TCM: Behandlungsverfahren
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Harmonie der Körperkräfte
GNL5223
Akupunktur, chinesische Kräuterheilkunde und Ernährungslehre sind wesentliche Bestandteile des fernöstlichen Gesundheitskonzepts
Die Traditionelle Chinesische Medizin erfreut sich auch im Westen einer zunehmenden Beliebtheit. In Deutschland konnte sich vor allem die Akupunktur durchsetzen (siehe Abbildung links): Sie ist nach der Homöopathie das am zweithäufigsten angewandte alternative Heilverfahren. Die Akupunktur ist jedoch nur eine Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Zur TCM zählen folgende Verfahren:
- chinesische Ernährungslehre
- chinesische Kräuterheilkunde
- Akupunktur und Moxibustion
- Körper- und Atemübungen (Tai Chi und Qi Gong)
- Massagetechniken (Tuina-Massage)
- Astrologie und Weissagungen
Gesundheit entspricht einem Gleichgewicht der Energien
Wer die Traditionelle Chinesische Medizin verstehen will, muss sich vom westlichen Verständnis der Gesundheit verabschieden: Der Mensch wird ganzheitlich betrachtet; das Verständnis von Krankheiten ist ein völlig anderes als im Westen. Der Mensch ist nach westlicher Vorstellung krank, weil ein bestimmtes Organ, z. B. der Magen, eine Störung aufweist. Im chinesischen System wird Krankheit dagegen allgemein als ein Ungleichgewicht von Energieströmen betrachtet. Aus diesem Grund wird auf die Prävention, also die Vorbeugung von Krankheiten, viel mehr Wert gelegt als in der westlichen Medizin. Denn die Chinesen glauben, dass durch eine harmonische Lebensweise dieses Gleichgewicht aufrechterhalten warden kann. Dazu gehören eine gesunde Ernährung regelmäßige Körperund Atemübungen sowie psychische Ausgeglichenheit. Auch in der westlichen Medizin besinnt man sich zunehmend darauf, Krankheiten bereits im Vorfeld zu verhindern.
Früher wurde in China der Arzt von den Gemeindemitgliedern nur bezahlt, solange man gesund war. Daher rührt die große Bedeutung des präventiven Aspekts in der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Ein Verständnis der TCM ist nur mit Hilfe der taoistischen Philosophie möglich
Der gedankliche Hintergrund der Traditionellen Chinesischen Medizin beruht auf dem philosophischen System des Taoismus, der in der heutigen Form aus dem dritten Jahrhundert vor Christus stammt und dem legendären Philosophen und Dichter Laotse zugeschrieben wird. Im Taoismus glaubt man an Tao (gesprochen: Dao), ein universelles Naturprinzip, das dadurch gekennzeichnet ist, dass nichts stillsteht, sondern alles sich im ständigen Wandel in bestimmten Zyklen befindet. Diese Urkraft Tao erzeugt als Spannungsfeld die Kräfte Yin und Yang, die in einer Polarität zueinander stehen. In diesem Spannungsfeld entstehen alle Dinge und Lebensvorgänge. Das Yin-Yang-Prinzip spielt eine grundlegende Rolle im chinesischen Denken: Alle Gegensatzpaare in der Natur werden dieser Yin-Yang-Polarität zugeordnet. Nur wenn diese beiden Gegensätze im harmonischen Gleichgewicht stehen und sich ergänzen, führt dies nach chinesischem Verständnis zur Harmonie der Ganzheit. Eine Krankheit ist also eine Disharmonie von Yin und Yang. Im Wechselspiel dieser entgegengesetzten Yin- und Yang- Kräfte entsteht nach chinesischer Vorstellung die Lebensenergie, das Qi (gesprochen: Tschi).