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Tanzen und was es Ihnen bringen kann

Spätestens seit den letzten Tanzshows im Fernsehen haben sowohl klassische als auch moderne Tänze Hochkonjunktur. Es ist wieder „in“, sich formvollendet zur Musik zu bewegen. Aber nicht nur aus Spaß an der Bewegung sollten Sie anfangen zu tanzen. Entdecken Sie das Tanzen als eine Sportart für sich, mit der Sie Ihrem Körper auf Dauer etwas Gutes tun.

In der Musiktherapie ist schon lange bekannt, dass Tanzen Menschen dabei helfen kann, sich auszudrücken. Durch die Bewegung zur Musik lösen sich Spannungen von Körper und Seele, die körperliche Leistung steigert sich. Sogar Schmerzen lindern Sie tanzend.

Tanzen: Tanzstunden sollte es auf Krankenschein geben …

… so gut wirken sie sich auf Ihre Gesundheit aus. Denn Tanzen fordert Sie wirklich. Professionelle Tänzer „schweben“ über das Parkett – das sieht ganz leicht aus. Aber probieren Sie es selbst einmal aus.

Tanzen ist richtiger Sport, bei dem Sie ganz schön ins Schwitzen geraten. Und Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken, wenn Sie regelmäßig tanzen. Denn dieser Sport wirkt sich auf viele Bereiche Ihres Körpers aus:

Muskeln: Durch die Bewegung verbessert sich die Funktion Ihrer Muskelzellen. Ihre Koordinationsfähigkeit wird gefördert. Verspannungen lösen sich und treten seltener auf. Zudem können Ihre Muskeln bei Belastung besser und schneller reagieren.

Gedächtnissteigerung: Ihr Gehirn wird, wie bei jedem Ausdauertraining, besser durchblutet. So werden Sie wach, leistungsfähig und können sich viel mehr merken. Im Laufe Ihres Lebens lässt normalerweise die Verknüpfung der Nervenzellen untereinander nach – das so genannte neuronale Netz wird abgebaut.

Tanzen verbessert die Verknüpfung Ihrer Gehirnzellen untereinander. Die koordinierten und rhythmischen Bewegungen erhalten so Ihr Gehirn jung. Es ist sogar möglich, dass sich verkümmerte Bereiche des Gehirns wieder regenerieren. Nachgewiesen ist, dass Tanzen das Lernvermögen und das Gedächtnis verbessert.

Stützapparat: Sehnen und Bänder werden durch die rhythmische Bewegung kräftiger durchblutet. So können sie Ihre Gelenke besser schützen. Aber auch diese profitieren vom Tanzen. Ihre Beweglichkeit wird erhalten, teilweise sogar verbessert.

Wirbelsäule: Tanzen ist eine Sportart, bei der es auf die richtige, aufrechte Haltung ankommt. Das erhöht die Beweglichkeit Ihrer Wirbelsäule. Sie werden feststellen, dass Sie sich aufrechter halten – so beugen Sie Bandscheibenvorfällen vor.

Organe: Die Bewegung sorgt dafür, dass Ihr Herz leistungsfähiger wird. Ihre Durchblutung verbessert sich. Die gesteigerte Sauerstoffversorgung sorgt für eine bessere Funktion Ihrer Lunge, verbrauchte Luft wird schneller ausgeschieden.

Immunsystem: Tanzen erhöht die Anzahl der Killerzellen Ihres Immunsystems. Damit kann Ihr Körper Infekte schneller abwehren: Sie werden nicht mehr so schnell krank.

Fettverbrennung: Durch das rasche Tempo einiger Tänze (Disco-Fox, Jive) verändern sich Ihre Enzyme. Es bilden sich viel mehr Enzyme, die Fett verbrennen. So werden Sie auf Dauer eventuell vorhandenes Hüftgold los – und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass sich neuer „Speck“ ansammeln kann.

Hormone: Durch die Bewegungen steigt die Serotoninproduktion. Das macht Sie glücklich und kreativ. Darüber hinaus wird auch das Kreativitätshormon ACTH vermehrt produziert. Dadurch entspannt sich Ihr Körper, Ihr Geist aber wird hoch leistungsfähig. Tänzer sind überdies Menschen, die Probleme kreativer lösen als andere – sie sind es gewohnt, auch die rechte, kreative Gehirnhälfte mit einzusetzen.

Endorphine: Das Tanztempo sorgt dafür, dass nach einigen Übungsstunden Endorphine freigesetzt werden. Das sind körpereigene Stoffe, deren Wirkung mit Drogen vergleichbar ist. Allerdings sind sie viel harmloser. Sie sorgen „nur“ dafür, dass Sie sich entspannt, glücklich und zufrieden fühlen.

Umfangreiches Leistungsprofil vor und nach dem Tanzkurs

In ihrer aktuellen Studie untersuchten die Neurowissenschaftler den Einfluss des speziell für Senioren entwickelten Tanzprogramms AGILANDO © des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands. Die Arbeit der Bochumer Wissenschaftler erschien in dem renommierten Fachmagazin „Frontiers in Aging Neuroscience“.

Die 25 Teilnehmer zwischen 60 und 94 Jahren tanzten über einen Zeitraum von sechs Monaten einmal pro Woche eine Stunde lang. Währenddessen erhielten die Mitglieder einer Kontroll-Gruppe im selben Zeitraum keinen Tanzkurs. Vor und nach dem Kurs durchliefen die Studienteilnehmer 18 Tests, in denen die Forscher über 80 Parameter untersuchten.

Ziel war es, ein möglichst detailliertesindividuelles Leistungsprofil zu erhalten. Der Fokus der Untersuchungen lag nicht nur auf Bereichen, die man typischerweise mit dem Tanzen in Verbindung bringt, beispielsweise Stand- und Körperhaltung sowie Reaktionszeit. Es ging darüber hinaus um Motorik, Sensorik, Aufmerksamkeit, Denk-Merkfähigkeit sowie subjektive Lebenszufriedenheit und Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems.

Eine Stunde pro Woche genügt

Während sich bei der Kontrollgruppe keine Veränderungen zeigten, stellten die Forscher bei den Tänzern nach dem Kurs signifikante Verbesserungen in den Bereichen „Kognition / Aufmerksamkeit“, „Reaktionszeit“, „Hand- / Motorische Leistungsfähigkeit“, „Taktil- / Sensorische Leistungsfähigkeit“, „Stand und Balance“ und „Lebensstil“ fest. Lediglich die Parameter „Intelligenz“ und „Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit“ veränderten sich nicht.

„Ein bemerkenswerter Umstand, da zum Beispiel Verbesserungen des Denkvermögens und der Lernfähigkeit häufig mit einer verbesserten Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit verbunden sind“, so Professor Dinse. „Das zeigt, dass bereits geringe Trainingsintensitäten zu weitreichenden Verbesserungen führen, während die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems unverändert bleibt.“

Schnelle Erfolge fördern die Motivation

Verglichen mit vielen anderen sportlichen Aktivitäten wie Laufen, Radfahren oder Kraftsport bietet das Tanzen viele Vorteile. Es vereint körperliche Aktivität mit sozialer, emotionaler und musikalischer Interaktion und kognitiven Herausforderungen. Darüber hinaus erzielt man schnell Erfolge.

„Diese Komponenten spielen eine sehr wichtige Rolle, um die Motivation aufrechtzuhalten“, so Dr. Jan-C. Kattenstroth. „Eine Fülle von tierexperimentellen Untersuchungen und Studien bei Menschen belegt den großen Nutzen körperlicher Aktivität für die geistige Leistungsfähigkeit.“

Dies betont die Neurologin und Demenz-Forscherin Professorin Agnes Flöel von der Charité. So zeigten beispielsweise epidemiologische Studien bei mental gesunden älteren Menschen, dass körperliche Aktivität und Sport (vor allem Ausdauersport) mit einer geringeren Demenzrate einhergehen.

Tanzen als Vorbeugung vor Demenzerkrankungen

Gleichzeitig ist das Tanzen ein Mittel, um Lebensfreude auszudrücken. Wenn Sie mit einem Partner zusammen über das Parkett gleiten, erfahren Sie diese Freude intensiv. Studien zeigten, dass Tanzen eine der besten Maßnahmen ist, um Alzheimer vorzubeugen.

Ein Tanz besteht aus vielen Schritten, aus Figuren und wippenden Hüften, eventuell aus Klatschen und Partnerwechseln. All diese Kombinationen müssen Sie lernen. Das hält Ihren Kopf fit. An diesem Lernprozess sind übrigens beide Gehirnhälften beteiligt, die rechte und die linke.

Sie brauchen sowohl Logik als auch Kreativität, um Schrittfolgen sicher aufs Parkett zu bringen. Auch Ihr Gleichgewicht, Ihr Orientierungssinn und Ihre Improvisationsfähigkeit werden geschult.

All das trainieren Sie scheinbar nebenbei und dennoch hat dies eine große Auswirkung auf Ihr Leben. Sie gewöhnen sich eine bessere Haltung an und bleiben sicher in Ihren Bewegungen.

Tanzen Sie los: Lieber heute als morgen!

Die meisten Tanzschulen bieten am Wochenende nachmittags oder abends Tanztreffs an, wo Sie ohne einen Kurs besuchen zu müssen tanzen können. Sie brauchen lediglich ein Paar Tanzschuhe. Achten Sie darauf, dass Sie die Schuhe etwas größer kaufen. Sie brauchen Platz, da Ihre Füße beim Tanzen etwas anschwellen.

Auch darf die Sohle nicht zu glatt sein. Wählen Sie normale Straßenschuhe mit einer Ledersohle. Diese ist rutschig genug, aber nicht zu glatt. Spezielle Schuhe, zum Beispiel für Standard- oder Lateintänze, brauchen Sie nur dann, wenn Sie Tanzen zu Ihrem intensiven Hobby machen.

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