Süßstoffe belasten Trinkwasser
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 25. Juni 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Abwässer aus Kläranlagen und Oberflächenwasser enthalten eine Vielzahl synthetischer Süßstoffe aus Nahrung, Medikamenten oder Hygieneartikeln. Das berichten Trinkwasseranalytiker vom Karlsruher Technologiezentrum Wasser. Ohne es zu bemerken oder zu registrieren, konsumieren wir so täglich eine hohe Anzahl von Chemikalien. Denn Wasser wird immer wieder verwendet. Viele der Stoffe können durch Kläranlagen nicht entfernt werden und gelangen so ins Trinkwasser. Wasserproben aus den Kläranlagen Eggenstein-Leopoldshafen und Karlsruhe konnten dies durch neue Analysemethoden nachweisen. Konkret ging es dabei um die weit verbreiteten Süßstoffe Acesulfam, Cyclamat, Saccharin und Sucralose.
Studienleiter Heinz-Jürgen Brauch zieht jedoch noch keine ernsten Bedenken aus den Ergebnissen: "Alle untersuchten Stoffe wurden auf ihre gesundheitliche Wirkung eingehend untersucht und stellen nach derzeitigen Erkenntnissen keine Gefährdung für den Menschen dar." Es sei jedoch denkbar, dass sich die Konzentration der Substanzen im Wasserkreislauf langfristig erhöhen, so der Trinkwasserexperte.