufangen.
8. Ausgleichstraining: Ausgleichstraining wie Rudern, Laufen oder Treppensteigen verbessert die Durchblutung im Penis.