MenüMenü

Neurobics: Das neue Gehirntraining

Neurobics ist ein

Gehirnjogging© Creatix - Fotolia
spezielles Gehirntraining, bei dem es sich um körperliche Übungen handelt, die Neuronen also Nervenzellen trainieren sollen. Älter zu werden heißt also nicht zwangläufig auch Verlust oder Schwund der Denkfähigkeit.

Denn Sie können bis ins hohe Alter geistig fit bleiben – wenn Sie Ihr Gehirn mit einfachen Neurobics-Übungen fordern. Das Schöne daran: Neurobics-Übungen machen Spaß und Sie können sie in Ihren Alltag einbauen.

Neurobics haben die Forscher der Duke University entwickelt

Wir wissen heute, dass eine gute Denk- und Merkfähigkeit keine Frage des Alters ist. Das haben auch Wissenschaftler der Duke University in North Carolina bestätigt. Sie widerlegten bisherige Forschungen und stellten fest, dass sich auch im hohen Alter noch neue Nervenverbindungen im Gehirn bilden können. Diese Erkenntnis bedeutet, dass es möglich ist, ein Leben lang geistig fit zu bleiben. Die Forscher der Duke University entwickelten aufgrund dieser Ergebnisse Neurobics – ein Programm, dass die Verbindungen zwischen den Nervenzellen erhöht und das ich Ihnen unbedingt ans Herz legen möchte.

Was steckt hinter Neurobics?

Neurobics – dieser Name erinnert an Aerobic, an die Körperübungen, die in den 80er-Jahren so modern waren. Ganz falsch ist diese Assoziation nicht. Denn wurden beim Aerobic viele Muskeln trainiert, so spricht Neurobics viele verschiedene Hirnregionen an. Mit einfachen Neurobics-Übungen wird Ihr Gehirn so flexibler und Ihr Denken schneller.

Was aber ist das Geheimnis, das hinter Neurobics steckt? Ein normales Gehirntraining besteht aus logischen Rätseln. Sie kennen das alle: Kreuzworträtsel, Auswendiglernen oder Zahlenkombinationen erraten. Neurobics spricht aber nicht nur Ihr Zentrum für logisches Denken an. Alle fünf Sinne, also hören, riechen, fühlen, schmecken und sehen, werden von den Neurobics-Übungen gefordert. Sie müssen sich sogar teilweise auf nur vier Sinne verlassen können – zum Beispiel bei der Übung „Blinde Kuh“ (siehe unten). Wir wissen heute, dass Verbindungen von zwei Sinneseindrücken untereinander das Gedächtnis stärken und die Hirnleistung erhöhen – zum Beispiel, wenn Sie sich nicht nur einen Namen merken, sondern ein Gesicht oder einen Geruch gleich dazu.

Mithilfe von Neurobics geben Sie Ihrem Gehirn ganz neue Impulse. Diese regen die Bildung neuer Verbindungen zwischen den Nervenzellen an. Ihr Gehirn hat dadurch die Gelegenheit, einfach schneller zu denken. Mit den Techniken von Neurobics, die aus ganz neuen Erkenntnissen der Hirnforschung entwickelt wurden, können Sie die Leistung Ihres Gehirns also um bis zu 40 % steigern.

Der Aufbau der Übungen macht Neurobics so effektiv

Neurobics besteht aus Übungen, die Sie in Ihren ganz normalen Alltag integrieren können. Auch das macht die Neurobics-Übungen meiner Meinung nach sehr effektiv. Jeder Ihrer Tage besteht aus einer gewissen Routine. Überlegen Sie einmal selbst: Sie stehen auf, gehen ins Bad, haben hier wieder eine bestimmte Reihenfolge, in der Sie sich die Zähne putzen, duschen etc. Diese Abläufe geben Ihrem Leben Halt – andererseits machen Sie es Ihrem Gehirn aber auch sehr einfach. Denn Routine verlangt keine Denkarbeit. Sie können stattdessen „mechanisch“ funktionieren.

Neurobics verlangt von Ihnen, Ihre Routine zu unterbrechen. Verändern Sie Ihren Tagesablauf in Kleinigkeiten, bringt das Ihr Gehirn auf Trab. Es muss sich neu orientieren und plötzlich wieder anfangen, über eigentlich „Alltägliches“ nachzudenken. Genau das regt die Bildung neuer Nervenbahnen an.

Diese Neurobics-Übungen bringen Ihr Hirn auf Trab

Probieren Sie Neurobics selbst praktisch aus. Die Übungen sind gar nicht so schwer. Sie werden merken, einen Teil davon haben Sie als Kind sogar regelmäßig gemacht. Erst im Laufe der Jahre gerieten sie in Vergessenheit. Lassen Sie sie wieder aufleben – Ihr Gehirn wird es Ihnen danken.

Neurobics-Übung 1: Entdecken Sie Neues

  • Viele Menschen nennen diese Übung auch „Alice im Wunderland“. Dazu brauchen Sie kein weißes Kaninchen, dem Sie hinterherrutschen. Verlassen Sie einfach Ihre ausgetretenen Pfade. Gelegenheit dazu haben Sie im Laufe des Tages genug. Gehen Sie auf einem anderen Weg zum Einkaufen. Fahren Sie eine bestimmte Strecke Autobahn immer wieder? Verlassen Sie die Autobahn eine Abfahrt früher und legen Sie den Rest der Wegstrecke über die Landstraße zurück. Laufen Sie Ihre Joggingrunde einmal andersrum.

Neurobics-Übung 2: Spielen Sie „Blinde Kuh“

  • Das Kinderspiel kennen Sie sicher noch – aber Sie brauchen weder ein Tuch noch einen Mitspieler. Es reicht, wenn Sie einfach die Augen schließen. Bitte nicht im Straßenverkehr, aber zum Beispiel unter der Dusche. Versuchen Sie, mit geschlossenen Augen Ihre Seife zu finden.
  • Oder fahren Sie einmal mit geschlossenen Augen U-Bahn. Steigen Sie ein und machen Sie die Augen zu. Konzentrieren Sie sich ganz auf die anderen Sinne. Hören Sie das Quietschen der Bremsen, riechen Sie die verschiedenen Gerüche, wenn sich an den Haltestellen die Türen öffnen.

Neurobics-Übung 3: Machen Sie Schluss mit gewohnter Ordnung

  • Sie können auf Ihrem Schreibtisch mit geschlossenen Augen den Locher oder den Kugelschreiber finden? Ihre Kleidung hängt in einer bestimmten Reihenfolge auf der Kleiderstange? Schluss damit! Räumen Sie um. Vertauschen Sie zum Beispiel Tesafilm-Abroller und Telefon oder Hosen mit Jacken.

Neurobics-Übung 4: Wechseln Sie die Blickrichtung

  • Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie viele Stammplätze Sie haben? Sei es der Platz in der Kantine, der Sitz im Bus oder der am Konferenztisch – die meisten Menschen zieht es immer wieder auf den gleichen Sitzplatz, wenn dieser frei ist. Lösen Sie sich bewusst von diesen Plätzen und suchen Sie sich neue. Sie werden sich wundern, wie anders Sie Ihre Umwelt wahrnehmen, wenn Sie Ihre Blickrichtung ändern.

Neurobics-Übung 5: Machen Sie alles mit links (oder mit rechts)

  • Welche „ungewohnte“ Hand Sie verwenden, hängt natürlich davon ab, ob Sie Rechts- oder Linkshänder sind. Aber versuchen Sie einmal, gewohnte Tätigkeiten mit der „falschen“ Hand zu erledigen. Ganz gleich, ob Zähneputzen oder Schreiben. Bei dieser Übung werden Sie schnell erkennen, wie Ihr Gehirn sich anpasst. Denn schon nach einigen Malen können auch andere Menschen Ihre Notizen lesen, die Sie mit der „anderen“ Hand geschrieben haben.

Neurobics-Übung 6: Entdecken Sie Ihr Essen neu

  • Geschmack ist nicht nur von der Wahrnehmung mit der Zunge abhängig. Es gehören auch die Geruchsnerven dazu. Probieren Sie einmal aus, wie es schmeckt, wenn Sie sich beim Essen die Nase zuhalten. Schon das kann Ihnen neue Eindrücke verschaffen.
  • Generell können Sie beim Essen viel experimentieren. Denn das normale „Essens-Repertoire“ einer deutschen Durchschnittsfamilie liegt bei 25 Gerichten. Zwischen diesen wird immer wieder abgewechselt. Fügen Sie nur einmal pro Woche eine Mahlzeit hinzu, die es bei Ihnen noch nie gegeben hat (Anregungen finden Sie zum Beispiel in meiner Broschüre „Nahrung als Energiequelle & Jungbrunnen“, die Sie mit der ersten Ausgabe Ihrer „Gesundheits-Praxis“ erhalten haben). Schon diese neuen Geschmackskombinationen regen die Sinneszentren in Ihrem Gehirn an.

Neurobics-Übung 7: Machen Sie Ihren Einkauf zu einem ungewöhnlichen Erlebnis

  • Wenn Sie zum Beispiel beim Asiaten oder Inder einkaufen, gehen Sie nicht nur in für Sie ungewohnte Läden. Zusätzlich erfährt Ihr Geruchssinn ein außergewöhnliches Erlebnis. Die vielen fremden Gerüche in diesen Läden fordern ihn besonders. Ihre Geruchsrezeptoren werden durch diese Eindrücke verstärkt. Probieren Sie ruhig einmal aus, ob Sie – mit geschlossenen Augen – nur am Geruch die Waren erkennen können. Wenn Sie in Ihre gewohnten Läden gehen, sollten Sie die Regale nicht in der üblichen Reihenfolge abgehen, sondern „neue Wege einschlagen“. Schauen Sie sich die anderen Regale an und suchen Sie bewusst nach Lebensmitteln, die Sie vorher noch nicht wahrgenommen haben – kaufen Sie diese.

Neurobics-Übung 8: Ein schöner Rücken trainiert Ihr Gehirn

  • Vielleicht kennen Sie auch dieses Spiel noch aus Ihren Kindertagen: das Rückenmalen. Drehen Sie Ihrem Partner einfach den Rücken zu. Er soll nun darauf malen oder schreiben. Erkennen Sie, was sein „Gemälde“ darstellen sollen? Nach einiger Zeit der Neurobics-Übung können Sie dann die Schwierigkeitsstufe erhöhen: Lassen Sie sich ganze Wörter auf den Rücken schreiben und versuchen Sie, diese zu „lesen“.
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

Regelmäßig Informationen über Sport und Fitness erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. med. Michael Spitzbart. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!