Andropause: Ihr Testosteronspiegel im Alter
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Andropause
Sie ermüden häufig schneller, als das früher der Fall war. Bei einer Blutanalyse stellt sich dann heraus, dass Ihre Testosteronwerte niedrig sind. Das kann bedeuten, dass Sie sich in der Andropause befinden. Sie fragen sich, ob Sie sich durch den Ersatz des männlichen Sexualhormons Testosteron wieder jünger fühlen werden – also kräftiger und agiler.
GNL5356
Häufig sind Symptome wie Erschöpfung, nachlassende Kraft und vermindertes Interesse an Sex (Libido) bei alternden Männern völlig normal. Bei einigen Männern jedoch können diese Symptome auch auf einen unnatürlich niedrigen Hormonspiegel hindeuten. Testosteron ist ein natürliches Hormon, das zum Erhalt von Muskelmasse und Kraft dient, die Spermien-Produktion ankurbelt, das Interesse an Sex sowie die Erektionsfähigkeit erhält. Männer, deren Testosteronspiegel unnatürlich niedrig ist, können auf Hormonersatzprodukte zurückgreifen. Aber deren Vorzüge und mögliche Risiken müssen mit Bedacht gegeneinander abgewogen werden.
Wie sich die Andropause bemerkbar macht
Im fortgeschrittenen Alter produziert der männliche Körper weniger Testosteron, ein Prozess, der sich Andropause nennt, analog zur Menopause der Frauen. Die Geschwindigkeit der Abnahme des Testosteronspiegels variiert in der Andropause stark, aber meistens erreichen die Testosteronwerte ihren Höhepunkt in den 20er Lebensjahren und nehmen in den 30ern oder frühen 40ern allmählich ab.
Nach dem siebten Lebensjahrzehnt können die Hormonwerte dann so weit abgesunken sein, dass sich Symptome eines niedrigen Testosteronspiegels wie verminderte Kraft, Rückgang des Bartwuchses und nachlassende Libido bemerkbar machen.
Daneben kann eine Krankheit, der Hypogonadismus, zu einer verminderten Testosteronausschüttung führen. Hypogonadismus ist eine Störung, die die Hoden entweder direkt oder indirekt über die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) betrifft, da diese Drüse die Hormonfreisetzung in den Hoden kontrolliert.
Hypogonadismus kann während der Kindheit, der Adoleszenz oder im Erwachsenenalter auftreten. Bei erwachsenen Männern kann diese Erkrankung den Körperbau beeinflussen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Zu den möglichen Symptomen der Andropause gehören Verminderung der Körperbehaarung, erektile Dysfunktion, vermehrte Bildung von Körperfett, Hitzewallungen, abnehmende Hodengröße und -festigkeit, Rückgang der Muskelmasse und eine Ausdünnung der Knochen (Osteoporose). Zusätzlich können die Betroffenen in Andropause mentale und emotionale Veränderungen erfahren, wie sie für Frauen in den Wechseljahren typisch sind.
Wenn Sie solche oder ähnliche Symptome bei sich bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann mithilfe eines Bluttests den Testosteronspiegel bestimmen sowie die Menge des aktiven Hormonanteils. Wenn Ihre Blutwerte zu niedrig sind, können weitere Tests herangezogen werden, um die Ursache zu bestimmen und eine mögliche Behandlung vorzunehmen.
Eine Hormontherapie kann den Testosteronspiegel steigern
Männern mit sehr niedrigen Testosteronkonzentrationen im Blut – ob durch Andropause oder Hypogonadismus – kann der Arzt eine Testosterontherapie empfehlen. Diese Therapie kann bei erwachsenen Männern die Symptome lindern, die durch zu niedrige Werte des Hormons verursacht werden.
Jedoch können hohe Dosierungen – gerade bei Patienten mit nur geringfügiger Hormonunterproduktion – zu Nachteilen führen, wie erhöhten Cholesterinwerten, verringerten HDL-Konzentrationen (High Density Lipoprotein), dem sogenannten „guten“ Cholesterin, zu Prostataproblemen und Unfruchtbarkeit. Bislang ist kaum etwas über Langzeitfolgen der Testosterontherapie bei gesunden älteren Männern bekannt.
Verschiedene Anwendungsformen sind verfügbar oder noch in der Entwicklung:
- Intramuskuläre Depotinjektionen – Hierbei wird das Testosteron direkt in das Muskelgewebe gespritzt. Diese Injektionen werden gewöhnlich alle 2 bis 3 Wochen wiederholt.
- Hormonpflaster – Bei einem der Produkte (Androderm®) wird das Pflaster abwechselnd auf verschiedene Körperstellen der Bauchwand, der Arme und Beine aufgebracht. Bei einem anderen Produkt (Striant®) wird das Pflaster auf die Innenseite Ihrer Wangen geklebt. Diese Produkte geben über Tage gleichmäßige Hormonmengen ab.
- Hormongele – Bei diesen neuen Produkten (AndroGel®, Testim®) wird das Gel täglich auf größere Hautbereiche wie Schulter oder Bauch aufgetragen und über die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen.