Sprünge in unbekannte Wassertiefe bergen großes Verletzungsrisiko
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 6. August 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
in den letzten zwei Wochen führte mich mein Weg zum Urlaubsstrand über ein altes Hafen-Betriebsgelände. Interessant hier zu beobachten war die Clique Jugendlicher, die hier ihren Sommertreffpunkt hatte. Pärchen genossen die (erste?) Liebe, einige andere - vor allem Jungs - wollten nicht durch Küsse bei den anwesenden Mädchen punkten. Sie sprangen vielmehr mit gewagten Sprungkombinationen von dem alten Bootssteg ins trübe, undurchsichtige Nordseewasser.
Ich muss zugeben, manche der Sprünge ließen uns nach Luft schnappen, so gefährlich sahen sie aus. Zudem konnte keiner erkennen, wie hoch das Wasser gerade noch war - denn auch der Bootssteg stand in einem Gebiet, das gezeiten-abhängig war. Schnell kann es hier zu schweren Verletzungen kommen - und das passiert gar nicht so selten
Wissenschaftler der Ohio State University haben sich jetzt mit dem Thema Verletzungen durch Sprünge ins Wasser" befasst und Unfalldaten von über 11.000 Kindern und Jugendlichen untersucht. Sie haben herausgefunden, dass gerade Platzwunden und Prellungen von Kopf und Nacken durch Sprünge ins Wasser sehr häufig vorkommen. Bei Jungendlichen häufen sich auch Verletzungen unter Wasser - eben durch Sprünge in zu flaches Wasser.
So antiquiert daher Baderegeln auch scheinen mögen und so toll es auch sein mag, vor den Mädels ein bisschen mit gewagten Sprüngen anzugeben - vorher sollte doch besser die Wassertiefe überprüft werden, bevor der Kopfsprung von Sand oder Schwimmbad-Boden beendet wird.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner