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Tai Chi Chuan: mehr Energie und Körperkraft

Wenn man jemandem bei Tai Chi Chuan zuschaut, hat man das Gefühl, einen Film in Zeitlupe zu sehen: Langsame, fließende Bewegungen ahmen Tiere und Kampfkunsthandlungen nach.

Der Ursprung des Tai Chi Chuan liegt im Kampfsport und in der Gesundheitspflege. Heute wird es hauptsächlich als Heilgymnastik, Körpererfahrung und Bewegungsmeditation eingesetzt. In China gehört Tai Chi Chuan für viele Menschen zum Alltag.

Die Chinesen betreiben Tai Chi Chuan meistens noch vor der Arbeit, bevorzugt in einem Park an der frischen Luft. Nach ihrer Ansicht halten die täglichen Übungen das Qi, die Lebensenergie, im Fluss und im Gleichgewicht, aber auch bei uns finden immer mehr Menschen durch diesen fernöstlichen Sport innere Ruhe und Gelassenheit.

Tai Chi Chuan© Claus Mikosch – Fotolia

Mehr Energie und Körperkraft

Beim chinesischen Schattenboxen spielt der Qi-Fluss eine große Rolle. Die fließenden Bewegungen sind nicht wirklich schweißtreibend. Der Übende schöpft vielmehr Kraft aus Balance und Konzentration. So trotzen Sie erfolgreich den Strapazen des Alltags und auch die Muskeln werden gestärkt.

Die Tai-Chi-Legende

Der Legende nach ist die Kampfkunst im 12. Jahrhundert entstanden: Der Mönch Zhang Sanfeng beobachtete in den chinesischen Wudang-Bergen den Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich. Die Schlange wich geschmeidig den Angriffen des Kranichs aus.

Dieser pickte zwar ständig auf die Schlange ein, musste aber nach jedem Angriff aufs Neue ausholen. Die Schlange hingegen bewegte ihre Glieder gleichmäßig und biss im richtigen Moment zu. So gewann sie den Kampf.

Die große Faszination des Tai Chi ergibt sich aus der Vielschichtigkeit: der Synthese aus Kampfkunst, Meditation, Medizin und Philosophie. Sie erleben die Zusammenhänge von Körper, Psyche und Geist.

Tai Chi Chuan ist die Kunst, sich im Einklang mit der Natur zu bewegen und dabei den freien Fluss der Lebensenergie Qi zu fördern. Im Tai Chi geht es nicht darum, dass Sie hinterher Höchstleistungen erbringen können. Sie sollen vielmehr lernen, Ihre Energie „ressourcenschonend“ einzusetzen.

Auswirkungen auf Herz und Kreislauf

Besonders typisch für das Tai Chi Chuan ist die Entlastung der Pumpfunktion Ihres Herzens durch rhythmische, gleichmäßige Druckveränderungen im Bauchbereich.

Die sanfte, ständige Verlagerung des Körpergewichts von einem auf das andere Bein („zweites Herz“) unterstützt durch den ruhigen Wechsel von Spannung und Entspannung den venösen Rückfluss.

Während des gesamten Übens arbeitet Ihr Organismus im aeroben Bereich. Dabei wird die Herzfrequenz nur sanft erhöht.

Es kommt nach etwa 20 Minuten zu einer verbesserten Durchblutung der peripheren und tiefen Muskulatur, in der zugleich eine deutlich erhöhte Sauerstoffversorgung messbar ist. Die beständige Aufmerksamkeit und bewusste Koordination kann zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung des Gehirns beitragen.

Auswirkungen auf die Atmung

Eine natürliche Bauchatmung begleitet und aktiviert die Tai-Chi-Chuan-Bewegungen, so wird das Zwerchfell kräftiger und flexibel. Die Betonung des sorgfältigen Ausatmens erhöht das aktive Atemvolumen und den Sauerstoffumsatz.

Atmungsorgane und ihre Hilfsmuskulatur werden sanft gekräftigt. Die gleichmäßige Tiefenatmung massiert leicht die Bauchorgane. So wird eine Entgiftung des Körpers über die Ausscheidungsorgane begünstigt. Bei den fließenden Tai-Chi-Chuan-Bewegungen ist die Bilanz von Sauerstoffaufnahme und -verbrauch besonders günstig.

Auswirkung auf Gelenke und Knochen

In der klassischen Tai-Chi-Chuan-Literatur wird eine aufrechte Haltung beschrieben: der Kopf wie an einem „himmlischen Faden“ aufgehängt bei gleichzeitig durch Entspannung der unteren Rückenmuskeln aufgerichtetem Becken und etwas gebeugten Knien.

Dies kann sehr von Vorteil für Menschen mit Rückenschmerzensein. Die Muskulatur im Nacken und Lendenwirbelbereich, die bei „Fehlhaltungen“ zu Verkürzungen neigt, wird sanft gedehnt und die tragende Struktur der Wirbelsäule wird besser genutzt.

Jede Bewegung wird mit dem ganzen Körper ausgeführt, dabei von den Beinen und der Hüftmuskulatur unterstützt.

Durch verbesserte Koordination können Sie ihre Muskeln viel besser nutzen. Besonders aktiviert und geschult werden Muskeln des Haltungsapparates und die Feinsteuerung der Muskeln, die das Gleichgewicht herstellen. Beim Tai Chi Chuan werden Fuß-, Knie- und Hüftgelenk nur im entlasteten Zustand gedreht, so dass die Gelenke geschont werden.

Die Langsamkeit und die nur allmählich erfolgende Steigerung des Bewegungsumfanges mindern das Verletzungsrisiko im Vergleich zu anderen Sportarten sehr.

Tai Chi Chuan lässt Ihr Herz besser schlagen

Laut der chinesischen Gesundheitslehre fördert Tai Chi den Fluss der Lebensenergie, des so genannten Chi, und hält diesen im Gleichgewicht. Aber es kann noch mehr. Tai Chi

  • entlastet Ihr Herz. Wenn Sie Tai-Chi-Übungen durchführen, verändern Sie den Druck, der in Ihrem Bauchraum herrscht. Dadurch wird die Pumpfunktion entlastet, Ihr Herz schlägt langsamer.
  • stärkt Ihr Kreislaufsystem. Durch die ständige Verlagerung des Körpergewichtes von einem Bein auf das andere, wie es bei Tai Chi üblich ist, führen Sie einen ständigen, aber ruhigen Wechsel zwischen Spannung und Entspannung im Körper herbei und fördern den venösen Rückfluss des Blutes zu Ihrem Herzen.
  • ist ein aerobes Training. Die Folge der Übungen: Ihre Herzfrequenz wird nur leicht erhöht, die Durchblutung aber verbessert, und die Sauerstoffversorgung aller Organe steigt.

Regen Sie Gedächtnis und Verdauung an: Atmen Sie tief durch!

Tai Chi können Sie nur richtig ausführen, wenn Sie regelmäßig und tief in den Bauch atmen. Diese Art der Atmung hat auch Auswirkungen auf Ihr Zwerchfell: Es wird im Laufe der Zeit gekräftigt. Darüber hinaus ist richtiges Ausatmen ein Teil der Übungen. Gerade das Ausatmen verschafft Ihnen ein größeres Atemvolumen und einen verbesserten Sauerstoffumsatz.

Studienergebnisse aus dem Jahr 1996 haben ergeben, dass Menschen, die regelmäßig Tai Chi üben, mehr Sauerstoff über die Lunge aufnehmen und dadurch auch eine bessere Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff haben als diejenigen, die nur Übungen auf dem Fahrrad-Ergometer absolvierten.

Aber die verbesserte Atmung kann noch mehr: Sie massiert sanft die Organe in Ihrem Bauch. Dadurch wird Ihre Verdauung angeregt, und es kann eine verbesserte Entgiftung über die Ausscheidungsorgane erfolgen.

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