Trostlose Aussichten: Immer mehr Freizeitsportler dopen
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 19.02.2008 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht eine neue Meldung über Doping im Sport hören. Trostlos. Im vergangenen Jahr wurde die Tour de France fast zu Grabe getragen, ein Tennisidol mit Koks erwischt, ein namhafter Rambo am Flughafen mit Anabolika dingfest gemacht, musste eine Olympiasiegerin ihr Gold wegen Dopings wieder abgeben. Die aktuelle Ausgabe der Ärztezeitung „Medical-Tribune“ meldet nun, dass sich auch immer mehr unserer Freizeitsport-Kumpels mit Anabolika stärken. Fast 30 Prozent derjenigen, die im Fitnessstudio trainieren, werfen sich Dopingmittel ein, um besser dazustehen. Ich selbst kenne natürlich auch einige von ihnen.
Etwa 70 Prozent von ihnen wünschen sich einen schnelleren Muskelaufbau ohne entsprechendes Training, 43 Prozent mehr Kraft und mehr Leistung. Rund neun Prozent bereiten sich so auf Wettkämpfe vor oder erhoffen sich eine Gewichtsabnahme. Besonders erschreckend: Schon Kinder und Jugendliche greifen zu den verbotenen Substanzen.
Konsumiert werden jedoch nicht nur verbotene Mittel. Auch ganz legal gekaufte Nahrungsergänzungsmittel enthalten oft haarsträubende Mengen an Anabolika, wie ich Ihnen kürzlich schon berichtete. Hans Geyer vom Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln glaubt, dass chinesische Pharmaunternehmen die Substanzen in großem Stil herstellen. Von anderen kriminellen Unternehmen werden sie dann hochdosiert in Nahrungsergänzungsmittel gemischt und unter Fantasienamen auf den Markt gebracht.
Mein Tipp: Hände weg von allen Mitteln, die mit Leistungssteigerung oder Muskelaufbau beworben werden. Gönnen Sie Ihren Muckis lieber echtes Training und eine starke eigene Leistung!
Ihr
Helmut Erb