Urologie
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Die Urologie befasst sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen, also Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre. Urologen behandeln zudem auch Krankheiten der Geschlechtsorgane des Mannes, also Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis, sowie der Prostata.
Störungen, die Ihr Arzt behandeln kann
Wie leider die meisten Organsysteme des Körpers verändern sich die Harnwege mit zunehmendem Alter. Das kann zu schmerzhaften oder sogar peinlichen Problemen führen. Mit Hilfe Ihres Arztes können die meisten Störungen des Harnwegssystems mit Erfolg behandelt werden. Dazu kann es notwendig sein, dass Sie Ihr Verhalten oder Ihre Ernährungsweise ändern, Medikamente einnehmen oder möglicherweise auch operiert werden müssen.
Wie Urin produziert und ausgeschieden wird
Die Nieren filtern flüssige Abfallstoffe aus dem Blut und leiten die Flüssigkeit (Urin) durch zwei dünne Schläuche, die Harnleiter (Ureter), zur Blase. Wie ein Gummiball sammelt die Blase den Urin, bis sie voll ist und entleert werden muss. Während des Urinierens zieht sich der Blasenmuskel zusammen und leitet den Urin durch einen weiteren Schlauch, die Harnröhre (Urethra), aus dem Körper.
Mit zunehmendem Alter arbeitet das Harnwegssystem nicht mehr so wie in jüngeren Jahren. Die Nieren arbeiten mit 60 Jahren nicht mehr so effizient wie mit 30. Die Blasenwände werden weniger elastisch und können sich schlechter zusammenziehen, um den Urin hinauszubefördern.
Bei Männern kann die Vergrößerung der Prostata auch die Harnwege in Mitleidenschaft ziehen. Kleine gutartige Wucherungen in der Prostata können Blase und Harnröhre beeinträchtigen. Dies kann den ständigen Urinfluss behindern oder eine unvollständige Entleerung der Blase verursachen.
Das häufigste Symptom des Alterungsprozesses im Harnwegssystem ist die Inkontinenz. Betroffene erreichen bei Harndrang nicht mehr rechtzeitig eine Toilette. Die Harninkontinenz betrifft circa ein Viertel der Männer und Frauen über 65 Jahre.

Die Nieren filtern Abfallstoffe aus dem Blut und leiten den Urin durch 2 dünne Schläuche, die Harnleiter, zur Blase. Während des Urinierens zieht sich der Blasenmuskel zusammen und leitet den Urin aus.
Inkontinenz ist das häufigste Symptom
Mit der Inkontinenz können noch weitere Blasensymptome auftreten, unter anderem ein starker, plötzlich einsetzender oder ein besonders häufiger Harndrang. Wenn Sie über 70 Jahre alt sind, kann es ein Hinweis auf eine gestörte Blasenfunktion sein, wenn Sie mehr als zweimal nachts oder mehr als achtmal täglich urinieren müssen.
Inkontinenz tritt in den meisten Fällen auf, weil sich entweder die Blasenmuskeln unfreiwillig zusammenziehen und dadurch der Urin herauströpfelt oder weil die Beckenbodenmuskeln zu schwach sind, dem durch die Blase ausgeübten Druck zu widerstehen.
Es gibt 2 typische Klassen der Harninkontinenz:
1. Stressinkontinenz – Harntröpfeln tritt als Reaktion auf eine Aktivität wie beispielsweise Niesen auf. Dabei wird der Druck auf die Bauchregion erhöht.
Frauen nach den Wechseljahren oder solche, die viele Geburten hatten, sind besonders anfällig für Stressinkontinenz. Bei Ihnen ist oft das stützende Beckengewebe geschwächt. Das kann zu einer Senkung (Prolaps) der Gebärmutter oder des Scheidengewebes oder zu einer Verlagerung der Blase führen.
2. Dranginkontinenz – Sie liegt vor, wenn sich die Blase von selbst gegen die Kontraktion des Blasenschließmuskels zusammenzieht und entleert. Der Blasenschließmuskel ist ein Muskelband in der Harnröhre, das den Urinfluss zurückhält. Die Häufigkeit dieser Störung nimmt mit steigendem Alter zu.
Es kann auch zu einem Harnverhalt kommen. Das ist die Unfähigkeit, Urin aus dem Körper zu transportieren. Er betrifft häufiger Männer und wird meist durch eine vergrößerte Prostata verursacht, die auf die Harnröhre oder den unteren Teil der Blase drückt. Bei Frauen kann ein starker Vorfall von Gebärmutter und Scheide einen Harnverhalt hervorrufen.
Bei partiellem Harnverhalt müssen Sie eventuell häufiger urinieren, da Sie jedes Mal nur wenig Urin ausscheiden. Der Harndrang kann auch dadurch entstehen, dass sich der Druck in Ihrer Blase schneller aufbaut.
Gelegentlich entwickelt sich der Harnverhalt plötzlich, besonders bei Männern. Dies bedarf der sofortigen medizinischen Behandlung.
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen starker Harndrang, häufiges Urinieren oder Inkontinenz auftreten. Andere Gründe für einen Arztbesuch sind Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Schmerzen oder ein Brenngefühl beim Urinieren oder Blut im Urin.
So kann Ihr Arzt das Problem diagnostizieren
Ihr Arzt wird wahrscheinlich mit Ihnen alle medizinische Faktoren erörtern, die eine Rolle spielen könnten. Zu den durchgeführten Untersuchungen können gehören:
- Urinanalyse – Eine Urinprobe wird analysiert, um eine Infektion oder andere Störungen zu entdecken.
- Urodynamische Untersuchung – Mit einem Katheter kann gemessen werden, wie hoch der Druck in der Blase ist, wenn sie voll ist, wie sehr sie sich beim Entleeren entspannt und wie gut sie sich entleert. Die Untersuchung kann auch helfen, zwischen einer Stress- oder Dranginkontinenz zu unterscheiden.
- Cystoskopie – Ein dünnes Instrument (Cystoskop) wird in die Blase eingeführt und ermöglicht es dem untersuchenden Arzt, Gewebe und Muskeln zu betrachten und zu beurteilen. Er kann so schwer wiegende Erkrankungen wie Harnsteine oder Blasenkrebs ausschließen.
Von der Änderung des Lebensstils bis zur Operation
Bei leichteren Störungen werden eventuell folgende Behandlungsmöglichkeiten empfohlen:
A) Verhaltensänderung – Ihr Arzt fordert Sie möglicherweise auf, regelmäßig die Toilette zu benutzen, unabhängig davon, ob Sie Harndrang verspüren oder nicht.
Dies kann die Symptome von Harndrang und häufigem Urinieren mindern. Ihr Arzt könnte Ihnen auch ein Training der Beckenbodenmuskulatur vorschlagen.
B) Veränderung der Ernährungsweise – Vielleicht wird Ihnen geraten, den abendlichen Flüssigkeitskonsum einzuschränken und bestimmte Getränke wie Alkohol, Zitrusfruchtsäfte und koffeinhaltige Getränke zu meiden oder ihren Genuss einzuschränken. Diese können Ihre Harnblase reizen.
C) Medikamentöse Therapie – Medikamente aus der Gruppe der Alpha-Blocker helfen bei einer Behinderung der Harnwege, die Harnröhre zu entspannen.
Bei Harndrangsymptomen, Stressund Dranginkontinenz entspannen Medikamente aus der Klasse der Anticholinergika die Blase.
Wenn alle anderen Behandlungen versagen, kann eine Operation erwogen werden. Die häufigste Operation bei Männern ist eine Entfernung des vergrößerten Prostatagewebes oder die komplette Entfernung der Prostata.
Bei Frauen mit Stressinkontinenz kann eine Operation helfen, die Harn röhre und den Blasenhals zu stützen.