Studien zu Botox gegen Migräne nicht aussagekräftig
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 11. Mai 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Botox kennen Sie sicherlich als Mittel, um per Spritze Falten zu glätten - immerhin 130.000 Frauen ließen sich im Jahr 2009 auf diese Art und Weise die Spuren des Alters aus dem Gesicht spritzen.
Aber Botox soll noch eine andere Fähigkeit haben: Angeblich soll es chronische Migräne lindern. In Großbritannien und Amerika ist das Nervengift für diesen Zweck schon zugelassen, in Deutschland soll dies bald geschehen.
Allerdings warnen Forscher hiervor. Denn immerhin in jedem zehnten Fall verschlechtert das Gift die Schmerzen deutlich. Hinzu kommt, das es in weitere zehn Prozent der Anwender starke Nebenwirkungen erleiden. Sie reichen von Jucken über Krämpfe bis hin zu anaphylaktischen Schocks.
Zwar liegen Studien zur Wirksamkeit von Botox bei Migräne vor, aber die Kritiker halten diese für mangelhaft. So litten die Studienteilnehmer zum Teil nicht an Migräne, sondern „nur" an Medikamentenkopfschmerz. Die Ergebnisse der Studien seien daher nicht zu berücksichtigen.