TCM: Wirkung hängt von Zubereitung ab
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Bei der Zusammenstellung der Rezeptur muss der Therapeut beachten, dass eine Heilpflanze (ähnlich wie Nahrungsmittel) je nach Zubereitungsart sehr unterschiedliche Eigenschaften und damit auch Einsatzgebiete haben kann. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist die Ingwerwurzel.
Frischer Ingwer (Shengjiang) „öffnet die Oberfläche“, wirkt alsooben und ist nur leicht warm. Gerösteter Ingwer (Paojiang) „erwärmt das Innere“, ist mittelheiß und leicht bitterscharf. Getrockneter Ingwer (Ganjiang) ist heiß, sehr scharf und wärmt im Inneren.
Genauso berücksichtigt der Therapeut die unterschiedlichen Wirkungen der Darreichungsformen der TCM-Mittel bei seiner Verordnung (siehe Kasten oben rechts). Die häufigste Zubereitungsform ist das Dekokt (= Abkochung). Ein kräftiger Patient wird ein starkes, schnell wirkendes Dekokt vertragen. Ein geschwächter Patient braucht eher eine Zubereitung aus Mitteln, deren Wirkung langsamer einsetzt, dafür aber länger anhält. Hier bieten sich auch Pillen an.