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TCM: Nahrungsqualität

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Sylvia Schneider
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Nicht nur Kalorien und Nährwerte entscheiden über die Qualität einer Speise

Bevor ein TCM-Arzt Krankheiten mit Akupunktur oder Kräuterzubereitungen zu therapieren versucht, analysiert er ganz genau das Ernährungsverhalten seines Patienten. Denn hier liegt in vielen Fällen schon die Ursache einer Erkrankung verborgen.


Nicht umsonst besagt eine alte chinesische Weisheit: „Ein guter Arzt muß kochen können.“ Die Ernährung ist somit ein Grundpfeiler der chinesischen Heilkunst. Im Gegensatz dazu steht die Ernährungslehre in der westlichen Medizin noch nicht einmal auf dem Ausbildungsplan.

Auch mit einheimischen Produkten können Sie sich nach den Grundsätzen der TCM ernähren

Wenn Sie sich nach den Grundsätzen der chinesischen Ernährungslehre richten möchten, müssen Sie keinesfalls auf chinesische Nahrungsmittel aus dem Feinkostgeschäft zurückgreifen. Im Gegenteil: Auch mit den bei uns erhältlichen üblichen Produkten ist eine solche, nach den Grundsätzen von Yin und Yang ausgewogene Ernährungsweise leicht möglich.

Allerdings müssen Sie sich von der Vorstellung trennen, die Lebensmittel, so wie es bei uns normalerweise üblich ist, lediglich nach ihrem Gehalt an Kalorien, Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien zu beurteilen.

Denn nach der chinesischen Tradition haften jedem Lebensmittel auch noch weitere Qualitäten an.

Bei der Zusammenstellung der Nahrungsmittel empfehlen die TCM-Therapeuten, darauf zu achten, daß keine dieser Qualitäten die Oberhand gewinnt.

Heiße Nahrungsmittel gelten eher als Yang, wogegen kalte, erfrischende Nahrungsmittel eher zu Yin tendieren. Mit „heiß“ und „kalt“ sind hier nicht die Temperaturen der Speisen gemeint, sondern ihre Wirkung auf den Organismus.

So zählt ein heißer Pfefferminztee in der TCM trotz seiner Temperatur zu den „kühlenden“ Nahrungsmitteln. Dieses Wissen ist nicht auf China begrenzt: Wenn Sie arabische Länder bereisen, wird Ihnen bei wüstenheißem Klima bevorzugt heißer Pfefferminztee als Erfrischung gereicht – probieren Sie es aus!

Die TCM rät grundsätzlich zu einer Bevorzugung der Lebensmittel aus der neutralen Gruppe. Sie bauen die Lebensenergie Qi besonders gut auf, wirken harmonisierend auf den gesamten Organismus und stärken die Verdauung.

Daher sollten bis zu 65 Prozent der Nahrung aus Getreide und Hülsenfrüchten bestehen. Wesentlich seltener als bei uns stehen in China gekochtes Gemüse und vor allem Rohkost, Obst sowie Fleisch, Fisch oder Milchprodukte auf dem Speiseplan.

Rohe Nahrungsmittel werden eher abgelehnt, da sie im alten China als barbarisch galten. Außerdem sind sie schwerer verdaulich, und der Körper verbraucht für den Verdauungsprozeß viel Qi.

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