Trinken kann vor erneutem Schlaganfall schützen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Schlaganfall
vom 7. Februar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig für alle Körperfunktionen - pauschal gesagt sollten Sie zwei Liter pro Tag trinken. Hierzu gehören neben Wasser auch ungesüßte Früchtetees. Wissenschaftler der Universität Münster haben nun herausgefunden, dass Vieltrinker sich selbst einen Schutz vor Schlaganfällen schaffen - vor allem dann, wenn sie bereits einen Schlag erlitten haben.
Die Forscher hatten eine Untersuchung mit über 450 Patienten durchgeführt, die gerade einen Schlaganfall hinter sich hatten. Zwei Jahre lang wurden die Betroffenen dann beobachtet - eigentlich aus einem ganz anderen Grund, als um die Trinkmenge festzuhalten. Vielmehr ging es darum, herauszufinden, wie zwei Medikamente miteinander reagierten. Die beiden Präparate sollten verhindern, dass es erneut zur Verklumpung von Blutplättchen kommt. Für diese Untersuchung bekamen die Patienten die Aufgabe, einen so genannten Trinkkalender zu führen und jedes Getränk genau aufzuschreiben. Nahmen sie 100 Milliliter Flüssigkeit zu sich, konnten sie auf ihrem Kalender ein Kästchen abstreichen. Kaffee, aber auch Alkohol zählten nur halb so viel.
Bei der Auswertung teilten die Wissenschaftler die Patienten in zwei Gruppen ein. Die einen hatten über zwei Liter pro Tag getrunken, die anderen deutlich weniger. Nun wurden die Rückfallquoten in den beiden Gruppen verglichen. Dabei zeigte sich, dass in der Gruppe der Vieltrinker die Rückfallquote um über 25 Prozent niedriger war. Bei den Vieltrinkern kam es zudem deutlich seltener zur Verklumpung der Blutplättchen.
Diese Verklumpungen spielen eine große Rolle bei der Schlaganfall-Entstehung. Denn lösen sich verklumpte Blutplättchen, so genannte Plaques, und gelangen in die Hirngefäße, verschließen diese - es kommt zu einem Schlaganfall.
Die Forscher gehen sogar davon aus, dass eine ausreichend hohe Trinkmenge nicht nur zur Vermeidung von Folge-Schlaganfällen führt, sondern auch einen ersten Schlaganfall verhindern kann. Sie raten bereits jungen Menschen dazu, sich anzugewöhnen, möglichst viel zu trinken. Denn im Alter nimmt das Durstgefühl ab. Besteht eine Gewohnheit, genügend zu trinken, schon seit vielen Jahren, bleibt diese dagegen häufig auch im Alter erhalten. So umgehen Sie die typische Alterserscheinung, deutlich zu wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Aber Vorsicht: Leiden Sie unter Herzschwäche oder Nierenproblemen, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, wie groß Ihre tägliche Trinkmenge sein darf.