MenüMenü

Sportverletzungen Grundlage

Fast jeden Samstag können Sie in der „Sportschau“ sehen, wie ein Fußballspieler verletzt vom Platz humpelt – klassischer Fall von Sportverletzung. So gefährlich wie zum Beispiel Fußball sind Laufen oder Radfahren natürlich nicht, dennoch können auch hier kleinere Verletzungen und lästige Beschwerden lauern. Was also tun, wenn es Sie nach dem Sport zwickt und zwackt?

Die Blase ist das bekannteste Wehwehchen aller Freizeitsportler. Und wenn die Schuhe auch noch so gut passen und die Socken garantiert keine Naht aufweisen – es erwischt jeden mal. Ich gebe Ihnen hier einen Überblick über die typischen Sportverletzungen und die angemessene Behandlung. Aber beachten Sie bitte: Nicht alle Beschwerden verschwinden nach einer Selbstbehandlung. Wenn Sie mit meinen Tipps nicht weiterkommen, Schmerzen noch nach drei Tagen vorhanden sind oder sogar stärker werden, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Typische Verletzungen: So helfen Sie sich effektiv

Blasen: Es bildet sich Flüssigkeit unter der obersten Hautschicht. Grund dafür ist Reibung – verursacht durch zu kleine Schuhe, Nähte, Fremdkörper im Schuh oder starkes Schwitzen. Es existiert fast ein Glaubenskrieg um die richtige Behandlung von Blasen. Soll man sie aufstechen, eventuell sogar die abgehobene Haut ganz entfernen? Oder die Blase so lassen, wie sie ist? Ich gebe Ihnen dazu eine Empfehlung: Lassen Sie die Blase so, wie sie ist; die sich ablösende Haut ist ein Schutz vor eindringenden Bakterien. Zudem kann es zu Entzündungen oder blutig gescheuerten Stellen kommen, wenn Sie diese Hautschicht entfernen. Kaufen Sie sich lieber in der Apotheke spezielle Blasenpflaster, z. B. von der Firma Compeed. Diese Produkte werden straff auf die Blase geklebt und liegen wie eine zweite Haut auf Dort bleiben sie, bis sie sich von selbst lösen; dann ist auch die Blase abgeheilt. Entstehen Blasen bei Ihnen durch Schwitzen, sollten Sie die gefährdeten Stellen mit Talkumpuder abpudern, um die Neubildung von Blasen zu verhindern.

Muskelkater: Sicherlich haben Sie mit dieser Erscheinung (die sich eigentlich vom Wort Katarh = Entzündung ableitet) schon Ihre Erfahrungen gesammelt. Ähnlich einem Alkohol-Kater, der auftritt, wenn Sie einen über den Durst getrunken haben, tritt Muskelkater immer dann auf, wenn Sie über den eigenen Leistungsstand hinaus Sport getrieben haben. Früher erklärte man den Muskelkater damit, dass sich überhöhte Milchsäurewerte im Körper angesammelt haben und die Muskeln dadurch übersäuert werden. Mittlerweile geht man davon aus, dass die Muskeln bei erhöhtem Anspruch zu stark gedehnt werden und dadurch winzigste Einrisse in den Muskelfasern verursacht werden. Warum die Schmerzen des Muskelkaters aber erst rund einen Tag nach dem Sport auftreten, darüber wissen wir leider immer noch nichts Genaues.

Mein Tipp:

Zum Kühlen gibt es praktische Gelkompressen, die Sie im Eisfach lagern können. Sie schmiegen sich an die schmerzende Stelle an. Ebenso gut ist aber auch ein normaler Beutel mit Tiefkühl-Erbsen. Auch diese passen sich perfekt der Körperkontur an – eine gute und vor allem preiswerte Alternative, wenn Sie keine Eiskompresse im Kühlfach haben.

Die typische Sportlersalbe bei Verstauchungen oder ähnlichen Verletzungen ist Voltaren, das sie auch verschreibungsfrei in der Apotheke bekommen. Ich empfehle Ihnen diese Salbe nicht, weil die Wirkstoffe gar nicht in dem benötigten Maße durch Ihre Haut eindringen können.

Als wirksamste Vorbeugung vor einem Muskelkater hat sich gründliches Aufwärmen erwiesen. Einnahme von Vitaminen, wie es oft empfohlen wird, bringt Ihnen dagegen gar nichts. Nach ungewohnten Belastungen kann es Ihnen helfen, die belasteten Muskeln zu massieren; manchen Menschen bietet auch ein warmes Bad oder eine Einreibung mit Franzbranntwein nach dem Sport etwas Schutz vor dem Muskelkater. Ganz vermeiden lässt er sich nicht – aber das beste Rezept gegen die Schmerzen ist immer noch: weitermachen. Zu Beginn mag Ihnen das schwer fallen, aber nach einigen Minuten werden Sie den Muskelkater nicht mehr merken.

Achillessehnenschmerzen: Diese Schmerzen sind meist Ursache einer Überlastung. Die Schmerzen treten dann vor allem morgens nach dem Aufstehen auf. Sie sind dumpf, manchmal stechend und verlaufen hinten an der Ferse hoch, teilweise bis zur Wade. Helfen kann Ihnen, die Stelle mit Eis zu kühlen sowie die Waden regelmäßig und gründlich zu dehnen. Die Absätze Ihrer Straßenschuhe sollten so flach wie möglich sein.

Schmerzen rund um das Knie:Das Knie gehört zu den empfindlichsten Gelenken in Ihrem Körper. Wenn Sie es beim Training übertrieben haben, macht sich gerade das Knie sehr gerne bemerkbar. Dann sollten Sie es mit Eis kühlen. Wenn Sie aber bemerken, dass sich am Knie eine Schwellung bildet, ist es mit Kühlen allein nicht mehr getan. Dann müssen Sie zu einem Sportarzt gehen, um zu vermeiden, dass Sie ernsthafte Knieprobleme verschleppen.

Gerade bei Anfängern können Knieschmerzen daraus resultieren, dass die Muskeln rund um das Knie zu schwach sind, um die Kniescheibe zu halten. Die rutscht dann hin und her und verursacht so die Schmerzen. In diesem Fall hilft es Ihnen, wenn Sie eine Stützbandage tragen, in der das Knie ausgespart ist. Außerdem sollten Sie, bis zum Erreichen eines besseren Trainingsstands, bergige Strecken vermeiden und Ihre Muskeln rund um das Knie, also die der Oberschenkelinnenund -außenseite, regelmäßig dehnen und kräftigen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten