Trockene Augen: Unterstützen Sie Ihren Tränenfilm
Sylvia Schneider in Täglich Gesund
vom 16. April 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Augenärzte gehen davon aus, dass das Trockene Auge" - medizinisch Keratoconjunctivitis sicca (KCS) - das häufigste Augenleiden ist. 10 bis 12 Millionen Menschen sollen sich damit herumplagen, überwiegend sind Frauen betroffen. Viele von ihnen wissen das gar nicht, denn die Symptome sind nur schwer einzuordnen.
Manchmal trübt sich der Durchblick für eine Weile, manchmal brennt und sticht das Auge. Die Anzeichen des KCS sind vielfältig und erinnern auf den ersten Blick an eine Bindehautentzündung:
- Trockenheits- oder Sandkorngefühl
- Brennen
- Stechen
- Jucken
- geschwollene oder morgendlich verklebte Augen
- Überempfindlichkeit gegen Rauch, Zugluft oder Kosmetika
- vorübergehend schlechtere Sicht
Ursache des oft quälenden Augenleidens ist eine Benetzungsstörung des Auges. Normalerweise sorgt der Tränenfilm dafür, dass die Lider problemlos über Binde- und Hornhaut gleiten, er versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff und Nahrung, schützt den Augapfel vor Flüssigkeitsverlust, hält Erreger mit keimtötenden Substanzen und Antikörper in Schach, schwemmt Staubkörner und Schmutz fort. Zudem ist diese Schutzschicht für eine gute Sicht unerlässlich.
Die Ursachen können Sie meist nicht ausmachen
Trockene Augen sind sehr reizempfindlich und entzünden sich leicht. Ist die Tränenflüssigkeit reduziert, erhöht sich die Anfälligkeit der Augen für bakterielle Infektionen. Nur selten lässt sich das konkrete Problem wirklich ausmachen und beseitigen. Die Betroffenen müssen sich mit so genannten Filmbildnern (künstlichen Tränen), über die Runden helfen, von denen es eine ganze Reihe gibt - einige davon rezeptfrei. Jedes Präparat hat seine Vor- und seine Nachteile. Welches das richtige für Sie ist, müssen Sie gemeinsam mit Ihrem Augenarzt herausfinden. Auf keinen Fall sollten Sie zu den rezeptfreien Weißmachern aus der Apotheke greifen, die gerötete Augen aufhellen". Sie lindern zwar kurzfristig die Symptome, stören jedoch auf Dauer die Versorgung der Hornhaut mit Sauerstoff.
Ein bisschen mehr Fürsorge danken Ihnen Ihre Augen dagegen:
- Gönnen Sie Ihren Augen während der Bildschirmarbeit, beim Internetsurfen oder beim Fernsehen regelmäßige Pausen.
- Der Abstand zwischen Ihren Augen und Ihrem PC-Monitor sollte 50 bis 60 Zentimeter betragen.
- Achten Sie auf eine gerade Haltung und darauf, dass Sie nicht allzu oft nach oben schauen müssen.
- Blinzeln Sie am PC bewusst häufig, denn durch das Starren auf den Bildschirm vergisst" Ihr Auge das Blinzeln.
- Schauen Sie öfter aus dem Fenster, Ihr Auge braucht den Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht.
- Sorgen Sie für ausreichend frische Luft und Luftfeuchtigkeit in den Räumen, in denen Sie sich aufhalten. Zimmerpflanzen gleichen das Klima aus (sind aber für Allergiker meist ein Problem).
- Meiden Sie Zigarettenrauch, Zugluft und Gebläse.
- Tragen Sie bei Sonneneinstrahlung (auch im Schnee und auf dem Wasser) immer eine Sonnenbrille.
- Nehmen Sie auf Flugreisen vorsorglich ein Tränenersatzmittel mit , das Sie sich vom Augenarzt verschreiben lassen, denn im Flugzeug ist die Luftfeuchtigkeit gering. Das belastet den Tränenfilm.
- Richten Sie im Auto und im Flugzeug das Gebläse nie in Richtung Ihrer Augen.
Bessern sich die Beschwerden nicht, sollten Sie unbedingt einen Augenarzt aufsuchen.