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Schwermetalle,Gifte,Wechselwirkungen: So kaufen Sie China-Kräuter

Die Heilwirkungen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind unbestritten. Und in der Regel sind die Nebenwirkungen von Akupunktur oder Heilkräutertees auch eher gering – zumindest verglichen mit denen schulmedizinischer Präparate. Doch viele Patienten vertrauen leider blind darauf, dass die Kräutermedizin in allen Fällen auch eine „sanfte“ Medizin ist, bei der es keine Vorsichtsmaßnahmen zu bedenken gibt.

Das kann besonders bei chinesischen Kräutern gefährlich werden, denn viele von ihnen sind hoch wirksame Medikamente, die stets von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker ausgewählt werden müssen. Die Mittel eignen sich keinesfalls zur Selbstanwendung.

Diese Gefahren birgt die Anwendung chinesischer Kräuter:

  • falsche Dosierung und Anwendung
  • Verunreinigungen mit Schwermetallen, Pestiziden oder Schimmelpilzgiften (Aflatoxine)
  • Verwechslung von Pflanzen
  • giftige Inhaltsstoffe (z. B. Aristolochiasäure)
  • Zusätze von pharmazeutischen Wirkstoffen (Beta-Blocker, Potenzmittel etc.)
  • Wechselwirkungen mit schulmedizinischen Präparaten

Um diese Risiken zu umgehen, sollten Sie TCM-Kräuter stets in einer deutschen Apotheke kaufen, die keine Fertigmischungen aus China bezieht, sondern die Mischungen individuell aus geprüfter Rohware zusammenstellt.

Dreist: Manche TCM-Kräuter enthalten sogar Viagra

Wie wichtig solche vertrauenswürdigen Bezugsquellen sind, zeigen viele Analysen der letzten Jahre, die in TCM-Kräutern immer wieder starke Verunreinigungen mit Blei, Quecksilber und anderen giftigen Schwermetallen nachgewiesen haben.

Manche chinesische Produzenten sind außerdem so dreist und versetzen ihre Kräutermischungen mit schulmedizinischen Medikamenten, um deren Wirksamkeit zu verstärken. Bekannt geworden sind u. a. Zusätze von Kortison, Antidiabetika, Schmerz- und Schlafmitteln und sogar Viagra®. Besonders riskant ist die chinesische Heilpflanze Aristolochia, deren Inhaltsstoffe die Nieren schwer schädigen können. In den letzten zehn Jahren kam es vor allem in Belgien und England zu mehreren Todesfällen, und mindestens 30 Patienten benötigten eine neue Niere. In Deutschland ist der Einsatz der Pflanze verboten.

Doch viele unseriöse Importeure halten sich nicht an das Verbot, und außerdem kann die Pflanze von nicht sachkundigem Personal leicht mit anderen TCM-Pflanzen verwechselt werden.

Lassen Sie bei längerer Anwendung Ihre Leberwerte kontrollieren

Vorsicht ist bei TCM-Kräutern auch geboten, wenn Sie zusätzlich schulmedizinische Präparate einnehmen. Beispielsweise können die häufig verordneten Dong Quai (Angelika sinensis) oder Danshen (Salviae radix) die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Marcumar® oder ASS verstärken. Andere chinesische Heilpflanzen sind dafür bekannt, dass Sie den Blutdruck erhöhen (z. B. Süßholz oder Ginseng). Und noch ein Tipp zum Abschluss: Auch wenn Sie Ihre Kräuter aus einer sicheren Quelle beziehen, sollten Sie bei dauerhafter Einnahme zu Beginn und dann mindestens alle sechs Monate Ihre Leberwerte kontrollieren lassen. Denn bei einem von 100 Patienten zeigen sich hier erhöhte Werte, die auf mögliche Schädigungen des Organs hinweisen.

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