Tiere würden Bio kaufen ...
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 7. Oktober 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser,
... wenn sie denn könnten. Bio schmeckt nämlich auch Tieren besser: In einem Fütterungsversuch bevorzugten die Laborratten eindeutig die Ökomöhren. Nur 20 Prozent der Tierchen mochten die konventionell erzeugten Karotten knabbern. Ein bemerkenswerter Tierversuch wurde in unserem Hause von den Versuchsteilnehmern selbst ins Leben gerufen: Gelegentlich erhalten unsere Stubentiger von wohlmeinenden Familienmitgliedern (danke Schwiegermutter, danke Moni) eine Portion Beefhack und unterziehen dieses einer eingehenden Prüfung. Ja, ich weiß, das ist peinlich angesichts des Hungers in der Welt und so. Dennoch müssen wir den Tatsachen ins Auge schauen, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Die beiden edlen Spenderinnen sind selbst Rentnerinnen mit recht kleiner Kasse, da mault man nicht. Und diese wackeren Tiere setzen sich im Gegenzug mutig für die Wissenschaft ein.
Hier ihre Studienergebnisse:
- Bio-Fleisch ist speichel-gier-schmatz-nur-nichts-übrig-lassen-lecker. Bitte mehr davon.
- Hack vom traditionellen Fleischermeister, der seine Ware mit Bedacht einkauft und feinstes Rindfleisch nur frisch durchgemahlen anbietet, geht auch noch prima rein, bis das Bäuchlein spannt.
- Beim Billighack von Stadtschlachterei oder Supermarkt, das meist bereits seit Stunden gehackt in der Auslage liegt, können sich die Verkäufer selbst gehackt legen. Man dreht sich mit Grausen auf der Pfote um. Das ist nach Meinung der Tiere ein klarer Verstoß gegen die Genfer Artenschutzkonvention und ein Fall für Tierschundbund sowie den „Verein deutscher Katzenfreunde".
Katzen und Hunde sind wählerisch mit ihrem Futter. „Die meisten Katzen sind sehr verwöhnt und wählerisch", schreibt mir die Leserin Elisabeth J. „So wie Alessa Luna, meine Katzendame. Sie isst nicht alles, manchmal ist beim Futter etwas der Renner, was sie beim nächsten Mal gnadenlos verachtet und wegscharrt." Anders sei ihr Kater Karlo gewesen, ganz offenbar ein ganz besonderes Talent: Er öffnete Kühlschranktüren, Tupperdosen und Handtaschen. Die Katzen-Futterstation setzte er sofort außer Kraft, indem er alle Portionen auf einmal fraß.
Wenn meine Schwiegermutter mit ihren Goodies kommt, stürzen sich auch unsere Versuchstiere ebenfalls auf ihre Tasche und versuchen, diese unter dem Gejohle der gesamten Familie in ihre Einzelteile zu zerlegen ...
Liebe Elisabeth, mit Ihrer Erkenntnis, dass man den Tieren besser nicht so viel Trockenfutter geben soll, liegen Sie nach meiner Erfahrung goldrichtig. Denn auch unsere Tierärztin sagt immer wieder, dass sei nicht gut für Nieren und Blase. Die Tiere müssten dazu recht viel trinken, und das tun sie eben nicht immer. Dann drohen Steine und vielleicht sogar Krebs. Wir setzen das Trockenfutter nur als Lockmittel ein, wenn wir ein Tier vermissen.
Bleiben Sie und Ihre Tiere natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider