Überall findet sich das Gegensätzliche: Wärme und Kälte, Hell und Dunkel, Mann und Frau. Sicherlich können auch Sie diese Liste mühelos fortsetzen.
Die chinesischen Taoisten bezeichnen diese gegensätzlichen Kräfte als Yin und Yang. Das Zeichen hierfür haben Sie garantiert schon einmal gesehen – aber was steckt dahinter?
Yin heißt auf deutsch „Schattenseite des Berges“ beziehungsweise „schattige Uferseite des Flusses“, Yang bedeutet übersetzt „Sonnenseite des Berges“ beziehungsweise „sonnige Uferseite des Flusses“.
Yang ist das aktive, Impulse gebende Prinzip und wird als männlich bezeichnet. Es steht für Sonne, Tag, Licht und Bewegung. Yin verkörpert die passive, nach innen gerichtete Energie und gilt als weiblich. Yin steht für Nacht, Dunkelheit und Stille.
Yin und Yang sind keine unüberbrückbaren Gegensätze. Im Yin ist Yang enthalten und umgekehrt. Zudem bedingen sie sich gegenseitig: ohne Yin kein Yang und umgekehrt. Mal dominiert das eine, mal das andere, doch sollten beide stets in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Befinden sich beide Prinzipien im Gleichgewicht, können die Energien ungehemmt fließen – dies führt zu Vollkommenheit und Glück.
Diese beiden Gegensätze ziehen sich eben an – allerdings sollten ihre unterschiedlichen Energien nicht dazu genutzt werden, um sich gegenseitig zu bekriegen. Vielmehr sollten sie zusammengeführt werden, um sich zu ergänzen und so etwas Neues, ein Ganzes zu erzeugen.
Das Yin Yang findet seine Anwendung in verschiedenen Bereichen der chinesischen Kultur. So teilt die Traditionelle Chinesische Medizin die Menschen zum Beispiel in Yin- und Yang-Typen ein. Entsprechend dieser Typisierung brauchen die unterschiedlichen Menschen auch verschiedene Ernährungsweisen.
Yin und Yang symbolisieren sich natürlich auch in uns Menschen. Die Frau als Yin, der Mann als Yang. Und auch hier gilt: Die beiden Energien sind gegensätzlich, ziehen sich aber an. Und auch in einer Partnerschaft darf keines der beiden Prinzipien auf Dauer dominant sein. Jeder muss sich auf den anderen einstellen, damit Yin und Yang, Mann und Frau in einem ausgewogenen, partnerschaftlichen Verhältnis zu einander stehen. Dies gelingt dann am besten, wenn Mann und Frau sich eines klar machen: Die Energie des gegensätzlichen Anteils ist immer in ihnen enthalten. Jede Frau hat männliche Energie, genau so wie jeder Mann weibliche Energie hat. Allerdings verstehen wir es selten, diese Anteile zu wecken und zu nutzen. Wenn der Mann nur einige weibliche Ansätze, also etwas Yin, nutzt, die Frau sich dagegen Yang aktiv zu Eigen macht, entsteht wiederum ein Ganzes: eine liebevolle, glückliche Beziehung.