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TCM: Ernährung

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Sylvia Schneider
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Machen Sie's wie die Chinesen: Frühstücken Sie warm!

Die typgerechte Ernährung ist einer der wichtigsten Schlüssel zur Gesundheit - je nach Konstitution und Jahreszeit benötigt Ihr Organismus ganz unterschiedliche Speisen

"Lasst eure Nahrung euer Heilmittel sein", mahnte der alte Hippokrates. "Ein guter Arzt muss kochen können", sagen die Chinesen. Beide Sprichwörter meinen dasselbe: Die richtige Nahrung erhält die Gesundheit und wirkt heilsam bei Krankheiten, die falsche macht krank. Deshalb befragt ein TCM-Therapeut seine Patienten stets nach ihren Ernährungsund Trinkgewohnheiten. Oft finden sich bereits hier ungünstige Einflüsse, ja vielleicht sogar schon die Ursachen für Gesundheitsstörungen.

Die Verdauung braucht den richtigen "Brennstoff"

Die bekannteste Einteilung der Lebensmittel in der TCM ist die nach den Temperatur-Eigenschaften: kühlend bis kalt, wärmend bis heiß und neutral (siehe Tabelle unten). Diese "Temperatur" hat einen großen Einfluss auf die Bereitstellung von Gu Qi, dem Nahrungs-Qi. Gu Qi wird durch ein "Verdauungsfeuer" gewonnen, das warmen Brennstoff braucht.

Wenn Sie aber immer nur kalte Nahrungsmittel zu sich nehmen, kann das Verdauungsfeuer nicht richtig brennen und liefert weniger Gu Qi. Die Folge sind Müdigkeit, körperliche und geistige Leistungsschwäche, Durchfall sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit, weil das Abwehr-Qi nicht richtig ernährt wird.

Kochen verstärkt die Energie eines Lebensmittels

Nach der TCM sollten rund 65 % Ihrer täglichen Nahrung aus neutralen Lebensmitteln bestehen (siehe Kasten auf Seite 9 rechts). Allerdings müssen Sie dabei berücksichtigen, dass die Zubereitungsart die energetische Eigenschaft der Zutaten erheblich verändern kann.

So beeinflusst die Zubereitung die Energie von Lebensmitteln:

  • kühlend: pökeln, in Salz oder Wasser einlegen, marinieren, quellen oder keimen lassen
  • leicht wärmend: rösten, langes Kochen von Suppen
  • wärmend: dampfgaren, blanchieren, dünsten, kochen
  • erhitzend: braten, frittieren, grillen, lange im Backofen backen

Wählen Sie daher kühlende Zubereitungen z. B. bei innerer und äußerer Hitze, trockener Haut, Mundtrockenheit, trockenen Augen und Durst sowie im Sommer. Wärmende Zubereitungen empfehlen wir Ihnen bei innerer Kälte und zu viel Feuchtigkeit, z. B. feuchtkaltem Fußschweiß, sowie im Winter. Neutrale Mahlzeiten können Sie auch durch eine geschickte Zusammenstellung der Zutaten bereiten: Zu "warmem Geflügel" in "heißer" Ingwersauce gehört dann ein kühlender bitterer Salat, z. B. Endivien mit Joghurtdressing.

Der beste Start in den Tag

Ein warmer Früchtebrei zum Frühstück liefert Ihnen Energie für den ganzen Tag.

Konservennahrung, Tiefkühlkost und Fertiggerichte, Frischkornmüsli, viel Brot, kohlensäurehältige Getränke, raffinierter Zucker, Süßigkeiten, Schokolade sowie H-Milchprodukte gelten in der TCM als wertlos. Die Zubereitung in der Mikrowelle wird völlig abgelehnt, weil sie die natürliche Energie der Lebensmittel zerstört.

Auch die Geschmacksrichtungen beeinflussen das Qi

Eine weitere wichtige Eigenschaft der Nahrungsmittel ist nach der TCM ihre Wirkrichtung, die vom Geschmack abhängt.

Wie die Nahrungsmittel auf unseren Körper wirken
 heißwarmneutralkühlkalt
WirkungStärkung der Abwehrkräfte, Verhinderung von KältezuständenErwärmung des Körpers, Unterstützung der Yang-EnergieStärkung des Qi, ausgleichende WirkungBildung von Blut und Körpersäften, Befeuchtung von SchleimhäutenAbkühlung des Körpers, Verhinderung von Yang-Überschuss
Beispielescharfe Gewürze, gegrilltes Fleisch, hochprozentiger Alkohol, Knollenfenchel, Gewürznelke, Wildfrischer Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln, Geflügel, Kaffee, Rotwein, Ei, brauner Zucker, PfirsichGetreide, Nüsse, Rindfleisch, Pilze, Kartoffeln, Karotten, Honig, Schwarztee, Butter, KuhmilchGemüse, Salate, Olivenöl, Pfefferminze, Melisse, Weißwein, Seelachs, Joghurt, grüner TeeSüdfrüchte, Tomaten, Salatgurken, Wassermelone, Mineralwasser, Eis, Salz, Endivien

So wirken die Geschmacksrichtungen auf das Qi:

  • Scharf zerstreut das Qi, löst Stauungen und öffnet die Oberfläche.
  • Süß harmonisiert und baut Qi auf.
  • Sauer bringt die Energie nach innen und wirkt zusammenziehend.
  • Salzig (mit Wasser) weicht auf und führt ab.
  • Bitter senkt das Qi leicht.

An diesen Wirkrichtungen orientiert sich Ihr TCM-Therapeut bei der Auswahl der heilenden Nahrungsmittel bei Krankheiten. Wenn Sie z. B. an einem Erkältungshusten leiden, besteht bei Ihnen nach der TCM zu viel Hitze im oberen Körperbereich. Der chinesische Arzt wird Ihnen daher kühlende Nahrungsmittel mit einer hebenden Wirkrichtung empfehlen, also mit scharfem oder süßem Geschmack, damit die kühlende Energie auch nach oben gelangt. Dazu eignen sich z. B. Zwiebelsaft mit Honig oder Kandis sowie auch Rettich, Schnittlauch und Kresse.

Seien Sie sparsam mit Rohkost, Bananen und Milch

Große Mengen Rohkost, besonders mit Gurken und Tomaten, verbrauchen nach der TCM zu viel wertvolles Verdauungsfeuer. Dies wird durch Bananen und Milchprodukte, die zudem noch viel Schleim bilden, verstärkt, sodass die Lebensenergie im Schleim erstickt. Antriebsschwäche, innere Kälte mit Frösteln auch im Sommer und häufige bzw. chro nische Verschleimungen der Atemwege sowie eine blasse Gesichtsfarbe gelten als unweigerliche Folge.

Kühlende Nahrung macht müde

Der Mensch braucht einmal täglich etwas Warmes im Bauch, meinten schon unsere Großmütter: Genauso sehen es auch die Chinesen, für die wir Europäer viel zu kalt essen. Starten Sie daher mit einem - in doppeltem Sinne - warmen Frühstück in den Tag. Nur Menschen mit einem sehr starken Yang-Überschuss sollten ein kühles Frühstück wählen. Im Kasten unten finden Sie drei sehr schmackhafte TCM-Frühstücks-Rezepte.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann besuchen Sie doch einmal einen TCM-Ernährungs- und Kochkurs, z. B. bei der Volkshochschule. Allerdings entsprechen nicht alle wirklich der TCM-Lehre: Am besten fragen Sie Ihren TCM-Therapeuten nach einem qualifizierten Angebot.

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