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Selbstdisziplin: So bleiben Sie konzentriert bei der Sache

Das Wort „Disziplin“ schreckt viele Menschen ab. Klingt es doch nach Drill, Gehorsam, Zwang und Strafen. Schluss mit diesen negativen Assoziationen, denn eigentlich ist Disziplin etwas sehr Positives. Disziplin hilft Ihnen, Ziele zu erreichen – sei es privat oder beruflich.

Eine Frau über einem Stapel Papiere oder Akten© detailblick - Fotolia

Sicherlich kennen Sie das: Sie fangen etwas Neues an und sind zuerst auch begeistert bei der Sache. Das gilt für ein neues Hobby genauso wie für eine neue Aufgabe bei der Arbeit. Aber dann lässt Ihre Begeisterung langsam nach. Schließlich müssen Sie sich immer mehr überwinden, weiterzumachen, oder Sie erledigen Ihre Aufgaben nur noch nachlässig. Warum fehlt es Ihnen ab einem gewissen Punkt an Disziplin?

Negative Kindheits­erlebnisse

Schuld daran kann der Zusammenhang sein, in den wir das Wort „Disziplin“ häufig setzen. Es handelt sich meist um negative Bedeutungen wie Drill, Gehorsam, Zwang und Strafen. Denn viele Menschen haben in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen mit dem Thema Disziplin gemacht. Erziehung wurde als Disziplinierung erlebt, bei der Undiszipliniertsein bestraft wurde. Schnell entsteht dann der Vorsatz: „Wenn ich erwachsen bin, lasse ich mir nichts mehr sagen.“ Dieser kindliche Trotz hat sich bei vielen ins Unterbewusstsein eingeprägt. Die Folge: Diese Menschen tun sich schwer damit, Vorgaben diszipliniert zu erfüllen.

Sie flüchten sich in alle möglichen Ablenkungen, die sich ihnen gerade anbieten. Viel wichtiger als die Aufgabe kann dann alles sein, was sich gerade in ihrer Umgebung befindet: Die Blumen müssen gegossen, die Papiere abgeheftet oder der Schrank aufgeräumt werden. Alles Dinge, die normalerweise liegen bleiben könnten.

Auch Angst kann Disziplin unmöglich machen

Es gibt noch etwas, das Sie von diszipliniertem Verhalten abhalten kann: Angst. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Arztbesuch. Stellen Sie sich vor, Sie haben Schmerzen. Sie wissen genau, Sie sollten zum Arzt gehen, um zu klären, was Ihnen die Schmerzen verursacht, und um zu verhindern, dass sie schlimmer werden. Aber ein Teil Ihres Unterbewusstseins hat große Angst, weil Sie ja erfahren könnten, dass es etwas Gefährliches ist, an dem Sie leiden. Dieser Teil blockiert alle vernünftigen Gedanken und setzt sich schließlich auch durch.

In 5 Schritten zu mehr Disziplin

Dabei ist es gar nicht so schwer, Ihrer fehlenden Disziplin auf die Spur zu kommen und anschließend disziplinierter zu handeln. Diese fünf Schritte müssen Sie dafür gehen:

1. Führen Sie Buch

Sind Sie wirklich undiszipliniert? Diese Frage mag für Sie erstaunlich klingen. Aber es gibt viele Menschen, die der Meinung sind, bei ihnen hapere es grundsätzlich an der Selbstdisziplin. Dabei sind es nur einige wenige Punkte, bei denen sie sich nicht wirklich im Griff haben. Aber nur diese Dinge beachten sie und interpretieren daraus, es sei für sie generell absolut unmöglich, Aufgaben konzentriert zu Ende zu bringen. Halten Sie deshalb konkret fest, wann und wo Sie Schwierigkeiten haben, diszipliniert zu arbeiten. Aber notieren Sie auch, in welchen Bereichen Sie konstant bei der Sache bleiben. So erfahren Sie schnell, welche Voraussetzungen Sie brauchen, um diszipliniert zu arbeiten. Sie brauchen aus diesen Aufzeichnungen keine Wissenschaft zu machen. Es reicht, wenn Sie sich Notizen auf einem Schmierzettel oder in Ihrem normalen Kalender machen. Wenn Sie etwas mehr Zeit haben, schreiben Sie noch dazu: Beispielsweise was Sie gemacht haben, um Ihrer eigentlichen Aufgabe aus dem Weg zu gehen, wie Sie sich abgelenkt haben oder wie Sie sich dabei gefühlt haben.

Vielleicht haben Sie sich vor einem unangenehmen Telefonat gedrückt, indem Sie den ganzen Nachmittag Ihr Büro und Ihre Akten geordnet haben. Wenn Sie auf diese Weise Ihre Vermeidungsstrategien erkennen, sind Sie in der Lage, in Zukunft sofort zu merken, wenn Sie wieder undiszipliniert werden wollen. So können Sie schnell Gegenmaßnahmen ergreifen. Die einfachste: Bremsen Sie sich selbst. Wenn Sie erkennen, dass Sie sich gerade von einer Aufgabe ablenken, sagen Sie laut: „Stopp! Du erledigst das jetzt.“ Schon so ein innerer Befehl wirkt bei den meisten Menschen Wunder und bringt sie zurück zu ihrer eigentlichen Aufgabe.

2. Schaffen Sie sich Raum für Disziplin

Wollen Sie diszipliniert arbeiten, sollten Sie sich selbst die Möglichkeit dafür schaffen. Häufig scheitern Sie nämlich gar nicht an sich selbst, sondern an den äußeren Umständen. So misslingen zum Beispiel viele Projekte, weil Sie sich einen zu knappen Zeitrahmen stecken oder vergessen, dass Sie nebenbei noch andere Dinge erledigen müssen. Auch die Umgebung ist wichtig. Wenn ständig jemand in den Raum kommt, in dem Sie arbeiten wollen, oder der Geräuschpegel zu hoch ist, können Sie sich nicht konzentrieren und werden stets aus Ihren Aufgaben herausgerissen.

Überlegen Sie sich daher genau, bevor Sie anfangen, was Sie brauchen, um Ihre Aufgabe erfolgreich abzuschließen, was Sie wissen und können sollten und wie Ihre Arbeitsumgebung aussehen sollte. So gerüstet, wird es Ihnen leichter fallen, konzentriert bei der Arbeit zu bleiben.

3. Machen Sie sich Disziplin leicht

Nicht nur die Umgebung muss stimmen, wenn Sie diszipliniert bei der Sache bleiben wollen. Sie selbst sollten ebenfalls bereit dazu sein. Arbeiten Sie an Ihrer inneren Einstellung gegenüber der Aufgabe: Versuchen Sie sich selbst zu motivieren. Häufig hilft Ihnen dabei, dass Sie sich selbst über den Sinn Ihrer Aufgabe klar werden. Nichts demotiviert so sehr wie eine augenscheinlich sinnlose Arbeit. Fangen Sie dann mit Ihrer Aufgabe nicht zu einer x-beliebigen Zeit an. Projekte, die von Ihnen Konzentration erfordern, sollten Sie zum Beispiel nicht in die Mittagszeit legen, wenn Sie eher müde sind. Das gilt übrigens auch für Aufgaben, die körperlichen Einsatz von Ihnen fordern.

Überlegen Sie, wer Ihnen helfen kann, sei es mit Ratschlägen oder auch mit praktischer Unterstützung. Holen Sie sich diese Hilfen ein, so weit es möglich ist. Hilfreich kann es für Sie auch sein, wenn Sie bestimmte Vorhaben laut ankündigen. Das macht es schwerer für Sie, Ihre Arbeit anschließend nicht zu erledigen. Manchen Menschen hilft auch ein Negativ-Beispiel zur Abschreckung: Was passiert, wenn Sie die Arbeit nicht erledigen oder weiter vor sich herschieben?

4. Gönnen Sie sich etwas

Der Trick, sich zu belohnen, wenn man eine Aufgabe erledigt hat, ist schon ein Klassiker, aber er wirkt immer noch. Vor allem wenn es sich um ungeliebte Arbeiten handelt, bei denen die Disziplin schnell nachlässt. Eine Belohnung, die Sie sich selbst versprechen, kann Ihnen helfen, diszipliniert und schnell weiterzuarbeiten. Wichtig ist, dass Sie Ihre Belohnung angemessen wählen. Nur ein Stück Schokolade ist zu wenig, wenn Sie über Tage hinweg diszipliniert gearbeitet haben. Ein neues Buch aber kann zu viel sein, wenn Sie nur zwei Stunden bei der Sache bleiben mussten.

Wichtig ist, dass Sie sich auf jeden Fall an Ihre eigenen Spielregeln halten. Sonst betrügen Sie sich selbst. Wenn Sie sich Ihre Belohnung versagen, obwohl Sie diszipliniert durchgehalten haben, sind Sie frustriert und werden sich selbst kein zweites Mal mit einer Belohnung locken können. Belohnen Sie sich, auch wenn Sie die Aufgabe nicht erledigt haben, haben Sie an­schlie­ßend ein schlechtes Gewissen, aber die fehlende Disziplin bleibt. Wenn Sie befürchten, dass Sie sich selbst betrügen könnten, lassen Sie sich lieber von jemand anderem belohnen. Er kann das Geschenk, das Sie sich selbst machen wollen, für Sie aufbewahren und es Ihnen nach erledigter Arbeit überreichen.

5. Gehen Sie Ihre Schwachpunkte an

Immer wieder kann es Ihnen passieren, dass Sie trotz bester Vorbereitung und ausgesetzter Belohnung nicht bei der Sache bleiben. Überlegen Sie dann genau, was Sie daran hindert, diszipliniert zu arbeiten. Gehen Sie den Gründen nach: Hindern Sie Trotz oder eher Faulheit, imaginäre oder wirkliche Beschwerden? Vielleicht fehlen Ihnen auch bestimmte Fähigkeiten. Oder Sie versprechen sich etwas davon, wenn Sie nicht fertig werden. Vielleicht haben Sie Angst vor dem, was kommt, wenn Sie Ihre momentane Aufgabe erledigt haben.

Wenn Ihnen diese Gründe klar sind, können Sie sich gezielt Hilfe bei anderen Menschen holen. So sind Schwachpunkte für Sie kein Thema mehr, um undiszipliniert zu handeln.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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