Yin und Yang: Grundlage der TCM
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Diese beiden Begriffe sind scheinbar klar und unmissverständlich. Bei näherem Hinsehen merkt man, dass die Mehrheit der westlichen Autoren von Gegensatzpaaren ausgeht. Yin und Yang sind aber nicht ausschließende, sondern sich ergänzende Begriffe beziehungsweise Kräfte. Das eine ist ohne das andere nicht zu denken. Sie beschreiben Zustände, die nicht starr oder absolut sind, sondern sich immer wandeln können. In jedem Yin ist ein Anteil Yang enthalten und umgekehrt. Ereignisse oder Strukturen, die Kraft aufnehmen und sammeln, zeigen das Prinzip des Yin. Das Yang dagegen geht nach außen und nach oben und neigt dazu, sich zu erschöpfen.
Wer Yin und Yang begriffen hat, der hat die ganze Medizin begriffen. So heißt es im Klassiker der inneren Medizin. Diese pauschale Aussage mag zwar überspitzt klingen, doch ist sie im Kern richtig. Für die klinische Praxis bilden Yin und Yang ein erstes Raster, das ganz prinzipiell das Therapiekonzept festlegt. Wir finden diesen Raster wieder in der Diagnostik, wo dann weiter differenziert wird, ob es sich um eine oberflächliche (akute) oder tiefe (chronische) Erkrankung, um eine Kältekrankheit (verlangsamter Prozess) oder um eine Hitzekrankheit (beschleunigter Prozess), um einen Fülleprozess (Überbelastung des Systems) oder um einen Leereprozess (Defizienz) handelt.
Letztlich ergibt sich schon daraus die Therapie der Wahl, denn nicht jede Methode der TCM vermag jede Störung zu beheben. Leereprozesse sind beispielsweise der Akupunktur nur schwer zugänglich, während sie bei Füllekrankheiten in jeder Form sehr hilfreich ist.