Stille Schlaganfälle verschlechtern Gedächtnis
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Schlaganfall
vom 3. Januar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Wussten Sie, dass Vergesslichkeit im Alter nicht selten Folge eines Schlaganfalls ist? Jeder vierte Mensch über 60 Jahre erleidet einen unbemerkten Hirnschlag, der sich gravierend auf die Gedächtnisleistung auswirken kann. Denn diese Schlaganfälle verursachen das Entstehen toter Gehirnzellen. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden, als sie sich eigentlich mit dem Schrumpfen des Hippocampus befassen wollten. Hierbei handelt es sich um die Gehirnregion, die für Ihre Erinnerungen zuständig ist.
Die Wissenschaftler hatten über 650 Menschen, die alle über 60 Jahre alt waren, gründlich untersucht. Per MRT, also Magnetresonanztherapie, wurden Bilder von den Gehirnen der Teilnehmer angefertigt. Zudem musste sich jeder verschiedenen Tests unterziehen. Untersucht wurde das Erinnerungsvermögen. Die Wissenschaftler führten zudem Sprachtests durch und hielten fest, wie gut die beteiligten Studienteilnehmer Informationen verarbeiten konnten.
Zu Beginn der Studie, das war eine Teilnahmevoraussetzung, litt keiner der Beteiligten unter Demenz. Allerdings hatten über 170 von ihnen, also über ein Viertel, schon so genannte stille Schlaganfälle erlitten. Hierunter versteht man Schlaganfälle, die unbemerkt von statten gehen, bei denen das Gehirn aber dennoch geschädigt wird. Es sterben in den betroffenen Gehirnbereichen Gehirnzellen ab - dies hat aber keine deutlichen Auswirkungen auf das tägliche Leben, es kommt also zum Beispiel nicht zu Sprachausfällen oder Lähmungserscheinungen.
Die Betroffenen schnitten durchgehend schlechter bei den Gedächtnistests ab als diejenigen, die bisher von den stillen Schlaganfällen verschont geblieben waren. Erstaunlicherweise war die Größe des Hippocampus, also des Erinnerungszentrums" im Gehirn, hierfür nicht ausschlaggebend. Menschen mit größerem Hippocampus, die schon einen stillen Schlaganfall hinter sich hatten, hatten ein schlechteres Erinnerungsvermögen als Menschen mit einem kleinen Hippocampus, die aber bisher von stillen Schlaganfällen verschont geblieben waren.
Die Forscher weisen darauf hin, dass es wichtig ist, neue Präventionsmaßnahmen für diese stillen Schlaganfälle zu entwickeln. Aber sie verweisen auch darauf, dass Ärzte bedenken sollten, dass nicht alle Gedächtnisschwächen gleich auf Demenzerkrankungen zurückzuführen sind und nicht in jedem Fall von nachlassender Gedächtnisleistung sofort der Verdacht Alzheimer oder Demenz" geäußert werden sollte.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von G Peter (03.01. 2012 18:41 Uhr):
Hallo, ein interessanter Beitrag, da mir jenes selbst passiert ist. Bei einer MRT-Untersuchung am Kopf wegen einer anderen Sache, wurde auch ein vergangener Schlaganfall im Kleinhirn festgestellt, den ich selbst nicht bemerkt hatte. Jetzt bin ich verunsichert: a) welche Folgen hat dieses? b) welche Möglichkeiten zur Vorbeugung gegen einen neuen Vorfall gibt es? Mein Hausarzt hat mich zunächst beruhigt, weil dieses (früher) sicherlich öfter vorgekommen sei, ohne dass dieses ein Arzt je festgestellt hätte. Liegt es heute vielleicht eher an den guten Diagnosemöglichkeiten? MfG G. Peter
Antworten - Kommentar von Ginette Winandy (03.01. 2012 23:03 Uhr):
Könnte es sein, dass sich Narkosen ähnlich auf das Gedächtnis auswirken wie stille Schlaganfälle?
Antworten - Kommentar von Voker Hennig davao (04.01. 2012 15:08 Uhr):
Ihr macht einen sehr guten Job/ Alles Gute fuer 2012 und macht weiter so/ Freundliche Gruesse vom Ende der Welt Volker Hennig (Davao-Philippinen)
Antworten - Kommentar von Michael Schäfer (15.01. 2012 23:09 Uhr):
Sehr gut, wie sehen diese Präventionsmassnahmen aus und wie sind diese begründet?
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