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Hormone: Stoppen Sie mit Eiweiß und Zink das Älterwerden

von Dr. Michael Spitzbart, Chefredakteur von "Dr. Spitzbart’s Gesundheits-Praxis"

Hormone gehören oft zu den wenig beachteten Körperstoffen. Dabei sind sie für die Funktionen im Körper nicht weniger wichtig als Vitamine und Mineralien. Sind ausreichend Hormone vorhanden, können Sie sogar die Alterungsprozesse herauszögern. Und es gehört gar nicht so viel dazu, die Hormonproduktion des Körpers anzuregen.

Ohne Hormone läuft nichts im menschlichen Körper. Diese in verschiedenen Drüsen produzierten und ins Blut ausgeschütteten Botenstoffe begleiten uns das ganze Leben. Sie bestimmen, ob jemand groß oder klein, dick oder dünn, frühreif oder Spätzünder ist. Auch die Stimmungslage, die von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt reicht, wird durch Hormone entscheidend beeinflusst.

Ob wir eher hellwach oder chronisch müde sind, aufgeregt oder aggressiv reagieren, sexuell aktiv oder desinteressiert sind, immer sind diese Tausendsassas mit im Spiel. Im Sport werden die körpereigenen anabolen, (sprich muskelauf- und fettabbauenden) Hormone wegen ihrer starken Wirkung zum unerlaubten Doping missbraucht. Hormone sind körpereigene Substanzen, die schon in kleinen Dosen große Wirkung entfalten, den ganzen Körper harmonisch funktionieren lassen, oder aber – bei einem entsprechenden Mangel – die Harmonie stören.

Lange war man der Meinung, dass die Hormonproduktion nachlässt, wenn wir altern. Heute weiß man, dass wir altern, weil die Hormonproduktion nachlässt. Darum sind die Hormone aus der Anti-Aging-Medizin nicht mehr wegzudenken. Doch Vorsicht: Wer blind Hormone schluckt oder spritzt und dadurch in das empfindliche Gleichgewicht eingreift, schädigt seinen Körper mehr als er ihm nutzt. Darum gehört die Therapie mit Hormonen in die Hände eines erfahrenen Arztes. Doch wir selbst können auch Einiges tun, um die körpereigene Produktion auf natürliche Art und Weise möglichst lange aufrecht zu erhalten.

Die Werte des männlichen Sexualhormons Testosteron misst man am besten über das "freie Testosteron". Testosteron kann vor Alzheimer schützen, wie Wissenschaftler in Baltimore jetzt bewiesen. Damit Ihr Körper auch bei fortgeschrittener Jugend noch über genügend Testosteron verfügt, sollten Sie immer genügend Zink und Eiweiß im Blut haben. Denn nur, wenn ausreichend Zink vorhanden ist, kann der Körper aus Eiweiß Testosteron produzieren. Zink befindet sich in vollem Korn. Eiweiß können Sie durch Fisch und mageres Fleisch, Hüttenkäse, Quark, Linsen und Bohnen aufnehmen. Die Kombination aus Zink und Eiweiß ist in der Auster enthalten, die nicht nur bei Naturvölkern als Aphrodisiakum gilt. Unter dem Strich schützt Testosteron also nicht nur vor Demenz, sondern sorgt auch für innere Dynamik, Pep und Schwung im Alltag.

Durch Messung der beiden Hormone FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) kann der Arzt die Hoden- bzw. Eierstockfunktion bewerten. Beide Hormone sinken leider – ebenso wie das Prolaktin – stressbedingt schnell ab. Melatonin muss nur bestimmt werden, wenn man nicht mehr träumt oder schlecht schläft.

Das so genannte DHEA (Dehydroepiandrosteron) dagegen sollte, wenn man es genau wissen möchte, immer gemessen werden. Denn DHEA ist ein Indikator der hormonellen Reserven! Als Hormonvorstufe beliefert DHEA alle weiblichen und männlichen Hormone und kann – wenn man es richtig dosiert – dem Körper als Hilfe zur Selbsthilfe verabreicht werden.

Besonders wenn Schlagfertigkeit und das Kurzzeitgedächtnis nachlassen, sollten DHEA und auch die Vorstufe Pregnenolon gemessen werden. Besonders wichtig sind die Hormone der Schilddrüse, die an außerordentlich vielen Prozessen im Körper beteiligt sind. Schon geringe Abweichungen vom Normwert können massive Fehlsteuerungen auslösen. Nicht nur Gewichtszu- oder -abnahme können im oberen oder unteren Normalbereich bereits stattfinden, ja sogar depressive Verstimmungen können im unteren noch normalen Bereich auftreten.

Kaum kurbelt man die Hormonproduktion mit Jod und Eiweiß etwas an, ist die Traurigkeit wie weggeblasen. Wie Sie sehen, haben diese kleinen Botenstoffe eine riesige Wirkung. Darum ist es bestimmt kein Luxus, wenn Sie diese kleinen Helfer bei ihrer Arbeit unterstützen.

Die meisten Hormone bestehen aus einem Grundgerüst aus Eiweiß oder Cholesterin und werden unter Mithilfe von Enzymen und Spurenelementen gebildet. Eine zentrale Rolle nehmen hier die essenziellen Eiweißbausteine und das Spurenelement Zink ein. Beides fehlt leider vielen Menschen. Durch die Substitution von Zink und Eiweiß können die Hormone effektiv in ihrer Produktion unterstützt werden, wie umfangreiche Messungen gezeigt haben. Der Vorteil: Man spart sich die nicht immer ganz billige Hormon-Diagnostik und greift durch die Substitution der Bausteine nicht in das sensible Gleichgewicht der Hormone ein. Der Körper produziert nicht zu viel, durch die optimale Versorgung mit den Grundbausteinen aber auch nicht zu wenig von den begehrten Botenstoffen!

Was kann man sonst noch tun, um die Hormonproduktion möglichst lange aufrecht zu erhalten? Man sollte möglichst viel frisches Obst und Gemüse essen, um immer ausreichend von den wertvollen Antioxidantien im Blut zu haben. Und wichtig: Jedes Hormon hat Gegenspieler. Das begehrte Wachstumshormon STH (somatotrophes Hormon) – der Star unter den Anti-Aging Hormonen – hat beispielsweise Insulin zum Feind. STH ist eine Diva, die nur in den ersten Nachtstunden aus der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird. Kaum schwimmt nach abendlicher Pasta Insulin im Blut, zieht sie sich beleidigt zurück. Der STH-Spiegel bleibt niedrig, mit allen negativen Folgen. Auch auf Alkohol reagiert die Diva zickig und wird gar nicht erst produziert. Daher sollte man nicht zu spät zu Abend essen und nicht jeden Abend Alkohol trinken. Wenn dann alle Bausteine zur Produktion vorhanden sind, läuft die Produktion auf Hochtouren. Mehr zum Thema lesen Sie auch hier:

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