Spüren Sie den Wellen Ihres Atems nach
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 25. August 2008, 05:00 Uhr
GNL5356
Das bewusste Erleben des Atmens sorgt nicht nur für eine bessere "Belüftung" Ihres Körpers, sonder führt zu einer offeneren Haltung dem Leben und den Gefühlen gegenüber. Probieren Sie es einfach erst abends aus, wenn Sie im Bett liegen: Legen Sie sich auf den Rücken, atmen Sie tief ein und aus, legen Sie die Hände flach auf den Bauch und spüren Sie, wie sich Ihre Bauchdecke langsam senkt und hebt. Denken Sie dabei an sanfte Wellen am Strand, die kommen und gehen. So lassen Sie auch Ihren Atem kommen und gehen - überlassen Sie sich Ihrem eigenen Rhythmus. Vertrauen Sie auf Ihren Atem. Das Ausatmen ist ganz besonders wichtig, denn das schafft Platz für frische Luft. Der Reflex zum Atemholen lässt Sie nicht im Stich. Nach einer Weile kommt er automatisch. Dabei dürfen Sie ruhig auch einschlafen.
Besonders deutlich spüren Sie Ihre Atmung, wenn Sie unter Stress stehen. Sie ist dann meist flach, ängstlich und hektisch. Zwerchfell und Bauchmuskulatur verkrampfen sich, das Lungenvolumen wird kleiner, der Atem fliegt und wirkt "gepresst". Die frische Luft gelangt gar nicht erst in den Bauchraum. Wer immer mit dieser flachen Brustatmung atmet, neigt auch langfristig gesehen zu Verspannungen und Verkrampfungen - vor allem im Schulter-Nacken-Bereich. Der Herzschlag treibt in die Höhe, der Stress verstärkt sich. Wenn Sie spüren, dass sich Ihr Atem verengt, versuchen Sie bewusst "durchzuatmen", atmen Sie mindestens dreimal tief ein und richtig kräftig aus. Lassen Sie den Mund dabei betont weich. Wenn Sie Ihrem Atem so wahrnehmen, spüren Sie schneller, wie belastend eine Situation für Sie ist. An Ihrer Atmung merken Sie, ob eine Situation droht, Ihnen über den Kopf zu wachsen.