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Yoga und Sellerie – ein starkes Duo gegen Gichtschmerzen

von unserer Amerika-Korrespondentin Jenny Thompson

Lieber Leser,

Als ich neulich einen alten Freund von mir namens Terry traf, merkte ich, dass er hinkte. Das Problem: Er verletzte sich seinen Zeh während eines Basketball-Spiels. Zumindest dachte er das.

Einige Tage später rief Terry mich an, um mich um ein paar Gesundheits-Tipps zu bitten. Es stellte sich heraus, dass nicht das Basketball-Spiel Schuld an seinen Zehen-Schmerzen war. Im Alter von 29 wurde bei Terry Gicht festgestellt, ein Gesundheitsproblem, das eigentlich bei Menschen über 40 weit verbreitet ist.

Ich war in der Lage, Terry einige gute Informationsquellen zu nennen, wie er Gicht behandeln kann, ohne verschreibungspflichtige Medikamente oder so genannte nichtsteroidale antiinflamatorische Arzneimittel (NSAIDs) einzunehmen. Ich komme noch dazu, aber zuerst möchte ich Ihnen von einer neuen Studie berichten, die Faktoren untersucht, die das Risiko von Gicht verstärken. Diese Studie ist nicht hilfreich für Terry, aber vielleicht für Sie, wenn Sie in der Lage sind, diese Bedingungen abzuwehren.

Rund drei Viertel aller Gicht-Patienten haben eine genetische Bedingung ererbt, die die Ausscheidung von Harnsäure hemmt. Fehlfunktionen der Niere und eine hohe Einnahme von harntreibenden Medikamenten oder Lebensmitteln (wie zum Beispiel Leber) kann dieses Problem ebenfalls auslösen. Der andere Wegbereiter der Gicht – die exzessive Produktion von Harnsäure – wird ebenfalls ausgelöst durch angeborene Faktoren, genauso wie durch exzessiven Alkoholgenuss und Übergewicht.

Gerade mit dem letzten Punkt beschäftigten sich die Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital (MGH) in Boston, die eine Studie entwickelten, um das Risiko von Gicht durch Übergewicht und Gewichtsveränderung zu ermitteln.

Das MGH-Team untersuchte die über 12 Jahre gesammelten medizinischen Daten von mehr als 47.000 Männern zwischen 40 und 75 Jahren, die an der Health Professionals Follow-Up Studie teilgenommen hatten. Zu Beginn dieser Studie hatte keiner dieser Männer Gicht. Während der Laufzeit der Studie wurden 730 Gicht-Fälle diagnostiziert.

Als die Teilnehmer, deren normales Gewicht gering war, mit denjenigen verglichen wurden, die ein höheres Gewicht aufwiesen, stellte man fest, dass das Gichtrisiko zunahm, wenn auch das Gewicht zunahm.

Andere Ergebnisse:

  • Bei übergewichtigen Menschen war das Gichtrisiko 4-Mal höher als bei Normalgewichtigen.
  • Diejenigen, die 10 oder mehr Pfund während der 12-jährigen Studiendauer verloren hatten, hatten ein rund 40 % niedrigeres Risiko verglichen mit denen, deren Gewicht gleich blieb.
  • Diejenigen, die harntreibende Medikamente einnahmen, hatten ein 1,5-fach so hohes Gichtrisiko, verglichen mit denjenigen, die diese Arzneimittel nicht einnahmen.
  • Diejenigen mit hohem Blutdruck hatten ein zweimal so hohes Risiko verglichen mit denen mit normalem Blutdruck.

Die MGH-Studie untersuchte nicht den Effekt von Gewichtsverlust oder -zunahme auf die Menschen, bei denen Gicht schon diagnostiziert wurde, daher helfen diese Ergebnisse Terry nicht weiter. Aber allein der Fakt, dass es kein Nachteil ist, Übergewicht zu vermeiden, veranlasst mich zu der Annahme, dass Terry gut daran tut, wenn er sich weiterhin mit Basketball fit hält.

Ich habe einen Kollegen namens Ramsey, der seit einigen Jahren sehr gut mit der Gicht zurecht kommt. Als Gicht bei ihm zum ersten Mal diagnostiziert wurde, forschte er nach und fand etwas, dass er zunächst für eine Legende hielt: Kirschen sollen Gichtschmerzen erleichtern. Berichtet wurde, dass man zwei Pfund Kirschen zu Beginn einer Attacke essen solle. Das sind viele Kirschen, aber als Ramsey es ausprobierte, merkte er, dass sich die Dauer seiner Gicht-Attacken halbierte.

Ramsey fand auch hilfreiche Ratschläge in einem Buch – er las, dass gewisse Lebensmittel Attacken auslösen können (wie Fisch, Brokkoli, Spargel, Kaffee und Orangensaft) und er fand Tipps, wie er die Effekte einer Attacke mindern kann (z. B. Kirschsaft trinken, zusätzlich zu den Kirschen, die er isst.) Viel Wasser zu trinken hilf außerdem, die Harnsäure aus dem Körper zu spülen.

Aus Kontakten mit Lesern weiß ich auch, dass einige noch weitere Wege gefunden haben, mit der Gicht umzugehen. So schrieben mir mehrere Leser, dass ich vergessen habe, Sellerie vorzuschlagen. Sellerie kann als Extrakt eingenommen werden, er erleichtert nicht nur die Gichtschmerzen, er reduziert auch Entzündungen, beruhigt Muskelkrämpfe und bekämpft Bakterien.

Eine andere Pflanze, mit der Sie Gichtschmerzen reduzieren können, ist Wacholder. Wacholderextrakt ist reich an antioxidantisch wirkenden Flavonoiden. Eine Leserin berichtete mir, dass Schmerzlinderung schon nach wenigen Stunden eintritt.

Und eine andere Leserin schrieb mir von ihrem Besuch beim Chiropraktiker, den sie als "Heilkur" einordnete. Auch Yoga kann zu einer Erleichterung führen und die Schmerzen verringern.

Da ist es ein glücklicher Zufall, dass Terrys Frau Yogalehrerin ist. Vielleicht sollte er das Basketball-Feld gegen die Yoga-Matte eintauschen.

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