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Alles über Ihre Lebensenergie Qi

Es gibt zwar nur ein Qi, doch äußert es sich in vielen Formen: Himmlisches Qi, das wir über die Atmung aufnehmen, Nahrungs-Qi, das in den Nahrungsmitteln den Körper erreicht, ursprüngliches Qi, das uns als Erbsubstanz und Talent mitgegeben ist, etc.

Für die Chinesen ist Qi aber nicht eine esoterische Angelegenheit, sondern etwas durchaus für jeden Erfahrbares. So wird Qi etwa in den Übungen des Qi Gong, im Tai Chi Quan und in Kampfsportarten erfahrbar gemacht. Xue ist der Yin-Anteil des energetischen Konzeptes. Etwas verengend wird es mit Blut übersetzt.

Nur durch eine vollkommene Harmonie in der Lebensweise und zwischen den Organen des Körpers – so die Vorstellung – ist es möglich, neue Lebensenergie aus der Nahrung zu schöpfen, sie in Qi umzuwandeln und gleichmäßig durch den Körper fließen zu lassen.

Diese Harmonie beschreiben die Chinesen als das Gleichgewicht von Yin und Yang. Alle natürlichen Prozesse werden letztendlich durch diese zwei gegensätzlichen Kräfte in Gang gehalten. Aber es ist entscheidend, daß keine die Oberhand gewinnt.

Die Lebensenergie Qi fließt auf Leitbahnen durch den Körper

Nach der Erfahrung der alten chinesischen Ärzte durchfließt die Lebensenergie Qi auf zwölf definierten Bahnen (Leitbahnen oder Meridiane) unseren Körper – etwa so, wie Flüsse und Seen eine Landschaft durchziehen und sie mit dem lebenswichtigen Wasser versorgen.

Zwar werden die Leitbahnen ständig von Qi durchströmt, aber im Tagesrhythmus gibt es Zeitpunkte, in denen ein bestimmtes Organ besonders gut mit der Lebensenergie versorgt ist. Daraus folgt das Prinzip der Organuhr, nach dem jedes Organ zu einer bestimmten Tageszeit besonders aktiv ist.

Aus diesem Tagesverlauf, der teilweise dem modernen Konzept des „Biorhythmus“ entspricht, können nach traditionellen chinesischen Verfahren arbeitende Therapeuten schon erste Rückschlüsse auf ein eventuelles Krankheitsgeschehen ziehen.

So können Schlafstörungen oder Schmerzen, die regelmäßig um Mitternacht auftreten, mit einem Ungleichgewicht der Funktion der Gallenblase zusammenhängen. Schwäche in der Mittagszeit deutet unter Umständen auf Störungen im Herz-Kreislauf-System hin.

Nach diesem Prinzip ist auch eine Behandlung an bestimmten Akupunkturpunkten je nach Tageszeit unterschiedlich effektiv.

Eine Blockade der Lebensenergie Qi macht krank

Nach Auffassung der Chinesen erhält unser Körper bei der Geburt so viel vorgeburtliches Qi, das so genannte Erb-Qi, dass wir damit 100 bis 120 Jahre alt werden könnten.

Welches Alter wir tatsächlich erreichen, hängt nach der TCM maßgeblich davon ab, wie gut wir unser Qi im wahrsten Sinne des Wortes ernähren und wie gleichmäßig unsere Lebensenergie durch unseren Körper fließen kann.

Zu den wichtigen Aufgaben der Lebensenergie Qi zählen:

  • Sie bewegt alle Muskeln, die willentlich kontrollierten und die unwillkürlich tätigen (z. B. die Darmbewegungen).
  • Sie steuert die Funktionen aller inneren Organe, z. B. Herz, Lunge, Magen, Darm und Nieren.
  • Sie bestimmt die Vitalität und psychische Aktivität eines Menschen.
  • Sie schützt den Körper vor schädlichen Umwelteinflüssen, z. B. vor widrigem Wetter.

Nur wenn Yin und Yang im Gleichgewicht stehen, ergibt sich ein gleichmäßiger Qi-Fluss und damit auch Gesundheit. Mit anderen Worten: Eine Krankheit zeigt eine Disharmonie von Yin und Yang im Menschen an.

Diese Einflüsse stören das Qi besonders häufig:

  • Wetterfaktoren, besonders Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit und Wind
  • seelische Belastungen, z. B. Kummer, Ängste, unterdrückte Gefühle
  • falsche Ernährung
  • ansteckende Erkrankungen

Je nachdem, wie diese Einflüsse das gleichmäßige Fließen des Qi beeinträchtigen, sprechen TCM-Therapeuten u. a. von Schwäche- oder Füllestörungen.

 TCM: Stärken Sie Ihr Nieren-Qi

Im Winter schaltet der Organismus auf Sparflamme. Besonders älteren Menschen und solchen mit schwacher Konstitution macht die Kälte zu schaffen. Nach den Vorstellungen der TCM ist die Ursache dafür ein Mangel an Yang-Energie.

Die Nieren sind die Quelle der Yang-Energie. Dieses Organ ist nach chinesischer Vorstellung auch die Quelle des Lebens und unter anderem verantwortlich für die Fortpflanzungsfunktion.

Übung zur Unterstützung des Nieren-Qi:

Entspannen Sie sich und setzen Sie sich mit schulterbreit geöffneten Beinen gerade auf einen Stuhl. Heben Sie die Hände langsam bis zu den Ohren, wobei die Finger nach oben deuten sollen. Setzen Sie diese Bewegung fort, bis die Hände über dem Kopf liegen.

Dann bringen Sie die Hände in die Ausgangsstellung zurück. Wiederholen Sie die Armbewegung viermal und führen Sie diese Übung viermal pro Tag aus. Wenn Sie die Hände heben, sollten Sie einatmen, beim Senken der Arme sollten Sie ausatmen.

Versuchen Sie doch selbst einmal, ob Ihnen diese praktischen, auf jahrtausendealten Erfahrungen begründeten Ratschläge eine Hilfe sind. Denn auch hier gilt der Grundsatz: Vorbeugen ist besser als Heilen.

TCM: Stärken Sie Ihr Lungen-Qi

Im Herbst wird das Wetter wieder kühler, viele Menschen fangen sich in dieser Zeit eine Erkältung ein. Nach den Vorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin ist im Herbst das Qi der Lunge besonders gefährdet.

Übung zur Unterstützung des Lungen-Qi:

Setzen oder stellen Sie sich aufrecht vor ein geöffnetes Fenster. Atmen Sie langsam durch die Nase ein, bis Sie das Gefühl haben, die Lungen sind vollständig gefüllt. Atmen Sie dann langsam aus und formen Sie dabei den Laut „sh-h“.

Wenn Sie die Luft vollständig ausgeatmet haben, beginnen Sie wieder mit dem Einatmen. Diese Übung sollten Sie 24- bis 36-mal wiederholen und den ganzen Herbst über täglich ausführen. Die Atemübung wirkt durch die Stärkung des Lungen-Qi vorbeugend gegen Erkältungen. Auch bereits bestehender Husten kann so gelindert werden.

TCM: Stärken Sie Ihr Herz-Qi

Nach den Vorstellungen der TCM ist der Sommer vor allem für das Herz gefährlich. Denn an den langen Tagen schläft der Mensch weniger und ist aktiver. Dieser höhere Energieverbrauch bedeutet, dass der Stoffwechsel angekurbelt wird; man schwitzt, und das Herz wird stärker belastet.

Nach chinesischer Vorstellung können Sie das Herz mit scharf gewürzten, sauren und süßen Gerichte unterstützen.

Übungen zur Regulierung des Qi und zur Unterstützung der Herzfunktion:

Sitzen Sie in aufrechter Position. Lassen Sie die Arme zwischen den Oberschenkeln hängen. Atmen Sie gleichmäßig. Schließen Sie die Hände zur Faust und atmen Sie währenddessen aus. Atmen Sie ein, wenn Sie die Hände wieder locker lassen.

Wiederholen Sie die Übung sechsmal ohne Unterbrechung. Diese Übung reguliert das Qi und den Blutfluss. Durch den Faustschluss werden von den Fingern die so genannten Laogon-Punkte im Zentrum der Handflächen massiert, die das Herz in seiner Tätigkeit unterstützen.

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Kältegefühl ist ein Symptom, das in der chinesischen Medizin große Beachtung findet. Erfahren Sie hier alles über dieses wichtige Warnsignal.