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Tripterygium: Das neue Wundermittel aus China

Es ist nicht das erste und mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass Pflanzen, die schon seit Jahrtausenden zu Heilzwecken genutzt werden, auf einmal auch für die moderne Pharmaforschung interessant werden. So wichtige Wirkstoffe wie Aspirin oder Digitalis wurden ursprünglich in Pflanzen entdeckt. Das neueste Beispiel ist die aus China stammende Heilpflanze Tripterygium wilfordii. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wurde sie vor allem gegen Schwellungen, Brustabzesse und Hautkrankheiten angewandt. Dieser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über den heutigen Stand der modernen Forschung zu Tripterygium. Sie konzentriert sich vor allem auf Autoimmunerkrankungen und chronisch entzündliche Prozesse, bei denen bisherige schulmedizinische Medikamente noch keinen durchschlagenden Erfolg gebracht haben – beispielsweise Arthritis, Schuppenflechte oder Nierenleiden.

Gut belegt ist die Wirkung gegen Arthritis

Tripterygium ist eine Schlingpflanze, die sich an Bäumen emporrankt und bis zu 12 Meter lang werden kann. In China heißt sie „Liane des Donnergottes“. Zur Gewinnung der Arzneistoffe werden vor allem die Wurzeln, Blätter und Blüten gesammelt. Die antientzündliche Wirkung

der Heilpflanze beruht darauf, dass die Tripterygium-Wirkstoffe die Freisetzung von Immunbotenstoffen (z. B. Prostaglandinen oder Interleukinen) hemmen. Sie funktionieren damit ähnlich wie die schulmedizinischen Entzündungshemmer Diclofenac oder Ibuprofen (NSAR = nichtsteriodale Antirheumatika).

Neben der Entzündungshemmung können die Pflanzenwirkstoffe auch ein überaktives Immunsystem bremsen. Das macht sie zu einem idealen Mittel gegen Autoimmunkrankheiten. Bei diesen Störungen richtet sich das fehlgeleitete Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe.

Bei diesen Erkrankungen wurde Tripterygium in Studien getestet:

  • rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündungen)
  • Myasthenia gravis (Muskelschwäche)
  • Multiple Sklerose
  • Augenhautentzündung (Uveitis)
  • Asthma
  • Guillain-Barré-Syndrom (Rückenmarksentzündung)
  • Abstoßungsreaktionen bei Organtransplantaten

Besonders gut belegt ist die Heilwirkung bei rheumatoider Arthritis. Bei den anderen Krankheiten liegen oft erst einzelne Studien vor, aber immerhin ergeben sich aus ihnen erste Hinweise auf eine positive Wirkung.

Nicht zur Selbstmedikation geeignet

Die nationalen Gesundheitsinstitute der USA in Bethesda bei Washington haben im Jahr 2002 insgesamt 32 Patienten, die an schwerer Arthritis litten, 20 Wochen lang mit verschiedenen Tripterygium-Extrakten (180 bzw. 360 mg täglich) sowie zur Studienkontrolle mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. In der Hochdosis-Gruppe verbesserten sich die Symptome bei 8 von 10 Patienten. In der Niedrig-Dosis-Gruppe lag die Erfolgsrate bei 4 von 10. Dagegen zeigte kein Patient aus der Placebo-Gruppe eine Verbesserung. Als Nebenwirkungen traten bei den in den Studien verwendeten, mit modernen pharmakologischen Methoden gewonnenen Pflanzenextrakten vor allem Übelkeit und Erbrechen auf. Aus der traditionellen Anwendung in China, wo oft die ganze getrocknete Pflanze als Abkochung eingesetzt wird, sind jedoch bei Überdosierungen sehr ernste Nebenwirkungen bis hin zu Koma und Tod berichtet worden.

Daher dürfen Sie Tripterygium keinesfalls auf eigene Faust anwenden. Wir empfehlen Ihnen, sich immer in die Hände eines erfahrenen TCM-Therapeuten zu begeben. Er wird Ihnen stets die richtige Dosierung verordnen. Die meisten kooperieren mit auf TCM spezialisierten Apotheken, in denen Sie die Tripterygium-Extrakte beziehen können. Pharmazeuten arbeiten daran, die für die Nebenwirkungen verantwortlichen Bestandteile aus den Extrakten zu entfernen. In einigen Jahren wird es daher verträglichere Tripterygium-Extrakte geben, die Sie möglicherweise auch gefahrlos selbst anwenden können.

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