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Yin und Yang: Gegensätze, die sich anziehen

Das Zeichen  für Yin und Yang haben Sie garantiert schon einmal gesehen, aber was steckt dahinter?

Yin  heißt auf deutsch „Schattenseite des Berges“ bzw. „schattige Uferseite des Flusses“, Yang bedeutet übersetzt „Sonnenseite des Berges“ bzw. „sonnige Uferseite des Flusses“.

Yang ist das aktive, Impulse gebende Prinzip und wird als männlich bezeichnet. Es steht für Sonne, Tag, Licht und Bewegung. Yin verkörpert die passive, nach innen gerichtete Energie und gilt als weiblich. Yin steht für Nacht, Dunkelheit und Stille.

Diese beiden Begriffe sind scheinbar klar und unmissverständlich. Bei näherem Hinsehen merkt man, dass die Mehrheit der westlichen Autoren von Gegensatzpaaren ausgeht. Yin und Yang sind aber nicht ausschließende, sondern sich ergänzende Begriffe bzw. Kräfte:

Yin und Yang: einander bedingende Gegensätze

Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Sie beschreiben Zustände, die nicht starr oder absolut sind, sondern sich immer wandeln können. In jedem Yin ist ein Anteil Yang enthalten und umgekehrt. Ereignisse oder Strukturen, die Kraft aufnehmen und sammeln, zeigen das Prinzip des Yin. Das Yang dagegen geht nach außen sowie nach oben und neigt dazu, sich zu erschöpfen.

Yin und Yang sind keine unüberbrückbaren Gegensätze. Im Yin ist Yang enthalten und umgekehrt. Zudem bedingen sie sich gegenseitig: ohne Yin kein Yang und umgekehrt. Mal dominiert das eine, mal das andere, doch sollten beide stets in einem ausgewogenen Verhältnis  stehen. Befinden sich beide Prinzipien im Gleichgewicht, können die Energien ungehemmt fließen – dies führt zu Vollkommenheit und Glück.

Diese beiden Gegensätze ziehen sich eben an, allerdings sollten ihre unterschiedlichen Energien nicht dazu genutzt werden, um sich gegenseitig zu bekriegen. Vielmehr sollten sie zusammengeführt werden, um sich zu ergänzen  und so etwas Neues, ein Ganzes zu erzeugen.

Yin und Yang in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Das Yin Yang findet seine Anwendung in verschiedenen Bereichen der chinesischen Kultur. So teilt die Traditionelle Chinesische Medizin die Menschen z. B. in Yin- und Yang-Typen ein. Mehr noch: Alle Menschen, Tiere, Pflanzen und Gegenstände; das gesamte Universum unterliegen in der TCM den beiden Kräften Yin und Yang.

Yin und Yang symbolisieren sich natürlich auch in uns Menschen: Die Frau als Yin, der Mann als Yang. Yin steht also für weiblich und kalt, Yang für männlich und warm. Und auch hier gilt: Die beiden Energien sind gegensätzlich, ziehen sich aber an. Wie Tag und Nacht ergänzen sich die beiden einander entgegengesetzten, jedoch gleichwertigen Kräfte. Sind sie im Gleichgewicht miteinander, herrscht Harmonie.

Und auch in einer Partnerschaft  darf keines der beiden Prinzipien auf Dauer dominant sein. Jeder muss sich auf den anderen einstellen, damit Yin und Yang bzw. Mann und Frau in einem ausgewogenen, partnerschaftlichen Verhältnis zueinander stehen. Dies gelingt dann am besten, wenn Mann und Frau sich eines klarmachen: Die Energie des gegensätzlichen Anteils ist immer in ihnen enthalten. Jede Frau hat männliche Energie, genauso wie jeder Mann weibliche Energie  hat.

Allerdings verstehen wir es selten, diese Anteile zu wecken und zu nutzen. Wenn der Mann nur einige weibliche Ansätze – also etwas Yin – nutzt, die Frau sich dagegen Yang aktiv zu Eigen macht, entsteht wiederum ein Ganzes: eine liebevolle, glückliche Beziehung.

Yin und Yang: Typisierung nach der TCM

Entsprechend dieser Typisierung brauchen die unterschiedlichen Menschen auch verschiedene Ernährungsweisen.

Der Yin-Typ:

  • ist eher nach innen gerichtet und neigt dazu Probleme herunterzuschlucken
  • fühlt sich häufig eher traurig, depressiv und verstimmt
  • reagiert langsam, aber bedacht, entspannt und unauffällig
  • ist meist schlank, hat ein eher schwaches Bindegewebe
  • neigt zu chronischen Schwächezuständen wie niedrigem Blutdruck, Herzschwäche oder Blutarmut
  • hat wenig Durst und trinkt gerne Warmes
  • hat einen wenig ausgeprägten Appetit, liebt aber Salate, Rohkost, Milch und Kräutertee
  • liebt eher vegetarische Kost.

Ernährungsempfehlung für den Yin-Typ:
Sie sollten wärmende Nahrungsmittel wie scharfe Gewürze bevorzugen, Möhren, Walnüsse, Lammfleisch, Suppen, Eintöpfe und Gebackenes.

Der Yang-Typ:

  • lebt eher nach außen und verschafft seinen Gefühlen Luft
  • neigt zu überschäumenden Ausbrüchen wie Zorn und Eifersucht
  • reagiert schnell und wird leicht ungeduldig
  • hat einen auffällig kräftigen Körperbau und straffes Gewebe.
  • leidet eher an plötzlich auftretenden Krankheiten wie Entzündungen, Fieber und Herzinfarkt
  • trinkt viel und gerne Kaltes, mag auch Alkohol
  • sein Appetit ist ausgeprägt, er mag gerne scharf gewürzte Speisen, isst gerne Fleisch und Gebratenes
  • hat kein Faible für fleischlose Kost

Ernährungsempfehlung für den Yang-Typ:
Sie sollten abkühlende Nahrungsmittel bevorzugen, Gurken, Blatt- und andere Salate, Wassermelonen, Rohkost und Obst.

Welcher Typ sind Sie; sind Sie ein Yin- oder doch eher ein Yang-Typ. Testen Sie sich hier.

Hierin äußern sich Yin und Yang

Yin

  • weiblich, Erde, Mond, Nacht
  • dunkel, nass, kalt
  • untere Körperhälfte, Bauch, das Körperinnere, Speicherorgane

Yin-Organe produzieren die lebenswichtigen Substanzen:

  • Blut
  • Jing (Basis-Energie für alle organischen Prozesse)
  • Shen (Geist)
  • Flüssigkeiten (Körpersäfte)

Bei Überschuss an Yin-Energie entsteht zu viel Feuchtigkeit. Zur Symptomatik zählen starke Schleimsekretion, Absonderungen – und in der westlichen Diagnostik auch Herpes zoster. Bei Yin-Schwäche kommt es zu Fieber mit Schwächegefühl, roten Wangen und nächtlichem, schwitzenden Mund.

Yang

  • männlich, Himmel, Sonne, Tag
  • hell, trocken, heiß
  • obere Körperhälfte, Rücken, das Körperäußere, Hohlorgane

Yang-Organe  nehmen Nährstoffe auf, zerlegen und verteilen sie. Der nicht verwertete Rest wird ausgeschieden.

Bei Überschuss an Yang-Energie entsteht Hitze. Zur Symptomatik zählen akutes Fieber und brennender Hautausschlag. Bei Yang-Schwäche kommt es zu Frösteln, Müdigkeit, Kraft- und Energielosigkeit sowie Druckschmerzen.

Yin und Yang in der medizinischen Praxis

„Wer Yin und Yang begriffen hat, der hat die ganze Medizin begriffen“, so heißt es im Klassiker der inneren Medizin. Diese pauschale Aussage mag zwar überspitzt klingen, doch ist sie im Kern richtig.

Für die klinische Praxis bilden Yin und Yang ein erstes Raster, das ganz prinzipiell das Therapiekonzept festlegt. Wir finden diesen Raster wieder in der Diagnostik, wo dann weiter differenziert wird, ob es sich um eine oberflächliche (akute) oder tiefe (chronische) Erkrankung, um eine Kältekrankheit (verlangsamter Prozess) oder um eine Hitzekrankheit (beschleunigter Prozess), um einen Fülleprozess (Überbelastung des Systems) oder um einen Leereprozess (Defizienz) handelt.

Letztlich ergibt sich schon daraus die Therapie der Wahl, denn nicht jede Methode der TCM vermag jede Störung zu beheben. Leereprozesse sind beispielsweise der Akupunktur nur schwer zugänglich, während sie bei Füllekrankheiten in jeder Form sehr hilfreich ist.

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