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Grundlagenwissen zum Thema TCM

Laotse begründete den sogenannten Taoismus. Im Mittelpunkt dieser Weltanschauung steht das Natur Prinzip Tao (sprich: Dao). Es besagt, dass nichts still steht, sondern sich alles in der Natur im ständigen Wandel befindet. So sahen es darüber hinaus die griechischen Philosophen der Antike: Heraklit (4. Jahrhundert v. Chr.) sagte: „Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss.“ Und Platon (427 – 347 v. Chr.) brachte es auf die berühmte Formel „panta rhei“ (= alles fließt).

Nach der chinesischen Philosophie erzeugt das Tao die gegensätzlichen Naturkräfte bzw. Qualitäten Yin und Yang, die eine Spannung erzeugen. Man kann dies mit dem Plus- und Minuspol einer Stromquelle vergleichen. Die Spannung zwischen Yin und Yang bringt die Lebensenergie Qi hervor, die alle Lebensvorgänge bewirkt. Das entspräche dem Strom, der zwischen den beiden Polen fließt.

Harmonie zwischen Mensch und Natur

Die TCM beschreibt einen Teil der philosophischen Richtungen Taoismus und Konfuzianismus. Beide Philosophen definieren den Zustand „Glück“ als absolute Harmonie zwischen Mensch und Natur, erreichbar durch eine entsprechende Lebensweise. Die TCM versteht nun den Körper als ein zusammenhängendes System, in dem alle Körperteile, Organe und Organsysteme und der Geist durch Energiebahnen miteinander verbunden sind. Als gesund gilt ein Mensch, wenn sich alle seine Energien in Harmonie und im Gleichgewicht befinden.

Die wichtigsten Grundlagen der Chinesischen Medizin stellen die Lehre von Yin und Yang und den fünf Wandlungsphasen dar sowie die Lehre vom Qi, was man etwa mit „Energie“ oder „Lebenskraft“ übersetzen könnte.

Das Qi

Das Qi (sprich: Tschi) gilt als die universelle Lebensenergie, die unseren Körper in Leitbahnen (Meridianen) durchströmt. Seinen geregelten Fluss verspüren wir nicht, aber wenn er ins Stocken gerät, gilt das als Ursache von Krankheiten. Äußere Umstände können den Fluss des Qi beeinflussen. So kann der Stich mit einer Akupunkturnadel in die Meridiane eventuelle Blockaden lösen.

Ähnlich wirkt die traditionelle chinesische Tuina-Massage. Dabei soll zusätzlich das Qi vom Behandler auf den Patienten übergehen. Eine weitere Möglichkeit, das Qi im Körper zu lenken und zu beeinflussen, bieten die Körper- und Atemübungen des Qigong. Sie gelten als fester Bestandteil im Gesundheitskonzept der TCM.

Die verschiedenen Formen des Qi

  •  In der Lunge nimmt der Körper das Atem-Qi aus der Luft auf.
  •  Das Nähr-Qi entsteht durch die Verdauung der Speisen
  •  Das Erb-Qi bekommt jeder Mensch von seinen Eltern mitgegeben.

Das ererbte oder sogenannte pränatale Qi kann man nicht vermehren. Es entspricht in der westlichen Vorstellung in etwa der körperlichen Konstitution. Diese entscheidet beispielsweise darüber, ob Sie anfällig für bestimmte Krankheiten sind oder nicht. Auch wenn Sie über ein nicht so starkes ererbtes Qi verfügen, können Sie ihre gesamte Lebensenergie durch die beiden anderen Qi-Formen bis ins hohe Alter aufrechterhalten.

Das Nahrungs-Qi sichern Sie sich durch die richtige Ernährung. Hierbei kommt es vor allem auf eine ausgewogene, nicht zu Extremen neigende Ernährungsweise an. Spezielle chinesische Kräuterzubereitungen unterstützen diese Qi-Form. Das Atem-Qi verbessern Sie durch die speziellen Bewegungs- und Atemübungen des Qigong.

Yin und Yang

Ursprünglich bezeichnet der Begriff Yin (sprich: in) die Schattenseite eines Hügels und der Begriff Yang (sprich: jang) seine Sonnenseite. Die chinesischen Weltanschauung versteht alle natürlichen Prozesse als ein Wechselspiel dieser beiden gegensätzlichen Kräfte. Yin und Yang müssen im Körper ausgeglichen sein, damit die Lebensenergie Qi ungehindert fließt.

Das alte taoistische Symbol für dieses Kräftepaar veranschaulicht das Verhältnis von Yin und Yang. Als Kennzeichen steht ein fließender Übergang (geschwungene Linie). Die jeweils kontrastierenden Punkte zeigen, dass in Yin immer auch ein Anteil Yang enthalten ist und umgekehrt.

Folgende Yin-Yang-Paare sind von besonderer Bedeutung:

Yin Yang
Erde Himmel
Winter Sommer
weiblich männlich
kalt heiß
Ruhe Bewegung
Speicherorgane Hohlorgane
Blut, Körpersäfte Energie, Geist

Die fünf Wandlungsphasen

Die chinesische Philosophie ordnet alle natürlichen Prozesse in fünf Kategorien (Wandlungsphasen) ein, die jeweils einem bestimmten natürlichen „Element“ zugeordnet sind. Die Einordnung der Organe und unterschiedlicher Emotionen in eine der Kategorien stellt für viele TCM-Ärzte ein wichtiges Hilfsmittel dar. Dazu ein Beispiel: Die Emotion „Wut“ oder der Geschmack „sauer“ gehört wie die Leber und Galle zur gleichen Kategorie (Holz). Dieser Zusammenhang zeigt sich darüber hinaus in bei uns üblichen Redewendungen wie: „Mir läuft vor Wut die Galle über“ oder „auf etwas sauer sein“. Wut kann die Aktivität der Leber übermäßig steigern.

In der Natur nährt Holz das Feuer. Übertragen auf die menschlichen Organe bedeutet es, dass die Leber (Wandlungsphase Holz) das Herz (Wandlungsphase Feuer) nährt. So kann indirekt durch langanhaltende Wut ein Herzleiden entstehen. Der TCM-Arzt behandelt nicht das Herz, sondern versucht, die Energie der Leber und damit die eigentliche Ursache auszugleichen. Dazu bedient er sich zum Beispiel der Akupunktur am Leber-Meridian oder verschreibt individuelle Kräuterzubereitungen. Von Bedeutung sind die Wandlungsphasen des Weiteren für die Nahrungsmittelauswahl. Jede der fünf Geschmacksrichtungen ist einer der Fünf Wandlungsphasen zugeordnet.

Die Fünf Wandlungsphasen
Jeder Stoff, jeder natürliche Vorgang, jedes Organ oder jeder Sinneseindruck wird in der chinesischen Lebensanschauung einer der Fünf Wandlungsphasen zugeordnet.
Fünf Wandlungsphasen
Holz Feuer Erde Metall Wasser
Yin-Organ Leber Herz Milz Lunge Nieren
Yang-Organ Gallenblase Dünndarm Magen Dickdarm Blase
Geschmack sauer bitter süß scharf salzig
Emotion Wut Freude Denken Trauer Angst
Geruch ranzig verbrannt süßlich verrottend faulig
Jahreszeit Frühling Sommer Spätsom. Herbst Winter

Die Eigenschaften der fünf Elemente

Holz
Es ist dem Frühjahr, dem Morgen, dem Osten und der Kindheit als Zeit des Wachstums zugeordnet. Holz symbolisiert alles, was mit Wachstum, Vitalität, Expansion und Kreativität zu tun hat. Es steht ebenso für künstlerische und schöpferische Aktivität wie für alles, was wächst. Räume, in denen Holz eine wichtige Rolle spielen sollte, sind Ess-, Kinder- und Schlafzimmer. Dem Element Holz ordnet man die Farben Grün und Blau, sämtliche Pflanzen sowie Holz und Naturfasern zu.

Feuer 
Es steht für Sommer, Süden und Mittagshitze. Als Lebensphase ist ihm die Jugend zugeordnet. Als typische Feuereigenschaften gelten Leidenschaft, Dynamik und Begeisterung. Die Farbe Rot gehört zu diesem Element. An Orten, an denen gekocht wird, sollte man diesem Element einen großen Stellenwert einräumen, z.B. in Form von Beleuchtung oder den Materialien Kunststoff und Leder.

Erde
Man assoziiert es mit dem Spätnachmittag, dem Spätsommer und der Lebensmitte, mit einer Zeit der Fülle und der Ausgewogenheit, der Ruhe und der Stabilität. Diesem Prinzip entsprechen warme Erdfarben wie Gelb-, Braunoder Ockertöne. Typische Erd-Materialien stellen Ziegel, Backstein, Ton, Terrakotta, Keramik, Stein, Porzellan und Marmor dar.

Metall
Es steht für den Herbst (auch Lebensherbst), eine Zeit der Reife, Ernte und der finanziellen Sicherheit. Als Farben sind diesem Element Weiß und Grau zugeordnet. Metall steht des Weiteren für finanziellen Erfolg und Geld.

Wasser
Es steht für Winter und das Altern, für eine Zeit der Einkehr und des Rückzugs. Als typische Farbe dieses Elements gilt Schwarz. Man ordnet ihm die Materialien Glas und Wasser zu.

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Die der TCM zugrunde liegende taoistische Lehre ordnet alles Lebendige in fünf Elemente ein: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.

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