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Die Behandlungsverfahren der TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin erfreut sich auch im Westen einer zunehmenden Beliebtheit. In Deutschland setzte sich vor allem die Akupunktur durch: Sie gilt nach der Homöopathie als das am zweithäufigsten angewandte alternative Heilverfahren. Die Akupunktur stellt jedoch nur eine Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dar.

TCM Behandlungsverfahren© Adobe Stock

TCM Behandlungsverfahren:

  • chinesische Ernährungslehre
  • chinesische Kräuterheilkunde
  • Akupunktur und Moxibustion
  • Körper- und Atemübungen (Tai Chi und Qi Gong)
  • Massagetechniken (Tuina-Massage)
  • Astrologie und Weissagungen

Gesundheit entspricht einem Gleichgewicht der Energien

Wer die Traditionelle Chinesische Medizin verstehen will, muss sich vom westlichen Verständnis der Gesundheit verabschieden: Die TCM betrachtet den Menschen ganzheitlich.

Das Verständnis von Krankheiten ist ein völlig anderes als im Westen. Der Mensch ist nach westlicher Vorstellung krank, weil ein bestimmtes Organ eine Störung aufweist. Im chinesischen System betrachtet man Krankheit dagegen allgemein als ein Ungleichgewicht von Energieströmen.

Aus diesem Grund legt man auf die Prävention (Vorbeugung von Krankheiten) viel mehr Wert als in der westlichen Medizin. Die Chinesen glauben, dass man durch eine harmonische Lebensweise dieses Gleichgewicht aufrechterhalten kann.

Dazu gehören eine gesunde Ernährung regelmäßige Körper- und Atemübungen sowie psychische Ausgeglichenheit. In der westlichen Medizin besinnt man sich zunehmend darauf, Krankheiten bereits im Vorfeld zu verhindern.

Früher bezahlten in China die Gemeindemitglieder den Arzt nur, solange man gesund war. Aus dem Grund rührt die große Bedeutung des präventiven Aspekts in der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Die TCM als ganzheitliches Konzept

Wer diagnostizieren will, muss wissen, wonach er suchen soll. Die TCM reduziert die krankmachenden Faktoren auf einige wenige innere, äußere und neutrale Faktoren. Äußere Faktoren sind beispielsweise Wind, Hitze, Kälte etc.

Von besonderer Bedeutung sind die inneren Faktoren (z. B. Trauer, Freude, Wut, Grübeln, Angst), weil damit der Bogen zur Psychotherapie geschlagen wird. Es ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass die TCM ein ganzheitliches System ist.

Deshalb ist der Einbezug psychischer Faktoren eine Selbstverständlichkeit. Neben diesen pathogenen Ursachen können natürlich auch Unfälle, Diätprobleme (Nahrungsmittelvergiftungen, falsche Ernährung) und sexueller Exzess pathogen wirken.

In der Diagnostik werden die pathogenen Faktoren mit dem System der Funktionskreise in Beziehung gesetzt, was zur Erkennung des Ansatzpunktes für die Therapie führt.

Kleine, feine, fernöstliche Kniffe für ein gesünderes Leben

Viele Menschen bringen diese Art der Medizin und vor allem ihre Behandlungsmethoden mit Akupunktur und geheimnisvollen Rezepturen in Verbindung. Doch TCM kann mehr. Sie kennt zum Beispiel auch kleine Kniffe für ein gesünderes Leben.

  • Augenrollen (zur Stärkung der Sehkraft): Rollen Sie einmal täglich bei entspannten Augen die Augäpfel zunächst imUhrzeigersinn, dann in der Gegenrichtung.
  • Haareziehen (gegen Haarausfall): Nehmen Sie ein Büschel Haare zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehen Sie es 20- bis 30-mal in schnellem Rhythmus nach unten.
  • Rückwärtsgehen (gegen Verspannungen): Gehen Sie fünf bis zehn Minuten täglich in der eigenen Wohnung rückwärts. Die ungewohnten Bewegungsabläufe beugen Fehlhaltungen vor und lockern die Muskulatur.
  • Ohrenreiben (gegen Schmerzen): Reiben Sie mit beiden Händen kräftig über die Ohren. Dann streichen Sie die Ohrränder aus und kneten den am unteren Rand hervorstehenden Knorpel. Abschließend zupfen Sie zehn- bis zwölfmal kräftig am Ohrläppchen.
  • Zähneklappern (gegen vorzeitigen Zahnverlust): Klappern Sie zunächst 24- bis 36-mal leicht mit den Schneidezähnen aufeinander, danach mit den Backenzähnen. Beißen Sie dann die Zähne 18-mal fest zusammen. Lassen Sie den Unterkiefer entspannt fallen und stoßen Sie ihn 36-mal mit dem Daumen wieder nach oben.

Die TCM kennt über 3.000 verschiedene Einzelmittel

Im Gegensatz zur europäischen Phytotherapie hat die chinesische Kräutermedizin eine mehr als 2000jährige ungebrochene Tradition. Während dieser Zeit wurden über 3.000 Arzneimittel, manche Berichte sprechen sogar von bis zu 7.000, beschrieben.

Im praktischen Einsatz sind heute jedoch nur um die 500. Sie werden ähnlich den Nahrungsmitteln vier großen Charaktergruppen zugeordnet. Innerhalb dieser Gruppen gibt es eine schier unglaubliche Vielzahl von „Unter“-Eigenschaften.

Die 4 Unterscheidungskriterien für TCM-Arzneimittel sind:

  • Temperaturverhalten: kalt oder kühl (Yin), warm oder heiß (Yang)
  • Geschmacksrichtung: scharf, bitter, süß, sauer, salzig
  • Bezug zum Meridian und Funktionskreis: z. B. Dickdarm-Meridian oder LungenFunktionskreis
  • Wirkrichtung: emporhebend, an der Oberfläche oder im Inneren wirkend, absenkend

Die Wirkrichtung, die Sie bereits bei den Nahrungsmitteln kennen gelernt haben, ergibt sich aus den drei ersten Eigenschaftsgruppen.

So gehört der auch bei uns als Stärkungsmittel verwendete Ginseng (chin.: Renshen) zu den emporhebenden Mitteln. Diese „heben das körpereigene Qi nach oben“, wie die TCM sagt, und unterstützen damit die Entfaltung der aktiven (Yang-)Energien. Emporhebende Mittel sind in der Regel scharf und warm.

Den Gegensatz dazu bilden absenkende Mittel, die eher kühl wirken und meist einen wenig ausgeprägten Geschmack haben. Sie ziehen die Energien nach unten und innen, stützen eine schwache Yin-Energie und beruhigen eine überschießende Yang-Energie.

Zu ihnen gehören pflanzliche Beruhigungs- und Lebermittel wie die bei uns unbekannten Pflanzen Zizyphi spinosae (Suanzaoren) oder Haliotidis concha (Shijueming). Die Wirkung der Mittel, die in einer für unser Empfinden sehr blumigen Sprache beschrieben wird, bestimmt sich weitgehend aus der Wirkrichtung.

Was Ihr Puls über Ihre Gesundheit verrät

Im Mittelpunkt der Diagnoseverfahren in der westlichen Medizin stehen heutzutage häufig High-Tech-Geräte wie Computer- oder Magnetresonanz-Tomographen.

In der 5.000 Jahre alten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hingegen ist das wichtigste Diagnosewerkzeug bis in die Neuzeit das Messen des Pulses. Anders als bei uns gilt dort die Puls-Frequenz als lediglich eines von bis zu 30 verschiedenen Merkmalen des Pulsschlags.

TCM: Puls-Messung statt High-Tech

In der TCM werden darüber hinaus z.B. die Gleichmäßigkeit, die Stärke und der Verlauf des Pulses bewertet. Gemessen wird nicht etwa nur an einer Stelle am Handgelenk, sondern an bis zu 40 verschiedenen Punkten auf beiden Seiten der Unterarme. Eine Pulsmessung dauert in der chinesischen Medizin daher auch schon mal 15 bis 30 Minuten.

Sie erlaubt dem Therapeuten Aussagen über die Funktionen bestimmter Organe wie Herz, Nieren, Lunge, Leber, Magen, Nieren und Darm sowie des Blutkreislaufs. Erfahren Sie mehr über die Möglichkeit, anhand von Pulsmessungen Aussagen über den Gesundheitszustand eines Menschen zu machen, von Dr. Leon Hammer, Therapeut und Dozent für TCM mit nahezu 40-jähriger Erfahrung sowie Buchautor aus Florida.

Hinweis: Die folgenden Pulscharakteristika sind generelle Richtlinien und sollten nicht für eine Selbstdiagnose herangezogen werden.

Ein TCM-Therapeut misst stets mehrere verschiedene Pulse und verschafft sich durch zusätzliche Untersuchungen und Befragung des Patienten ein umfassendes Bild über dessen Gesundheitszustand. Dazu ist ein Ungeübter natürlich nicht in der Lage. Dennoch kann ein geübter Laie aus der Beobachtung seines Pulses einige grundlegende Erkenntnisse über seine Gesundheit gewinnen.

Wichtig: Ehe Sie Ihren Puls messen, sollten Sie alles vermeiden, was die Messung beeinflussen kann. Warten Sie z.B. nach einer ausgiebigen Mahlzeit mindestens 90 Minuten, nach dem Trinken von zwei Tassen Kaffee zwei bis drei Stunden und eine bis zwei Stunden nach sportlichen Aktivitäten. Messen Sie zudem niemals, wenn Sie sich sehr müde, hungrig oder aufgeregt fühlen.

Bevor Sie anfangen, setzen Sie sich fünf Minuten ruhig in einen Sessel. Ertasten Sie zunächst die beste Stelle zum Pulsmessen an Ihrem Unterarm. Wenn Sie den Puls sicher ertasten können, achten Sie auf seine Ausprägung. Bei den meisten klappt das am besten, wenn sie dabei die Augen schließen.

Puls-Charakteristika:

  • Unregelmäßiger Rhythmus oder wechselnde Frequenz Ein Puls, der unregelmäßig schlägt oder seine Geschwindigkeit verändert, kann auf eine möglicherweise ernst zu nehmende Erkrankung, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, hinweisen.
  • Schneller Puls (z.B. anhaltend über 100 Schläge pro Minute) kann Zeichen eines gestörten Gleichgewichts im Organismus sein, ausgelöst etwa von einem Herzproblem oder einer versteckten Infektion.
  • Schwacher, kaum spürbarer Puls, der erst nach starkem Druck der Fingerspitzen auf die Arm-Arterie spürbar wird, weist auf eine Schwächung des Qi (gesprochen: chi), der Lebensenergie, hin. Das macht Sie in naher Zukunft anfällig für ernsthafte Erkrankungen.
  • Starker, pochender Puls kann von verschiedenen Ursachen ausgelöst werden, z.B. von Bluthochdruck oder übermäßigen Sorgen und Ängsten.

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