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Ein ganzheitliches Ernährungssystem berücksichtigt die Konstitution des Organismus und die Jahreszeit

In der TCM wird nicht zwischen Arznei und Nahrung unterschieden, Nahrung wirkt lediglich etwas schwächer als Arzneimittel. Da wir jeden Tag essen und trinken, ist es wichtig, die Nahrung unserem Typ, unserem Gesundheitszustand und der Jahreszeit anzupassen. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Krankheiten. Außerdem werden bei Erkrankungen von TCMTherapeuten gezielte diätetische Ratschläge erteilt.

Das „Temperament“ der Lebensmittel entscheidet über deren Auswahl

Die Lebensmittel können im Körper die Energiezustände beeinflussen, auf die Funktionen der Organsysteme einwirken, wärmen oder kühlen und die verschiedenen Stadien einer Krankheit berücksichtigen. Entscheidend für die Chinesen ist u. a. die thermische und geschmackliche Qualität der Lebensmittel, die deren Temperament bestimmen. Wie in der folgenden Abbildung ersichtlich, ist sie Yin und Yang zugeordnet.

In der TCM gibt es folgende thermische Qualitäten von Nahrungsmitteln:

Die Zuordnung beruht auf Erfahrung: So verursachen eine Chilischote oder Knoblauch ein heißes Gefühl im Körper und treiben einem den Schweiß auf die Stirn. Folglich besitzen sie ein heißes Temperament. Joghurt oder grüner Tee hingegen haben ein kaltes Temperament. Vielleicht haben Sie selbst schon die Erfahrung gemacht, dass diese Nahrungsmittel eine kühlende Wirkung verbreiten. Auch heißer Pfefferminztee wirkt kühlend und ist ein wohltuender Erfrischungstee im Sommer, obwohl er heiß getrunken wird (siehe Tabelle auf Seite 7). Die Qualität von Lebensmitteln hat also nichts zu tun mit der tatsächlichen Temperatur, die man mit dem Thermometer messen kann. Gemeint ist vielmehr die Wirkung auf den Organismus. 

Reis hat in der TCM einen hohen Stellenwert

Reis ist das traditionelle Nahrungsmittel der asiatischen Küche und seinem Temperament zufolge ein so genanntes neutrales Lebensmittel. Die TCM rät grundsätzlich zu einer Bevorzugung dieser Lebensmittel, da sie die Lebensenergie Qi besonders gut aufbauen und auf den gesamten Organismus harmonisierend wirken.

Braten stärkt den Yang- Charakter

Die Art der Zubereitung ist ebenfalls entscheidend für die thermischen Qualitäten. Grundsätzlich gilt: Gebratenes verstärkt die wärmende Tendenz. Gedünstetes verstärkt die kühlende Tendenz. Finden Sie durch den Test im Kasten unten heraus, ob Sie eher ein fröstelnder Yin- oder ein hitziger Yang-Typ sind Trifft ersteres für Sie zu, sollten Sie vorrangig gebratene und heiße Speisen wählen, die einen wärmenden Yang- Charakter haben. Sind Sie jedoch ein Wärme abstrahlender Yang-Typ, sollten häufiger gedünstete und kühlende Speisen auf den Tisch kommen. Für den Mischtypen sind neutrale Speisen geeignet. Im Sommer gilt zudem das Motto: Mehr kühlende Speisen, auch für den Yin-Typ. Im Winter gilt umgekehrt: Mehr wärmende Speisen, auch für den Yang-Typ.

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