Süßholzwurzel heilt und beruhigt Ihren Magen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 29.06.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
ist Lakritz ungesund? Das wollte gestern ein Leser von mir wissen. Er beschrieb sich selbst als „Lakritz-Junkie“ und macht sich nun Sorgen, dass die leckeren Zubereitungen aus der Süßholzwurzel seinen Blutdruck in die Höhe treiben könnten.

Nicht ganz zu Unrecht. Denn die Süßholzwurzel enthält einen Wirkstoff, der Ihren Salzhaushalt verändern kann. Der Einfluss der Glycyrrhizinsäure kann zu Wasseransammlungen im Gewebe führen. Außerdem drohen hohe Kaliumverluste und Bluthockdruck. Wer unter Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet beziehungsweise Diabetiker ist, sollte es also mit dem Genuss von Lakritz oder Süßholztee nicht übertreiben. Auch Schwangere sollten übrigens damit vorsichtig sein. Denn einige von ihnen entwickeln in dieser Zeit einen Schwangerschafts-Hochdruck. Bei Gesunden bestehen ansonsten jedoch nur bei exzessivem Genuss gesundheitliche Bedenken.
Doch Lakritze und Zubereitungen aus deren Ausgangsstoff Süßholzwurzelextrakt haben natürlich auch positive Wirkungen. So rücken sie dem Magen-Keim Helicobacter pylori zu Leibe. Süßholzwurzel gilt in der Naturheilkunde als das klassische Mittel gegen Magenbeschwerden. Auch bei nervösen Magenbeschwerden und leichten Entzündungen der Magenschleimhaut haben sie sich bewährt. Die Wissenschaft führt das auf einen Schutzfaktor für die Magenschleimhaut zurück. Doch das alleine scheint es nicht zu sein. Medizinische Mikrobiologen und Virologen untersuchten die keimhemmende Wirkung des Süßholzwurzelextraktes gegen den gefürchteten Magenkeim: Dabei zeigt die im Extrakt enthaltene Glycyrrhizinsäure eine durchschlagende Wirkung – sie wirkte sogar gegen Helicobacter-pylori-Stämme, gegen die Medikamente machtlos sind.
Darüber hinaus wirken die Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel immunstärkend und entzündungshemmend. Ebenso tun sie bei Atemwegserkrankungen, Husten, Heiserkeit und Halskratzen gute Dienste. Erfolgreich getestet wurde die Wurzel auch für den Einsatz gegen Infektionen wie Herpes simplex und Hepatits C. Erforscht wird derzeit die Fett abbauende Wirkung der Glycyrrhizinsäure.