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Einblicke in die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

TCM: Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über chinesische Heilverfahren sind im sogenannten „Klassiker des Gelben Kaisers der Inneren Medizin“ gesammelt. Das Werk ist der Legende nach etwa 3000 vor Christus von Kaiser Huangdi verfaßt worden. Doch in Wirklichkeit ist es wohl viel mehr ein Sammelwerk, das verschiedene Ärzte über mehrere Jahrhunderte hinweg angelegt haben.

TCM© Adobe Stock

Zu Beginn unseres Jahrhunderts gerieten die althergebrachten Heilverfahren langsam in Vergessenheit, da auch in China die westliche Medizin Einzug hielt und die alten Verfahren als rückständig galten.

Erst vor etwa 40 Jahren griff Mao Zedong die Ideen der einfachen, kostengünstigen und vorbeugenden traditionellen Medizin wieder auf. Allerdings nicht, ohne sie vorher in vielen Bereichen den heutigen Bedürfnissen anzupassen und so zu ordnen, daß eine Kombination mit der westlichen Schulmedizin in Ausbildung und Anwendung möglich wurde.

Diese „zurechtgestutzte“ Version der alten chinesischen Medizin erhielt die Bezeichnung „Traditionelle Chinesische Medizin“ – TCM. Sie beinhaltet also nicht – wie der Name vermuten läßt – sämtliche überlieferten medizinischen Verfahren, sondern umfaßt nur die heute in China gelehrte und angewandte Heilkunst.

In China nehmen lediglich 30 Prozent der Bevölkerung die TCM in Anspruch. Doch auch die dort nach westlichen Methoden behandelnden Ärzte befürworten immer mehr eine Kombination aus TCM und westlicher Medizin.

TCM: Harmonie zwischen Mensch und Natur

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) beschreibt einen Teil der philosophischen Richtungen Taoismus und Konfuzianismus. Beide Philosophen definieren den Zustand „Glück“ als absolute Harmonie zwischen Mensch und Natur, erreichbar durch eine entsprechende Lebensweise.

Die TCM versteht nun den Körper als ein zusammenhängendes System, in dem alle Körperteile, Organe und Organsysteme und der Geist durch Energiebahnen miteinander verbunden sind. Als gesund gilt ein Mensch, wenn sich alle seine Energien in Harmonie und im Gleichgewicht befinden.

Die wichtigsten Grundlagen der Chinesischen Medizin stellen die Lehre von Yin und Yang und den fünf Wandlungsphasen dar sowie die Lehre vom Qi, was man etwa mit „Energie“ oder „Lebenskraft“ übersetzen könnte.

Die „fünf Säulen“ der TCM

Wie die einzelnen Instrumente in einem Orchester tragen sie zu einem harmonischen Ganzen bei und haben vor allem ein Ziel: die nach chinesischen Vorstellungen alles antreibende Lebenskraft – das sogenannte Qi – in seiner Wirkung zu unterstützen und seinen gleichmäßigen Fluß zu fördern.

Diese Gefahren birgt die Anwendung chinesischer Kräuter:

  • falsche Dosierung und Anwendung
  • Verunreinigungen mit Schwermetallen, Pestiziden oder Schimmelpilzgiften (Aflatoxine)
  • Verwechslung von Pflanzen
  • giftige Inhaltsstoffe (z. B. Aristolochiasäure)
  • Zusätze von pharmazeutischen Wirkstoffen (Beta-Blocker, Potenzmittel etc.)
  • Wechselwirkungen mit schulmedizinischen Präparaten

Um diese Risiken zu umgehen, sollten Sie TCM-Kräuter stets in einer deutschen Apotheke kaufen, die keine Fertigmischungen aus China bezieht, sondern die Mischungen individuell aus geprüfter Rohware zusammenstellt.

Wann Ihre Krankenkasse zahlt:

  • Bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und Arthroseschmerzen im Kniegelenk, die beide seit mindestens 6 Monaten bestehen, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten.
  • Bei Rückenschmerzen durch eine Kompression der Rückenmarksnerven (Bandscheibenvorfall) zahlt die Kasse nicht.
  • Elektro- oder Laserakupunktur müssen Sie selbst bezahlen.
  • Die Zahl der Therapiesitzungen ist auf 10 innerhalb von 6 Wochen beschränkt (Ausnahmefälle: bis 15 Sitzungen innerhalb von 12 Wochen). Eine erneute Akupunktur darf erst 1 Jahr später erfolgen.

Die Eigenschaften der fünf Elemente

Holz
Es ist dem Frühjahr, dem Morgen, dem Osten und der Kindheit als Zeit des Wachstums zugeordnet. Holz symbolisiert alles, was mit Wachstum, Vitalität, Expansion und Kreativität zu tun hat.

Es steht ebenso für künstlerische und schöpferische Aktivität wie für alles, was wächst. Räume, in denen Holz eine wichtige Rolle spielen sollte, sind Ess-, Kinder- und Schlafzimmer. Dem Element Holz ordnet man die Farben Grün und Blau, sämtliche Pflanzen sowie Holz und Naturfasern zu.

Feuer 
Es steht für Sommer, Süden und Mittagshitze. Als Lebensphase ist ihm die Jugend zugeordnet. Als typische Feuereigenschaften gelten Leidenschaft, Dynamik und Begeisterung.

Die Farbe Rot gehört zu diesem Element. An Orten, an denen gekocht wird, sollte man diesem Element einen großen Stellenwert einräumen, z.B. in Form von Beleuchtung oder den Materialien Kunststoff und Leder.

Erde
Man assoziiert es mit dem Spätnachmittag, dem Spätsommer und der Lebensmitte, mit einer Zeit der Fülle und der Ausgewogenheit, der Ruhe und der Stabilität.

Diesem Prinzip entsprechen warme Erdfarben wie Gelb-, Braunoder Ockertöne. Typische Erd-Materialien stellen Ziegel, Backstein, Ton, Terrakotta, Keramik, Stein, Porzellan und Marmor dar.

Metall
Es steht für den Herbst (auch Lebensherbst), eine Zeit der Reife, Ernte und der finanziellen Sicherheit. Als Farben sind diesem Element Weiß und Grau zugeordnet. Metall steht des Weiteren für finanziellen Erfolg und Geld.

Wasser
Es steht für Winter und das Altern, für eine Zeit der Einkehr und des Rückzugs. Als typische Farbe dieses Elements gilt Schwarz. Man ordnet ihm die Materialien Glas und Wasser zu.

Die fünf Wandlungsphasen

Die chinesische Philosophie ordnet alle natürlichen Prozesse in fünf Kategorien (Wandlungsphasen) ein, die jeweils einem bestimmten natürlichen „Element“ zugeordnet sind. Die Einordnung der Organe und unterschiedlicher Emotionen in eine der Kategorien stellt für viele TCM-Ärzte ein wichtiges Hilfsmittel dar.

Dazu ein Beispiel: Die Emotion „Wut“ oder der Geschmack „sauer“ gehört wie die Leber und Galle zur gleichen Kategorie (Holz). Dieser Zusammenhang zeigt sich darüber hinaus in bei uns üblichen Redewendungen wie: „Mir läuft vor Wut die Galle über“ oder „auf etwas sauer sein“. Wut kann die Aktivität der Leber übermäßig steigern.

In der Natur nährt Holz das Feuer. Übertragen auf die menschlichen Organe bedeutet es, dass die Leber (Wandlungsphase Holz) das Herz (Wandlungsphase Feuer) nährt. So kann indirekt durch langanhaltende Wut ein Herzleiden entstehen.

Der TCM-Arzt behandelt nicht das Herz, sondern versucht, die Energie der Leber und damit die eigentliche Ursache auszugleichen. Dazu bedient er sich zum Beispiel der Akupunktur am Leber-Meridian oder verschreibt individuelle Kräuterzubereitungen.

Von Bedeutung sind die Wandlungsphasen des Weiteren für die Nahrungsmittelauswahl. Jede der fünf Geschmacksrichtungen ist einer der Fünf Wandlungsphasen zugeordnet.

Funktionskreise und Leitbahnen

Rückgreifend auf die fünf Wandlungsphasen beschreibt die TCM fünf Funktionskreise, die mit den Namen der inneren Organe verbunden werden: Lunge, Milz, Niere, Herz, Leber.

Mit diesen Organen haben sie aber allenfalls indirekt etwas zu tun. Die TCM meint damit funktionelle Einheiten, die die energetische Physiologie des Körpers ausmachen. Gerade diese Vorstellung bereitet dem in westlichen Denkstrukturen Aufgewachsenen immer wieder Probleme.

Am Beispiel: Die Milz hat in der Chinesischen Medizin die Aufgabe der Transformation und des Transportes sowie der Information.

Deshalb wird sie behandelt, wenn die Aufschließung der Nahrungsmittel nicht ordnungsgemäß funktioniert. Der Magen als Yang-Anteil des Funktionskreises der Milz hat in der westlichen Medizin auch diese Aufgabe. Hier sind Parallelen zu sehen.

Aber die Unterscheidung von Wichtigem und Unwichtigem ist auch im Bereich der Informationsaufnahme Aufgabe der Milz. Wer also die Umwelteinflüsse aus Werbung, Medien etc. nicht mehr zu strukturieren vermag, ist nach chinesischer Vorstellung am Funktionskreis der Milz erkrankt.

Zu jedem Funktionskreis gehört ein ganzes System von Leitbahnen, auf denen Öffnungen liegen, über die der entsprechende Funktionskreis erreicht werden kann. Diese Öffnungen sind es, die die Akupunktur verwendet.
Bekannt sind unterdessen über tausend Punkte, viele davon auch außerhalb der Leitbahnen, zum Beispiel im Ohr. Davon finden aber in der Praxis nur etwa 200 bis 250 regelmäßig Anwendung.

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