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Mit der richtigen Schnürung läuft sich’s besser

Schuhe schnüren – das lernt man doch als Kind. Denken Sie vielleicht! Dem ist aber nicht ganz so, denn was Sie wahrscheinlich nicht wussten: Wenn Sie Sport treiben, sollten Sie die Art, wie Sie Ihre Schuhe schnüren, gezielt auswählen. So können Sie nämlich „Schwächen“ Ihrer Füße gezielt ausgleichen.

Sozusagen kinderleicht ist es angeblich, die Schuhe zu schnüren. Deshalb schenkt man der Schuhschnürung als Erwachsener auch keine Bedeutung.

Das dachte sich auch Bill Rodgers, bis er beim Boston-Marathon zwar mit 2:09:55 einen neuen Landes- und Streckenrekord aufstellte, dabei aber Zeit verschenkte, als ihn seine offenen Schnürbänder behinderten.

Es ist also richtig und wichtig, die Schnürsenkel vor jedem Training und vor allem vor dem Start zu einem Wettkampf fest und sicher zu schnüren. „Schuhschnürung hin oder her: Fest muss sie sein, sonst gar nichts“, ist da eine weit verbreitete Meinung unter den Läufern. Falsch! Eine Schuhschnürung, die schlecht sitzt, drückt und den Fuß an sensiblen Stellen zu fest zusammenschnürt, kann sogar Verletzungen provozieren. Für Achillessehnenbeschwerden, Knochenhautreizungen, Blasen oder schwarz verfärbte Fußnägel ist oft genug eine falsche Schuhschnürung die Ursache. Außerdem: Sitzt der Laufschuh nicht richtig, hat dies immer auch Auswirkungen auf den Laufstil. Und ein Läufer, der durch einen veränderten Laufstil versucht, Schmerzen im Fuß zu kompensieren, ist auf dem sicheren Weg zu einer Folgeverletzung.

Ein Laufschuh muss vor allem bequem sein. Dies trifft auch auf die Schnürung zu. Ein zu fester Sitz des Laufschuhs drückt auf die Fußnerven und stört die Durchblutung, ein zu lockerer Sitz verursacht ein Rutschen im Schuh sowie Blasen. Und das Wichtigste:Die Schuhschnürung sollte der Anatomie des Fußes entsprechen.

So bestimmen Sie Ihren Fußtyp

Laufverhalten und Fußtyp beeinflussen sich in der Regel gegenseitig. Die Hersteller berücksichtigen dies bei der Konstruktion und Kategorisierung ihrer Laufschuhe. Diese ist allerdings nicht bei allen Herstellern einheitlich. Bevor Sie sich für eine bestimmte Kategorie von Laufschuhen und für eine bestimmte Art der Schuhschnürung entscheiden, sollten Sie Ihren Fußtyp bestimmen. Die gängiste Fußfehlstellung bei Läufern ist z. B. ein Spreiz-Senkfuß.Ein einfacher Test kann Ihnen bei der Bestimmung Ihres Fußtyps helfen: Stellen Sie sich mit einem nassen Fuß auf einen wassersaugenden Untergrund, so dass ein Fußabdruck erscheint. Vergleichen Sie den Abdruck mit unseren Abbildungen. Haben Sie einen Normalfuß, Senk-Spreizfuß oder Hohlfuß? Wer es ganz genau wissen will, fragt den Orthopäden, der dann auch bei der richtigen Schuhauswahl helfen kann.

Normalfuß, Senkfuß, Hohlfuß

Der Fußabdruck bei normaler Fußstellung macht den vorderen und hinteren Fußbereich komplett sichtbar. Der mittlere Bereich wird schmaler abgebildet. Der Normalfüßler berührt beim Laufen erst mit der Außenseite des hinteren Fußbereichs den Boden. Dann knickt er nach innen ab (natürliche Pronation), um den Aufprall des Fußes aufzufangen.

Senkfüße, umgangssprachlich auch Plattfüße genannt, haben ein niedriges Fußgewölbe und hinterlassen einen kompletten Fußabdruck. Senk-Spreizfüßler knicken nach der Landephase sehr stark nach innen ab (Überpronation).

Läufer mit Hohlfüßen knicken in der Landephase überwiegend nicht nach innen ab (Unterpronation). Sie hinterlassen nur im Vor- und Hinterfußbereich einen Abdruck. Der Mittelfuß ist nur leicht an der Außenseite zu erkennen. Ihnen fehlt der natürliche Aufprallschutz des Fußes.

Pronation:

Unter Pronation versteht man das natürliche Einknicken des Fußes nach innen bei jedem Laufschritt. Ein leichtes Pronationsverhalten ist physiologisch normal. Bei einer Überpronation knickt der Läufer übermäßig stark nach innen ein. Indiz sind die an der Innenseite abgelaufenen Schuhsohlen.

Unterpronation:

Weit seltener als Überpronation; wird auch Supination genannt. Der Fuß knickt nach dem Auftreten nicht nach innen ab. Indiz für ein solches Laufverhalten sind abgelaufene Außensohlen.

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