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Ernährung in der TCM: Ein Überblick

In der TCM wird nicht zwischen Arznei und Nahrung unterschieden, Nahrung wirkt lediglich etwas schwächer als Arzneimittel. Da wir jeden Tag essen und trinken, ist es wichtig, die Nahrung unserem Typ, unserem Gesundheitszustand und der Jahreszeit anzupassen. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Krankheiten. Außerdem werden bei Erkrankungen von TCMTherapeuten gezielte diätetische Ratschläge erteilt.

Ausschlaggebend für die Wirkrichtung der Nahrungsmittel ist ihr Geschmack:

  • scharf hebt Qi stark
  • süß hebt Qi leicht
  • sauer wirkt neutral bis leicht absenkend
  • salzig senkt Qi stark
  • bitter senkt Qi leicht

Geschmacksrichtungen beeinflussen das Qi

Eine weitere wichtige Eigenschaft der Nahrungsmittel ist nach der TCM ihre Wirkrichtung, die vom Geschmack abhängt.

  • Scharf zerstreut das Qi, löst Stauungen und öffnet die Oberfläche.
  • Süß harmonisiert und baut Qi auf.
  • Sauer bringt die Energie nach innen und wirkt zusammenziehend.
  • Salzig (mit Wasser) weicht auf und führt ab.
  • Bitter senkt das Qi leicht.

An diesen Wirkrichtungen orientiert sich Ihr TCM-Therapeut bei der Auswahl der heilenden Nahrungsmittel bei Krankheiten. Wenn Sie z. B. an einem Erkältungshusten leiden, besteht bei Ihnen nach der TCM zu viel Hitze im oberen Körperbereich.

Der chinesische Arzt wird Ihnen daher kühlende Nahrungsmittel mit einer hebenden Wirkrichtung empfehlen, also mit scharfem oder süßem Geschmack, damit die kühlende Energie auch nach oben gelangt. Dazu eignen sich z. B. Zwiebelsaft mit Honig oder Kandis sowie auch Rettich, Schnittlauch und Kresse.

Kühlende Nahrung macht müde

Der Mensch braucht einmal täglich etwas Warmes im Bauch, meinten schon unsere Großmütter: Genauso sehen es auch die Chinesen, für die wir Europäer viel zu kalt essen.

Starten Sie daher mit einem – in doppeltem Sinne – warmen Frühstück in den Tag. Nur Menschen mit einem sehr starken Yang-Überschuss sollten ein kühles Frühstück wählen. Im Kasten unten finden Sie drei sehr schmackhafte TCM-Frühstücks-Rezepte.

TCM-Ernährung: Ihre Nahrung wirkt auf die Organe

Aus der Sicht der chinesischen Medizin gilt ein als Mensch gesund, wenn seine Organe eine ausgewogene und harmonische Energie besitzen. Mit dieser funktionieren sie und beeinflussen andere Organe unterstützend. Krankheit entsteht, wenn ein Organ einen Energiemangel oder Stau aufzeigt.

Das jahrtausendealte System der fünf Elemente bildet die Grundlage in der chinesischen Ernährungslehre. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser – alle Elemente beeinflussen sich gegenseitig und sind in einem immerwährenden Wechselspiel miteinander verbunden.

Alle Lebensmittel lassen sich über ihren Geschmack einem Element zuordnen. Ebenso ordnet man die Organe einem Element zu. Das ermöglicht eine Aussage über die Wirkungsweise der Geschmacksrichtung auf die Organe.

Lebensmittel des Holzelements

Alle Lebensmittel mit saurem Geschmack gehören zu dem Holzelement. Fast alle sauren Lebensmittel haben erfrischende Energie, was für die Holzorgane äußerst günstig ist.

Die essentielle Wirkung der sauererfrischenden Lebensmittel besteht darin, die Säfte des Körpers zu bewahren und die Substanz zu festigen. Beim Sport oder im Sommer erfüllen Früchtetees und säuerliches Obst diese Funktion.

Der saure Geschmack zieht zusammen. Dies ist vor allem bei Erkältungskrankheiten nicht erwünscht. Es wirkt sich sehr ungünstig aus, Südfrüchte, Tomaten oder Früchtetees bei Beginn einer Erkältungskrankheit zu konsumieren.

Die zusammenziehende Bewegung des sauren Geschmackes bewirkt nämlich, dass die Kälte von der Körperoberfläche ins Innerewird, wodurch sie schwerer zu entfernen ist. Das richtet unter Umständen einen großen Schaden an.

Lebensmittel des Feuerelements

Die Lebensmittel des Feuerelementes besitzen zwei Hauptqualitäten. Sie trocknen aus und leiten das Qi im Körper nach unten. Sie helfen wesentlich mit bei der Verdauung, vor allem von Fett.

Durch Rösten, Braten und Grillen erworbene Bitterstoffe oder Genussmittel wie Zigaretten, Kaffee oder Schwarztee entziehen Ihnen Feuchtigkeit. Kurzfristig erhöht sich die geistige und körperliche Aktivität dadurch.

Im Übermaß konsumiert führen diese Genussmittel zu einer ganzen Anzahl von negativen Symptomen. Nervosität, innere Unruhe und Schlafstörungen gelten als Hauptsymptome dieser oft stressgeplagten Menschen. Lebensmittel mit natürlichen Bitterstoffen wie Chicorée, Rucola, Löwenzahn, Grapefruit etc. haben eine positiv austrocknende Wirkung und kommen deshalb wirkungsvoll bei Feuchtigkeit zum Einsatz.

Lebensmittel des Elementes Erde

Die erdigen Anteile der Nahrung stärken unsere Mitte (Transformationszentrum) und nähren uns. Das Milde, Süße und Sättigende macht den größten Teil der Nahrung aus. Süß baut Chi auf.

Diese Aussage bezieht sich auf fast alle Getreide-, Fleisch- und Gemüsesorten, Ei, Fette und Nüsse – also auf alles Nährende und Sättigende. Der Heißhunger auf Süßes besitzt seinen Ursprung in einem Chi-Mangel der Milz.

Eine positive befeuchtende und damit säfte-aufbauende Wirkung haben Getreide, erdige Gemüse wie Möhren oder Kartoffeln, Obst und viele andere Lebensmittel des Erdelements. Eine negative befeuchtende und verschleimende Wirkung besitzen Milchprodukte. Feuchtigkeit (Yin-Fülle) bedeutet, dass sich Wasser mit darin gelösten toxischen Stoffen im Gewebe einlagert.

Feuchtigkeit findet man bei Übergewicht sowie häufig auch bei normalgewichtigen Menschen. Anzeichen dafür sind Schweregefühl in Armen und Beinen, Dumpfheit, Niedergeschlagenheit und Wasseransammlungen.

Eine Besserung tritt ein, wenn man auf feuchtigkeitsbildende Lebensmittel verzichtet. Gekochte Mahlzeiten mit hochwertigen Zutaten und aromatischen Kräutern und Gewürzen fördern die Ausscheidung von Feuchtigkeit.

Lebensmittel des Metallelements

Schärfe zerstreut Kälte – das trifft auf die Metall-Lebensmittel zu. Dass Schärfe Wärme erzeugt, hilft sowohl beim Eindringen von äußerer Kälte als auch bei innerer Kälte. Dringt äußere bioklimatische Kälte in den Körper ein, helfen scharf-warme Getränke wie Ingwertee oder Glühwein beim Öffnen der Poren.

Man beginnt zu schwitzen und gibt auf diese Weise die eingedrungene Kälte wieder ab. Bei innerer Kälte (kalte Füße, kaltes Körperempfinden, häufiges nächtliches Wasserlassen usw.) helfen scharfwarme Gewürze regelmäßig gegessen oder als Gewürztee getrunken, um Wärme im Körper aufzubauen.

Scharf bewegt das Chi. Indem wir scharfe Gewürze und Alkohol beim Kochen verwenden, bringen wir unsere Energie (Chi) in Bewegung. Bei niedrigem Blutdruck, Chi- oder Yang-Mangel ist es ratsam, scharf-warme Gewürze regelmäßig in kleinen Mengen zu verwenden.

Stark scharf gewürzte Speisen über einen längeren Zeitpunkt gegessen können zu Hitze führen. Dies gilt vor allem bei bereits bestehender innerer Hitze oder Bluthochdruck.

Lebensmittel des Elementes Wasser

Zu viel Salz verhärtet. So lautet das Leitmotiv der Wasser-Lebensmittel. Der salzige Geschmack in seinem Ursprung hat eine wunderbar aufweichende Wirkung.

Darunter fällt alles, was nach Meer riecht, etwa Meeresalgen, Fisch oder Meeresfrüchte. Meeresalgen setzt man in vielen asiatischen Ländern als Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen ein.

Wir alle konsumieren zu viel Salz, nämlich mit salzigen Wurstwaren und Käse, Fertigprodukten, Mineralwasser etc. Im Übermaß wirkt Salz nicht aufweichend, sondern verhärtend. Es trocknet den Körper aus. Der Körper braucht die guten Säfte, insbesondere der Nieren (Yin), auf. Es besteht die Gefahr, dass das Salz den Knochen die wichtigen Mineralien entzieht.

In asiatischen Ländern kennt man das Problem von Osteoporose (Knochenentkalkung) bis heute nicht. In diesen Ländern achtet man mit dem regelmäßigen Genuss von Meeresalgen und dem Vermeiden von Milchprodukten auf eine optimale Versorgung der Knochen mit Kalzium.

Meeresalgen enthalten viele wichtige Mineralien enthalten. Die nach unten und innen leitende Wirkung dieser Meeresalgen führt dazu, dass der Körper diese Mineralien in die Knochen einlagert.

Das Kalzium der Milch hingegen lagert sich außen an den Knochen ab und verursacht so unter Umständen Gelenkprobleme. Daher verzichtet man in asiatischen Ländern soweit wie möglich auf die Verwendung von Milch und Milchprodukten.

TCM: Ernährung Redaktionsteam FID Gesundheitswissen TCM-Rezepte

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